Regina Magdalena Smrcka

Regina Magdalena Smrcka "Mein Tagebuch"

Bub isst Schokolade - eigene Bedürfnisse ernstnehmen - meinefamilie.at
1. Dezember 2017

Vorsatz: Die eigenen Bedürfnisse ernstnehmen


Wenn Kinder plötzlich ruhig werden, ist Feuer am Dach. Unser Sohn ist mittlerweile so alt, dass er in der Früh immer alleine aufstehen darf, während wir noch ein paar Minuten im Bett bleiben. Heute war es wieder einmal soweit: Nach all den vertrauten Geräuschen, die wir schon genau einordnen können, war es still. Das ist meist der Moment, wo wir uns vom warmen Bett verabschieden und nachsehen, was unser Lauser denn diesmal anstellt.

Letzte Woche hörten wir ein ungewohntes neues Geräusch, das wir absolut nicht einordnen konnten, und schlichen uns neugierig in die Küche. Da saß er, im hintersten Eck der Küche, unterm Sessel versteckt, die große Dose mit Schokolade vor sich und mühte sich vergeblich, sie aufzubekommen. Und ich dachte, ich hätte sie gut genug versteckt. Wir mussten so lachen, dass er tatsächlich ein kleines Stück bekam – vor dem Frühstück wohlgemerkt.

Aus dem Adventkalender jeden Tag nur ein Stück?

Heute fehlten ein paar Nüsse aus dem Adventkalender. Zum Glück hatte ich gestern Abend die ganze Schokolade inklusive aller Schlecker aus dem Adventkalender der Taufpaten konfisziert und gegen Nüsse und kleine Autos ausgetauscht.

Nachdem ich vergeblich versuchte, meinem Sohn klarzumachen, dass dies ein Adventkalender ist und man sich nur jeden Tag etwas herausnehmen darf, meinte ich zu meinem Mann: „Ich brauche mir wenigstens keine Sorgen machen, dass er verhungert oder im Leben zu kurz kommt. Der nimmt sich schon, was er braucht!“ Sei es das Brot von der Brotdose, das wir angeknabbert finden, die Äpfel vom Obstkorb, die plötzlich mit zwei Bissen versehen vor sich hinschimmeln oder die Nüsse aus dem Adventkalender. Eigentlich steht es ihm ja zu. Und wenn er größer ist, wird er auch lernen, damit richtig umzugehen.

Da wurde ich wieder nachdenklich und dachte mir, wann habe ich mir im Leben das letzte Mal einfach das genommen, was mir zusteht? Wie sehr bin ich schon darauf konditioniert immer höflich und freundlich zu sein? Schaue zuerst auf die anderen und dann erst auf mich? Glaube, bescheiden zu sein und habe in Wirklichkeit nur nicht den Mut, eigene Wünsche zu äußern?

Über die eigenen Bedürfnisse nachdenken! Was brauche ich, um glücklich zu sein?

Mir selbst ein Geschenk machen

Vielleicht sollte ich mir heute ein besonderes Geschenk machen und zumindest einmal darüber nachdenken, was ICH mir vom Leben wünsche, was MIR zusteht. Es muss ja nicht gleich umgesetzt werden, oder doch? Und wenn es nur eine halbe Stunde ist, die der Partner die Kinder übernimmt und ich einmal in aller Ruhe eine Tasse Tee oder Kaffee trinken und ein gutes Buch lesen kann.

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EIN ARTIKEL VON
  • Regina Magdalena Smrcka

    Als Sozialarbeiterin spezialisierte ich mich auf die Betreuung von schwerstbehinderten Kindern. Als Ausgleich unterrichtete ich Kinderturnen. Jetzt unterstütze ich meinen Lebensgefährten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam haben wir einen Sohn.


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