Henny Lang

Henny Lang "Mein Tagebuch"

backwahnsinn - meinefamilie.at
11. Dezember 2018

Vorweihnachtszeit und der Backwahnsinn beginnt


Es war noch nicht einmal Dezember, als die Nachbarn schon ihre Weihnachtsbeleuchtung montiert haben. Ich hab mich ja dran gewöhnt, dass Ende September die ersten Nikolos im Supermarkt stehen, und man im Erdgeschoss vom Möbelhaus ab Oktober durch Watteschneelandschaften mit künstlichen Tannen und Rentieren spazieren muss. Aber backen? Muss das sein? Es muss. Schließlich habe ich zwei kleine Kinder. Und ja, ich will ihre Augen leuchten und ihre Münder schokoverschmiert sehen.

“Backverweigerin”

Aber ich oute mich jetzt: ICH BACK NICHT GERN! Das war schon immer so. Meine Kekse schmecken nicht wie die gekauften, da bin ich einfach ehrlich. Das krieg ich nicht hin. Und sie sehen auch nie so lecker aus. Selbst mit den teuren Profi-Ausstechhilfen, der Ausstechmaschine und den bunten gummiwabbeligen Rollunterlagen und Förmchen, den Fondants, dem Schnitzwerkzeug, dem Streusel und und und. Ich kann mich nicht erinnern, je für einen Besuch einen eigens gebackenen Kuchen geschweige denn eine Torte auf den Kaffeejausentisch gestellt zu haben. Nicht bevor die Kinder da waren. Jetzt sagt mir irgendeine Stimme im Kopf: „Das bist du deiner Familie schuldig – als Mutter!“ Mutter ist gleich backen. Mutter trägt Schürze. Mutter knetet Teig, und Kinder lecken die Rührstäbe ab. Mmmh!

Bäähh!

Da spiel ich nicht mit. Zumindest war das so bis heuer. Denn jetzt oute ich mich noch einmal: BISHER BUK ICH KEKSE MIT FERTIGTEIG. So, jetzt ist es raus. Und so naiv wie ich war, erzählte ich davon anderen Müttern und kassierte hochgezogene Augenbrauen, übrigens auch von den Vätern. Offenbar konnten selbst die besser backen als ich.

Wie auch immer, seit dem Laternenfest (als die erste Kindergartenübermutter ihre selbstgebackenen Kekse mitgebracht hat), liegen mir meine Naschkatzen in den Ohren: „Mama, wann backen wir endlich?“ – „Ist die Naschlade nicht eh schon voll genug mit Süßkram?“ Ein sinnloses Argument.

Dieses Jahr möchte ich nicht die “Kekse-Loserin” sein. Und die Fertigteigvariante hat, muss ich zugeben, auch nicht wirklich mehr Zeit und Geld gespart. Der Aufwand war der gleiche. Zum Schluss musste ich den gleichen Berg Geschirr und Förmchen abwaschen und die gleiche Menge Teig vom Küchenboden kratzen. Also kann ich es wohl heuer riskieren, selbst zu backen. Egal, wie krumm die Kipferl aussehen und wie trocken die kleinen Blechbiester schmecken werden.

Denn mal ehrlich, worauf kommt’s beim Backen an? Auf Sätze wie diese:

  • „Mama, darf ich die Puppe auch mit Mehl einpudern?“
  • „Ich brauch mehr Streusel!!!!!“ und …
  • „Darf ich eine Schüssel Teig auch gleich so aufessen?“

Über große Backkunstwerke trau ich mich noch nicht drüber. Meine Devise lautet: Kleine Bäcker, kurze Rezepte, wenig Aufwand und viel Spaß.

Haselnusskugerln

Darum haben wir uns für den Anfang für „Haselnusskugerln“ entschieden. Und vielleicht wollen Sie zuhause ja mit backen?

Für Haselnusskugerln brauchen wir 16 dag Butter, 20 dag Kochschokolade, 16 dag Staubzucker und 20 dag geriebene Haselnüsse. Die Kochschokolade erwärmt ihr gemeinsam mit der Butter im Wasserbad. Rührt dann Staubzucker und die geriebenen Haselnüsse dazu. Anschließend knetet ihr die Masse zu einer großen Kugel zusammen und lasst sie 1 Stunde rasten. Danach formt ihr aus dem Teig etwa 50 kleine Kugerln, legt sie auf ein Backblech und lasst sie im vorgeheizten Backrohr bei 150 Grad ca. 25 Minuten langsam backen. Meine beiden kleinen Bäckerinnen legten dann jede ausgekühlte Kugel in ein Papierförmchen (ähnlich den größeren Muffinkörbchen). Und ganz ohne Eigenlob, die Kugerln in den kleinen Körbchen hätten den gekauften vom Supermarkt optisch wie geschmacklich standgehalten. Zum ersten Mal packte ich ein paar davon in kleine Keksdosen und verschenkte sie.

Drauf stand: HOMEMADE.

Das fühlte sich gut an. Und wie gehen Sie mit dem vorweihnachtlichen Backwahnsinn um?

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EIN ARTIKEL VON
  • Henny Lang

    Ich bin Mutter zweier Mädchen (5 und 7 Jahre alt), lebe in Wien und arbeite seit 2001 als freie Journalistin und TV-Redakteurin. Hobbymäßig bin ich Malerin, veranstalte Vernissagen zu meinen Bildern und Bastelnachmittage mit Kindern ganz privat bei mir zuhause.


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