Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Von Kindern das Genießen lernen - meinefamilie.at
22. Mai 2017

Von Kindern das Genießen lernen


Es ist ein unglaublich warmer Tag. Wir haben als ganze Familie beschlossen, den Sommer vorauszufeiern und heute Urlaub zu machen, ganz spontan. Laut Gregor ist es dann Sommer, wenn es heiß ist und wir Eis essen können. Das trifft auf heute durchaus zu, auch wenn wir vom offiziellen Sommerbeginn noch einige Wochen entfernt sind.

Die Kinder wünschen sich eine Fahrt zum Donaustrand. Ich bin hundemüde, da ich die letzten paar Tage viel außer Haus gearbeitet habe und würde heute gern mal daheimbleiben. Unser Garten ist doch auch schön… Doch die Jungs sind hartnäckig und können sogar Georg überzeugen, mitzukommen. Na gut. Dann fahren wir eben. Mit Minimalgepäck, bitte! Als Proviant nehme ich ein Blech Pizza mit, Getränke und Obst. Spielzeug darf nur so viel mitgenommen werden, wie die Kinder selbst tragen können. Kurz nach Mittag sind wir auf dem Weg.

Spontaner Kurzurlaub am natürlichen Sandstrand

Der Platz, zu dem wir gerne fahren, ist ein natürlicher Sandstrand. Man muss einen Auwald durchqueren, um ihn zu erreichen. Mit Sack und Pack folgen wir dem Trampelpfad, vorsichtig darauf bedacht, keine der hohen Brennnesseln zu streifen. Einige Minuten später sind wir da. Der Strand ist diesmal nicht besonders groß, da die Donau viel Wasser führt. Aber groß genug, um zu spielen und herumzutollen. Georg und ich machen es uns gemütlich und die Kinder sausen gleich zum Wasser. Sie sind so ausgelassen und fröhlich, dass es eine Freude ist, ihnen zuzusehen. Langsam stellen sich auch bei mir Urlaubsgefühle ein. Es ist herrlich, einen solchen Ort in der Nähe zu haben! Urlaub ohne großes Kofferpacken, ohne Reisestress und – bis auf die Benzinkosten – ohne Geld.

Georg sitzt im Schatten und genießt die Ruhe. Ich liege in der Sonne und genieße das süße Nichtstun. Die Kinder springen vergnügt im Wasser herum, beschmieren sich mit Matsch und Schlamm und spielen Weitspringen im Sand. Jeder findet etwas, das ihm Spaß macht. Etwas später lasse ich mich sogar zu einem kleinen Spaziergang animieren. Doch ins Wasser mag ich nicht. Das ist mir noch zu kalt. Bewundernd beobachte ich die Kinder, wie sie immer wieder hineinspringen. Nach etwa zwei Stunden fahren wir wieder nach Hause. Ich habe das Gefühl, den ganzen Tag hier verbracht zu haben und bin herrlich erholt.

Freiluftkino Bauernhof

Da es noch nicht so spät ist, kann ich nun auch noch unseren Garten genießen. Ich stelle meinen Liegestuhl auf und schreibe nun mit Blick auf die herrlichen Rosen. Gregor genießt einen weiteren Highlight. Der Bauer kommt gerade mit dem Traktor, um von der Wiese nebenan das Heu einzubringen. Schnell holt unser Jüngster seinen kleinen Gartensessel und schaut dem Bauern zu. Dazu schleckt er ein Eis. Freiluftkino vom Feinsten!

Ich gönne mir ebenfalls ein Eis. Es ist ja immerhin so heiß, dass man Eis essen kann. 😉 Ein Stück weit habe ich heute von den Kindern gelernt, was es heißt, das Leben zu genießen. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Und man soll den Sommer feiern, wenn er da ist. Auch wenn das mitten im Mai oder Juni ist….

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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