Claudia Umschaden

Claudia Umschaden "Mein Tagebuch"

talente fördern - meinefamilie.at
29. Januar 2019

Talente fördern


Es ist Sonntag 6:45 und wir sitzen im Auto Richtung Parndorf. Wir sind (außer mir) mein Mann, meine beiden Buben im Kindergartenalter und unsere 10-jährige Tochter. Wir sitzen also im Auto und fahren zu einem Fußballturnier in Parndorf, an dem meine Burschen teilnehmen dürfen.

Jeder halbwegs normale Mensch würde uns fragen, warum macht ihr das? Wer steht freiwillig am Sonntag um 6:00 auf? Also ja, wir! Und wir machen das, weil Fußballspielen eine Leidenschaft unserer Burschen ist und sie bereits wöchentlich im Verein trainieren und für sie dann die Matches und Turniere am Wochenende eine riesige Freude sind. Aber muss das sein, könnte jemand nachhaken? Kann man nicht einfach zu Hause spielen und Freude haben? Natürlich kann man das und das tun meine Burschen sowieso. Es war auch nicht unser Wunsch, dass sie zum regelmäßigen Training gehen. Sie selbst wollten es.

Sie selbst wollen es noch immer, obwohl es anstrengend ist, obwohl sie manchmal früh aufstehen müssen, obwohl sie manchmal auf etwas Verzichten müssen, weil gerade Match ist.  Aber sie möchten wirklich gerne trainieren und Fußball spielen und haben große Freude, wenn sie neue Tricks lernen und umsetzen können. Und wir Eltern haben große Freude, wenn wir ihren Eifer, ihre Freude und ihre Spiele sehen. Wenn wir sehen, was für Fortschritte sie machen, wie ihre Augen glänzen und  ihre verschwitzten Gesichter nach einem Spiel strahlen. Sollten wir es ihnen also verbieten, weil sie zu jung sind, weil es zu anstrengend ist, weil wir keine Zeit haben, weil wir vielleicht lieber eine andere Freizeitbeschäftigung für sie hätten? Sollten wir es ihnen also verbieten und dadurch ihre ganze Energie und innere Motivation bremsen und stilllegen?

talente fördern2 - meinefamilie.at

Eigenmotivation meines Kindes

Nein! Als Erzieher werde ich die Eigenmotivation meines Kindes unterstützen. Was ist Eigenmotivation? Es bedeutet sich etwas stark genug zu wünschen, um aktiv nach der Erfüllung des Wunsches  zu streben.  Im Falle meiner Burschen wünschen sie sich nichts mehr als möglichst oft mit Gleichaltrigen Fußball zu spielen und zu trainieren. Ihre Motivation entspringt dem Wunsch, diese Sportart immer besser zu beherrschen und sich dadurch weiterzuentwickeln. Ein anderes Kind möchte vielleicht gern ein Instrument erlernen, ein anderes eine Sprache, noch ein anderes möchte die schönsten Bilder malen. All das sind Talente, die wir Eltern an unseren Kindern entdecken dürfen und fördern möchten.

Herausforderungen  sind gut für uns und unsere Kinder

Sie helfen uns, zu lernen und zu wachsen. Der biologische Lohn für eine bewältigte Herausforderung ist die Aktivierung von Dopamin, der uns gute Gefühle beschert. Je schwieriger die Aufgabe war, desto mehr werden wir durch Freude belohnt. Dopamin ist quasi der Treibstoff, der unsere Motivation erhält, beharrlich weiterzumachen und ein Ziel zu erreichen. Daher haben Kinder oft ganz viel Geduld und Ehrgeiz im Erlernen einer Sache: erstens, weil sie es selbst wollen und zweitens, weil die Freude nach der Anstrengung besonders groß ist.

Kinder brauchen auch Herausforderungen: eine Herausforderung besteht aus Anstrengung und Freude. Ohne Anstrengung keine Freude.

Anmerkung am Rande: nur mein Wille, dass mein Kind etwas tut, ist in dem Fall zu wenig und Fehl am Platz. Denn unter Druck kann niemals die eigene Motivation in Gang gesetzt werden. Motivation von außen hilft vielleicht, dass mein Kind etwas erlernt, aber mein Kind wird dabei niemals Freude erleben und in dem Moment, wo der Druck bzw. die Motivation wegfällt, ist es vorbei mit dem Tun meines Kindes.

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In der Erziehung meines Kindes darf ich die Originalität, die Einmaligkeit, die Besonderheit, die Unwiederholbarkeit meines Kindes nicht aus den Augen verlieren.  Ich habe 5 Kinder und jedes ist anders … jedes von Ihnen hat andere Talente, Begabungen, Temperamente, Charaktereigenschaften. Als Mutter/Vater darf ich die Einmaligkeit meines Kindes bestaunen und gleichzeitig meinem Kind helfen,  sein eigenes Ich zu entdecken – zu entdecken, welche originellen Anlagen,Talente, Begabungen es hat. Und ich darf mein Kind darin unterstützen und fördern, diese Talente auszuüben. Auch wenn dann am Sonntag bereits um 6.00 der Wecker läutet :o)

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EIN ARTIKEL VON
  • Claudia Umschaden

    Als Mutter stehe ich – trotz meiner pädagogischen Ausbildung – immer wieder vor neuen Herausforderungen. Ich habe fünf Kinder im Alter von 14, 13, 8, 4 und 2 Jahren und jedes ist anders. Als Familientrainerin möchte ich meine Erfahrungen teilen und Wege aufzeigen, wie es möglich ist, mit Freude Familie zu leben!


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