Karolina Putz

Karolina Putz "Mein Tagebuch"

tablet das kindern das liebste - meinefamilie.at
1. Juli 2018

Tablet – Den Kindern das Liebste?


Um meinen Sohn in einen erholsamen Schlaf zu entlassen, gingen wir die schönen und unschönen Dinge des Tages noch einmal gemeinsam durch. Die Antwort auf die Frage, was ihm denn heute besten gefallen hat, ernüchterte mich.

Der Tag begann um 7.00 Uhr mit dem Wecksignal. Glücklicherweise gibt es die Schlummertaste. Unser Dreijähriger lag wie immer ausgebreitet in unserem Bett. Wir nutzten die Gunst der Stunde und machten Frühstück. Bald vernahmen wir leises Tappen von Kinderfüßchen im Flur. „Komm mein Schatz,“ ich setzte Maximilian zu seinem Kakao zum Frühstückstisch. „Gut geschlafen?“ fragte Papa Erwin wie jeden Morgen, „was steht heute am Programm?“

Wir haben viel vor

„Maximilian geht zur Tagesmutter. Rebecca und die Kinder warten schon auf dich. Rebecca sagte gestern, sie hat das Trampolin im Garten wiederaufgebaut. Ich arbeite am PC,“ erzählte ich. Unbeeindruckt nahm Maximilian seinen nächsten Schluck Kakao. „Um Eins hol ich dich ab, Max. Später treffen wir Elias und seine Mama im Tiergarten. Super oder?“ Ja, das fand er ganz toll. Beim Tischabräumen fragte er:„bissi schauen?“ Nein, jetzt durfte er keine Kindersendung am Tablet anschauen. Sein ärgerliches Weinen zog sich vom Schuhe anziehen bis ins Auto. „Wenn wir mittags nachhause kommen, darfst du etwas Zeichentrick schauen“, versprach ich ihm. Damit war er einverstanden.

Um eins lief mir Maximilian bei der Tagesmutter lachend entgegen. Er hatte den Vormittag mit den Kindern und Rebecca im Garten verbracht. Sie hatten das Trampolin getestet und Fangen gespielt. Krümel, die Katze, verzog sich dann hinter die Coach. Zu Mittag ließen sie sich Faschierte Laibchen schmecken. Ein guter Vormittag würde ich sagen. Als unser Auto zur Hauseinfahrt hineinbog, vernahm ich leise vom Rücksitz: „Bissi schauen?“ Klar, er vergaß nichts. Zuhause angekommen genoss er faszinierende Geschichten am Tablet. Nur unter Protest gab er es wieder ab.

Beim Zubettgehen fragte ich Maximilian nach der Gute-Nacht-Geschichte, was ihm denn heute am besten gefallen hat. „Schauen!“

Wir verbrachten eine Ruhestunde zuhause, dann ging es los in Richtung Zoo. Voller Energie starteten Maximilian und Elias zum Bärengehege, beobachteten Elche, Vögel und Schlangen. Am kleinen Traktor fuhren sie auch. Uns Müttern machte es Spaß, die Tiere in Kinderaugen zu erleben und den Nachmittag an der frischen Luft zu verbringen. Zum Abschluss ließen wir uns ein erfrischendes Eis schmecken.

Faszinierende Geschichten am Tablet

„Bissi schauen?“ vernahm ich zuhause beim Schuhe-Ausziehen. Die Dringlichkeit in seiner Stimme war nicht zu überhören. „Ok. Fünfzehn Minuten. Wenn es bimmelt, schalten wir aus,“ sagte ich streng und stellte den Timer ein. Voller Konzentration starrte mein Söhnchen ins Tablet. Erneuter Prostest am Ende. Zum Glück fand er im Bewässern des Rasens mit dem Gartenschlauch eine akzeptable Alternative.

Beim Zubettgehen fragte ich Maximilian nach der Gute-Nacht-Geschichte, was ihm denn heute, wo doch so viel los war, am besten gefallen hat. Was denkt ihr? „Schauen!“

Verantwortungsvoller Umgang

Die Antwort ernüchterte mich. Sie bestätigte mich aber auch in meiner Ansicht, dass die Medien und die neue Technologie heutzutage zum Leben dazugehören. Unsere Kinder wachsen damit auf. Darum ist es für mich wichtig, dass ihre Nutzung zeitlich kontrolliert verläuft und der Großteil des Tages aus Aktivitäten besteht, die den Körper, die Feinmotorik sowie die Phantasie fördern.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karolina Putz

    Beruflich bin ich als freie Journalistin und Projektmanagerin tätig. Privat bietet das Leben mit unserem dreijährigen Sohn so allerhand Überraschendes, Freudiges aber auch Dinge zum Aus-der-Haut-fahren.


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