Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

motivation hausaufgaben - meinefamilie.at
14. April 2019

Unlust beim Lernen – wie gehe ich damit um?


Dieses Thema hat mich in den vergangenen paar Jahren während unseres Hausunterrichts immer wieder beschäftigt. Dass die Kinder bei dieser Schulform mehr Freiheiten und weniger Druck haben, bedeutet nicht unbedingt, dass sie freudestrahlend und freiwillig immer alles gerne machen. Manche Dinge finden sie super und spaßig, aber es gibt eben auch Bereiche, die erledigt werden müssen und nicht so viel Spaß machen. Das ist bei jedem Kind etwas anders. Sara zum Beispiel mochte Mathe nicht besonders. Bei den Jungs war es meist eher das Lesen und Schreiben. Das war oft ein „Kampf“, die notwendigen Themen durchzuarbeiten! Eine Seite im Mathe- oder Deutsch-Arbeitsbuch konnte da schon mal eine Stunde oder länger in Anspruch nehmen…. Manche Eltern kennen das wahrscheinlich gut von den Hausaufgaben. Es gibt Kinder, die kommen heim, essen, erledigen schnell ihre Hausübung und genießen dann ihre freie Zeit. Ich war selbst eher so ein Kind. Ich wollte das einfach so schnell als möglich hinter mich bringen! Das genügte mir als Motivation.

Dann gibt es aber auch Kinder, die für ungeliebte Aufgaben ewig brauchen. Sie schaffen es nicht, sich innerlich und äußerlich aufzuraffen und die Sache einfach anzupacken. Diese Kinder leiden sehr und ihre Umgebung mit ihnen. Denn es macht weder dem Kind noch der Mama Spaß, einen ganzen Nachmittag mit Hausübungen zu verbringen, wenn man etwas viel Netteres gemeinsam machen könnte!

Wie geht man also damit um?

Ich habe verschiedenste Herangehensweisen versucht, um meine Kinder dazu zu bringen, das zu tun, was sie sollten. Auf eine bin ich, ehrlich gesagt, nicht sehr stolz, doch ich sah keinen anderen Ausweg. Ich war eines Tages so genervt, dass ich dem Kind, das einfach nicht kooperierte, den Ausflug streichen wollte, den wir vorhatten und auf den wir uns alle schon freuten. Es „funktionierte“ zwar, als natürliche Konsequenz, denn wenn man für die eine Sache zu lang braucht, hat man keine Zeit mehr für die andere. Doch irgendwie blieb ein bitterer Nachgeschmack zurück.

Eine weitere solche Variante ist auch, damit zu drohen, die tägliche Spielzeit am iPad zu streichen. Unsere beiden Jüngsten dürfen normalerweise 20 Minuten am Tag spielen. In Notfällen, wenn gar nichts anderes funktioniert, können solche Drohungen zwar Wunder bewirken, denn die Streichung von Privilegien schmeckt keinem Kind, aber trotzdem mag ich es persönlich lieber, positiv zu motivieren.

Positive Motivation

Wie kann man also einen Weg finden, das Kind positiv anzuregen, seine Aufgaben flott zu erledigen?

  • Erstens finde ich es wichtig, die Aufgaben konkret zu nennen und einzugrenzen. Das Kind muss genau wissen, wie viel es zu tun hat. Bei uns sind das z.B. drei Seiten im Arbeitsheft und eine Seite Lesen. Das ist ein überschaubares Pensum.
  • Um den großen Berg gut zu schaffen, ist es hilfreich, ihn in kleinere Etappen aufzuteilen, mit einer kleinen Verschnaufpause dazwischen. Also einmal eine Seite schreiben, dann fünf Minuten kuscheln. Noch eine Seite schreiben, dann zehn Minuten zeichnen. Nach der dritten Seite eine kleine leckere Jause draußen an der frischen Luft u.s.w. Das motiviert und schont die Nerven auf beiden Seiten. 😉
  • Eine Belohnung am Ende hilft natürlich auch. Aber der Sinn von Erziehung sollte meiner Meinung nicht sein, nur Strafen zu vermeiden oder Belohnungen einzuheimsen. Das Erledigen notwendiger Tätigkeiten sollte etwas Normales sein, zu dem man sich eben überwindet. Am Anfang braucht diese Überwindung eventuell einen extra Anreiz durch Lob oder Belohnung. Aber letztendlich sollte ein Kind lernen, dass es an und für sich lohnend ist, an Herausforderungen zu wachsen und den inneren Schweinehund zu überwinden.
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