Sandra Lobnig

Sandra Lobnig "Mein Tagebuch"

Unser Advent zuhause mit Indianergeheul - meinefamilie.at
28. November 2017

Unser Advent zuhause mit Indianergeheul


Bei uns im Advent wird es besinnlich – und bestimmt auch laut.

„Gott ist in deinem Herzen!“, sage ich zu meiner Dreijährigen und lege ihr die Hand auf die Brust. Ich will ihr vermitteln, dass Gott ihr nahe ist. Dass er sie sehr lieb hat. „Wo ist er?“, fragt meine Tochter. Sie schiebt ihr T-Shirt nach oben, schaut erst auf ihren Oberkörper, dann fragend auf mich. Ich muss lachen. Meine Botschaft ist nicht ganz so angekommen, wie ich mir gedacht habe.

Wieder einmal bin ich froh, dass es letztlich wenig auf meine Erklärungsversuche ankommt, um meinen Kindern die großen Wahrheiten unseres Glaubens näherzubringen.

Gerade jetzt im Advent braucht es sowieso keine großen Worte meinerseits. Wichtiger ist eine Umgebung, in der die Weihnachtsbotschaft von der großen Liebe Gottes unseren Kindern ins Herz fallen kann. Dafür krame ich die adventlichen und weihnachtlichen Bücher und CDs hervor und freu mich selber schon aufs Vorlesen, Musikhören und Singen.

Keine unrealistischen Erwartungen

Unser großer Vorsatz im Advent ist es, das sonst so vernachlässigte Abendgebet mit den Kindern wieder zu beleben. Die Adventkranzkerzen anzünden, ein oder zwei Adventlieder singen, für den Tag danken und Gott unsere Bitten sagen. Kurz und kompakt soll es sein, dafür aber bestenfalls jeden Tag. Ohne zu erwarten, dass es dabei immer harmonisch und besinnlich zugehen wird.

Das scheint mir ohnehin der Schlüssel für den Advent in der Familie zu sein: Keine zu hohen und unrealistischen Erwartungen zu haben.

Meine drei werden auch in der stillsten Zeit im Jahr mit Indianergeheul durch die Wohnung düsen und abends lautstark protestieren, wenn es Zeit zum Schlafengehen ist. Und wenn mir der liebe Gott mit dem Anzünden der ersten Kerze am Adventkranz nicht eine extragroße Portion Geduld schickt, werde auch ich zu oft zu laut werden. Einer schreit immer – warum sollte das im Advent plötzlich anders sein?

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EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


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