Henny Lang

Henny Lang "Mein Tagebuch"

Frühlingszeit ist himbeerrosa - meinefamilie.at
9. Mai 2017

Unsere Frühlingszeit ist himbeerrosa


Wenn der Frühling kommt, dann merke ich das nicht nur am wärmeren Wetter, an den Sonnenstrahlen, die uns beim Frühstück durchs Fenster in den Augen kitzeln oder an den freundlicheren Gesichtern, die uns am Weg zum Kindergarten entgegenkommen, sondern an vielen anderen wunderschönen Kleinigkeiten, die ich jedes Jahr gar nicht erwarten kann zu bemerken. Zum Beispiel weiß ich, dass der Frühling da ist, wenn ich wieder mit meiner großen Prinzessin den allmorgendlichen Klamotten-und-Schuh-Konflikt ausfechten muss.

„Nein, fürs Rockerl ist‘s noch zu kalt! … Was? Die Ballerina-Schuchis? In der Nacht hat’s noch geregnet, die sind hin, wenn du auf die Straße gehst … und ich sag dir’s noch einmal, auch wenn die hübsche Elsa statt am Pulli auf einem T-Shirt ist, sie ist und bleibt eine Eiskönigin, und damit passt zu ihr auch am besten eine warme Weste! Basta… Basta eben nicht.

Schmoll – macht die große Prinzessin.

Der kleinen Prinzessin ist’s dagegen wurscht, solange ihr Alice-im-Wunderland-Schirm sowohl Regen- als auch Sonnenschirm sein kann, pfeift sie aufs Wetter.

Woran ich noch bemerke, dass der Frühling da ist? Musik liegt bei uns in der Luft. Und die Musik kann zaubern. Wirklich. Die große Prinzessin ist nämlich eine kleine Wetterhexe. Und das ist nun schon richtig unheimlich. Wenn Mia ihr Sonnenlied singt, klappt das auch. Beim Schneeflöckchen-Lied schneit‘s und beim Regenlied … ja, genau.

„Ich hab die Musik mit meinen Ohren aufgenommen“

Wenn der Frühling endlich da ist, merk ich das also auch daran, daß um kurz vor 6 Uhr morgens eine blonde sehr sommerlich gekleidete Mia-Frühaufsteher-Hexe an meinem Bett sitzt und mir laut ins Ohr singt. Wenn ich Glück hab, ein Sonnenlied.

Ich: Mia, wollen wir nicht den Radio aufdrehen und den ein bisserl singen lassen?
Mia: Sicher nicht! Wir brauchen keinen Radio. Ich hab die Musik aufgenommen.
Ich: Wie denn?
Mia: Mit meinen Ohren. Jetzt hab ich sie immer in meinem Gehirn und kann sie mir immer anhören.
Oder für mich abspielen. Ungefragt. Und Stopp-Taste gibt’s nicht.

Ist der Frühling nicht herrlich? Und er ist so bunt. Nicht tulpenrot, himmelschlüsselgelb oder veilchenblau. Nein, bei uns ist er himbeerrosa, malagabeige und ja, auch schon mal hundekackaschokobraun.

Und dann folgt, was immer bei uns folgt am ersten Frühlingstag: schnief, räusper, hüstel, krächz.

Mia (5 Jahre): Mama, dürfen wir wieder Eis essen? (Zoe, 3 Jahre, hustet im Hintergrund.)
Papa: Aber Zoe klingt ein bissl krank.
Zoe: Nein, nein! Ich kann Eis essen.
Papa: Und warum hustest du dann?
Zoe: Na, die Krankheit muss ja irgendwie raus!
Papa: – sprachlos –

Höchststrafe Eisverbot

Der Papa versteht unsere heiße Liebe fürs Gefrorene nicht. Eis rutscht ihm nicht vom Löffel sondern den Buckel runter. Das Schlimmste für die Kinder und mich jedoch ist, wenn ich Eisverbot erteilen muss. Höchststrafe heißt das. Für die Kinder und für mich. Weil ich ja dann auch keins krieg. Wie sieht denn das aus? Die Mama kauft sich eins und gibt den weinenden Zwergen daneben nichts ab. Na da kann ich mir was anhören von den anderen Erwachsenen im Laden. Ehrlich gesagt ist Eisverbot für mich sogar noch schlimmer als für die Kinder. Denn Eisschlecken gehört für mich zum Frühling wie der erste Schnee zum Winter. Beides hab ich mir schon als Kind in den Kalender eingetragen. Das erste Eis im Jahr – da hab ich eine Tüte daneben gezeichnet, der erste Schnee im Jahr – Schneeflocken oder Schneemann, was sonst. Eisverbot, bäh! Geht gar nicht!

Zoe: Ich hab so Bauchweh!
Ich: Du hast grad Eis gegessen, vielleicht war’s zu viel?
Zoe: Hab sooo Bauchweh!
Zoe geht in die Küche, es raschelt und scheppert. Dann kommt sie mit einer Dose Erdnüsse zurück.
Ich: Ich dachte, du hast Bauchweh?
Zoe: Die Nüsse helfen mir.
Ich: Gegen Bauchweh?
Zoe: Ja, immer.
Ich: Wie denn?
Zoe: Die kitzeln mich im Bauch.
Ich: Und dann lachst du?
Zoe: Ja, und lachen macht doch gesund.

Einen schönen Frühling wünsch ich!

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EIN ARTIKEL VON
  • Henny Lang

    Ich bin Mutter zweier Mädchen (5 und 7 Jahre alt), lebe in Wien und arbeite seit 2001 als freie Journalistin und TV-Redakteurin. Hobbymäßig bin ich Malerin, veranstalte Vernissagen zu meinen Bildern und Bastelnachmittage mit Kindern ganz privat bei mir zuhause.


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1 Kommentare
  • Gabi, 11. Mai 2017, 10:50 Antworten

    Hallo Henny, genialer Artikel :-) und im Speziellen wenn man die kleinen Racker kennt und sich bei den Kommentaren vorstellen kann.

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