Karl-Heinz Fleckenstein

Karl-Heinz Fleckenstein "Mein Tagebuch"

29. August 2018

Weisheit aus Kindermund


Teil 3/3 einer persönlichen Familiengeschichte

 

Als ich neulich unser Haus wieder einmal entrümpelte, fiel mir ein Heft aus dem Jahr 1989 in die Hand. Dort hatte ich Gespräche mit unseren Kindern Mirjam, Emmanuel und Elizabeth aufgeschrieben, die damals vier, fünf und sechs Jahre alt waren. Ich entdecke heute darin wahre Schätze und Weisheiten aus Kindermund, die ich  ihnen, liebe Eltern mit Kleinkindern von heute, nicht vorenthalten möchte.

Auf dem Weg nach Jerusalem geraten wir mit unseren drei Kindern in eine Straße, in der gerade eine Tränengas-Bombe geworfen wurde. Die Kinder weinen, weil es in ihren Augen und im Hals fürchterlich brennt. Da nimmt Mirjam den Rosenkranz und  beginnt tapfer  mit dem  ersten Teil des Ave Maria. Emmanuel und Elizabeth fahren  spontan mit dem zweiten Teil fort und beten  alle fünf Gesätze des schmerzhaften Rosenkranzes, bis wir schließlich unser Haus erreicht haben.

 

Elizabeth: Papa, warum gibt es nach so vielen Jahren seit der Ankunft Jesu so viele böse Leute auf der Welt?

Papa: Meine Tochter, Seife hat immer existiert. Aber manche Leute bleiben trotzdem schmutzig. Ist die Seife daran Schuld?

Elizabeth: Nein Papa. Wenn die Leute sich nicht waschen, stinken sie. Wenn die Leute Jesus nicht wollen, stinken sie auch.

 

Emmanuel: Papa, warum liebt Gott die Menschen?

Papa: Weil er sie geschaffen hat.

Emmanuel: Aha, er liebt die Menschen so sehr, dass er sich selbst als Mensch gebastelt hat.

 

Papa fragt: Was ist das Wichtigste im Leben?

Elizabeth:  Dass Jesus da ist.

Mirjam: Dass Frieden kommt.

 

Mama fragt: Warum beschenken wir uns an Weihnachten?

Mirjam: Weil Jesus geboren ist.

Emmanuel: Weil Gott Mensch geworden ist.

Elizabeth:  Weil Jesus in unser Herz kommt.

 

Papa fragt: Kinder, wer hat Gott geschaffen?

Kinder wie aus einem Mund: Er hat sich selber gebastelt.

 

Emmanuel: Papa, warum musste Jesus sterben?

Papa: Emmanuel, heute bist du gegen Diphterie geimpft worden. Weißt du warum?

Emmanuel: Damit ich keine  Diphterie bekomme.

Papa: Richtig. Und damit du diese Krankheit nicht bekommst, hat dir der Doktor Diphterie-Mikroben in deinen Leib gespritzt. Jetzt kann dein Körper gegen diese Pazillen kämpfen. Er besiegt sie. Und damit bist du immun, das heißt, dein Körper  kann nicht mehr von den Diphterie-Käferchen gefressen werden.

Emmanuel: Und was hat das mit dem Tod Jesu zu tun?

Papa: Damit wir unsterblich werden und damit Jesus den Tod besiegen konnte, hat er den Tod  selbst auf sich genommen. Er ist mit den Todes- Mikroben am Kreuz geimpft worden und am dritten Tag von den Toten auferstanden. Damit hat er den Tod besiegt. Deshalb werden auch wir nicht von den Todes-Käferchen aufgefressen werden, sondern mit Jesus am Ende der Welt auferstehen.

 

Emmanuel: Papa, warum hat Gott die giftigen Pilze gemacht?

Papa: Gott hat am Anfang alles gut gemacht. Die Menschen, die Tiere, die Pilze. Alles. Aber als die ersten Menschen sein wollten wie Gott, gab es dann gute und schlechte Menschen, gute und auch giftige Pilze.

 

Emmanuel: Papa, mein Freund Chalil sagt, dass er die Juden nicht liebt. Was soll ich sagen, wenn er mich fragt, ob ich die Juden liebe?

Papa: Weist du, Emmanuel, du bist ja ein Deutscher. Am besten sagst du, dass du die Deutschen liebst.

Emmanuel: Nein, Papa, das sage ich nicht. Ich sage, dass ich Jesus liebe. Und Jesus liebt die Araber, die Juden und die Deutschen.

 

Mama: Das Schönste auf der Welt ist die Familie.

Elizabeth: Das Schönste auf der Welt ist, dass Jesus kommt und Frieden macht.

Mama: Warum Elizabeth?

Elizabeth: Weil Jesus der König unserer Familie und der ganzen Welt  ist.

 

Papa: Was ist das  Wichtigste auf der Welt?

Mirjam: Dass wir immer lieb zueinander sind und dass Jesus immer unter uns ist.

Papa: Und was bedeutet für euch das Geld?

Emmanuel: Das Geld ist wichtig. Aber es bedeutet Null.

 

Die Kinder bereiten sich auf die erste heilige Kommunion vor.

Mama: Was erbittet ihr von Jesus beim Empfang der heiligen Kommunion?

Mirjam: Dass Jesus in mein Herz kommt, weil das heilige Brot Jesus ist. Ich bitte ihn, dass er mir Freude und Kraft schenkt.

Elizabeth: Der Priester segnet das Brot und ich bitte Jesus, dass er mir dadurch Frieden schenkt.

Emmanuel: Durch dieses heilige Brot schenkt uns Jesus seinen Leib und sein Blut und den heiligen Geist. Wenn Jesus in mein Herz kommt,  bitte ich ihn,  dass er mich nie verlässt.

 

Papa: Kinder was bedeutet  für euch die Taufe?

Emmanuel: Wir werden damit gesegnet, damit wir Heilige werden.

Mirjam: Bei der Taufe kam auf Jesus der Heilige Geist. Und Gott sprach: „Das ist ein geliebter Sohn.“ Bei meiner Taufe hat der himmlische Vater zu mir gesagt: Du bist meine geliebte Tochter.

Emmanuel: durch die Taufe werden wir Christen.

Elizabeth: Wir werden in der Taufe Kinder Gottes. Bei meiner Taufe hat Gott zu mir gesagt: du bist mein liebes Kind.

 

Papa, Kinder, was bedeutet für euch die Beichte?

Mirjam: Um Jesus Entschuldigung zu sagen.

Elizabeth: Das Ohr des Priesters ist das Ohr von Jesus. Jesus hilft uns, das nächste Mal lieb zu sein.

Emmanuel: In der Beichte macht uns Jesus Mut, es das nächste Mal gut zu machen und wir werden wieder Freunde von Jesus.

Mirjam: Wir werden wieder gut.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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