Manuela Fletschberger

Manuela Fletschberger "Mein Tagebuch"

so komme ich in der krise durch den tag …
2. April 2020

So komme ich in der Krise durch den Tag


Mein normaler Alltag ist herausfordernd. Da gibt es viel zu tun. Das Arbeitspensum ist hoch, aber was ich tue versuche ich mit dem Herzen zu tun. Das hilft mir. Herzblut erleichtert, beflügelt und gibt Kraft.

Und dennoch gibt es da Überforderung

Wird aus HERAUSforderung ÜBERforderung, dann stehe ich manchmal vor einem unüberwindlichen Berg. Dann kommt der unattraktive Tunnelblick auf mein Gesicht. Dann werde ich laut. Dann reißen meine Nerven wie billige Nähfäden in der Nähmaschine. Aber mit den Jahren des Dazulernens, habe ich für solche Situationen einen Joker gefunden, der mir verlässlich hilft.

Lobpreis!

Und auf diesen Joker baue ich auch jetzt in der Coronakrise: Lobpreis! Gott zu loben und zu preisen bahnt mir oft auf unglaubliche Weise einen Weg. Meist fällt mir, wenn es kritisch wird, ein passendes Lobpreislied ein. (Momentan hoch im Kurs bei mir: „Ströme lebendigen Wassers“). Wird es bei der momentanen, außergewöhnlichen Verdichtung an Lebensenergie bei uns Zuhause in meinem Herzen brenzlig, dann bewirkt ein Lobpreislied auf meinen Lippen innere Beruhigung. Mein Adrenalinspiegel sinkt spürbar. Ruhe und innerer Frieden machen sich breit.

Sehr gerne höre ich den amerikanischen Lobpreissender „K-love“. Besonders jetzt hilft er mir durch den Tag, die Impulse zwischendurch führen mich ins Gebet, vertiefen meinen Glauben, helfen mir Oberwasser zu behalten.

Lasse ich mich auf die Liedtexte ein, ergreifen sie mein Herz. Nicht selten halte ich dann beim Kochen inne. Ein Schauer überkommt mich und plötzlich ist alles sonnenklar für mich. Wie konnte ich jemals zweifeln, dass Gott der „Waymaker“ (Leeland) ist. Der Text trägt meine Gedanken fort: „Waymaker, miricale worker, promise keeper, light in the darkness…“

Manchmal sprechen die Liedtexte so in mein Leben hinein, dass ich nur staunen kann.

So zum Beispiel hat mich das Lied „There is another in the fire“ (Hillsong United) gerade jetzt, da wir uns Zuhause manchmal eingeengt fühlen sehr berührt. Zu Deutsch heißt es hier: „Da ist Gnade, wenn das Herz unter Beschuss steht; ein Ausweg, wenn die Wände einen einengen. Da war noch wer im Feuer, mir zur Seite stehend. Da war noch wer im Gewässer, die Wellen zurückhaltend.“ Voller Verwunderung höre ich diesen Text und bin wie verwandelt: stärker, mutiger, positiver. Lobpreis kann ein echter Rettungsanker sein, gerade in einer Zeit, in der es wenig Normales gibt.

Ich erinnere mich an einen Vortrag von Pater Luc Emmerich auf Radio Maria (ausgestrahlt in der Lebenshilfe Sendung am 12.4.2016), in dem er über das Loben und Danken gesprochen hat.

Zusammengefasst hat er gesagt

„Dankbarkeit und Lob bewirken inneren Frieden!…Achte darauf, dass in dir keine negative innere Welt herrscht!…Wenn du im Leid lobst, weicht die Bitterkeit und Frieden kommt…Sei mutig, lobe im Leid, und alles wird sich verändern!…Steig aus dem Jammern und Beschweren aus. Es vergiftet alles. Es ist ein Gift, das du dir selbst gibst. Du ziehst dich selbst damit runter.“

„Wenn wir Gott loben, dann verändert sich etwas: Gottes Kraft beginnt dann sichtbar in unsere Situation hineinzufließen. Dann können zwei Dinge passieren: Entweder erleben wir echten Frieden und Freude, trotz widriger Umstände, oder die Situation selbst verändert sich. Durch Lobpreis öffnen wir Gottes Kraft die Tür.“, so schreibt Merlin Carothers in seinem Buch „Leben in neuen Dimensionen“, in dem er sich mit der Kraft des Lobpreises beschäftigt.

Passend dazu hat mir meine Freundin vor einigen Tagen am Telefon erzählt, dass sie, seit ihre Kinder nicht mehr in die Schule gehen, als Fixpunkt am Vormittag eine kleine Lobpreiseinheit eingeführt haben. Nur zwölf Minuten. Seither ist es auch bei uns ein Fixpunkt und ich kann nur bestätigen.

Something has changed!

Ich ermutige alle Eltern: Wenn wir zwischen Homeschooling und Homeoffice zu rotieren beginnen, wenn Homelearning und Homeactivities uns ins Strudeln bringen, wenn ein liebevolles Miteinander schwer fällt: Setzen wir den „Lobpreis-Joker“ ein! Denn „Gott hat keine Angst vor unmöglichen Situationen“ so singt es Sanctus Real in „Unstoppable God“.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Manuela Fletschberger

    Ich bin seit 2004 verheiratet und Mama von vier Söhnen. Auch wenn unser Familienleben durchaus chaotisch ist, liebe ich es sehr – denn dort lebe ich meine Berufung. Beruflich darf ich mein Herzensthema „Mamasein“ und meine Leidenschaft Texte zu schreiben verbinden: als Herausgeberin des Müttermagazins SONNE IM HAUS. Ich liebe tiefgehende Gespräche, besonders jene mit meinem Mann und versinke gerne zwischen den Seiten eines guten Buches.


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