Katharina Zauner

Katharina Zauner "Mein Tagebuch"

Selbstreflektion in der Erziehung
18. Oktober 2019

Selbstreflexion in der Erziehung


Ich saß heute mit meiner Tochter (3) in einem Restaurant beim Mittagessen, als ich am Nebentisch bei einem Gespräch zwischen Mutter und Sohn zuhören „musste“. Das Kind war höchstens 3 Jahre alt und saß eigentlich brav am Tisch, jedoch in einer kleinen buckligen Haltung, da es anscheinend nicht wirklich Lust hatte zu essen. Ansonsten war es eigentlich ruhig und entspannt.

Da fing die Mutter auf einmal an sich bei ihm zu beschweren: “Setz dich ordentlich hin!“

Woher soll ein Kleinkind wissen, wie man „ordentlich“ sitzt?

Darüber musste ich auf einmal nachdenken. Lustigerweise hört man solche Aussagen ja öfters, wie „Geh‘ ordentlich!“ Ich muss zugeben, dass mir das sicherlich auch schon das ein oder andere Mal ausgerutscht ist. Ist mein Gemütszustand jedoch relativ entspannt, versuche ich doch etwas in mich zu gehen, selbst zu reflektieren und zu überlegen, wie ich mit meinen Kindern umgehe.

Denn ich bin das Vorbild – und ich habe die Füße unter dem Tisch. Auch die richtige Haltung spielt eine Rolle, sowie die eigenen Tischmanieren werden von den kleinen Zwergen rasch abgeschaut und nachgemacht.

Selbstreflektion in der Erziehung
(c)iStock

Man sollte nicht übertreiben

Noch so eine Sache, die mir heute aufgefallen ist, war der Moment, als der kleine Bub sein Hühnchen Chop-Suey gegessen hat. Die Mutter versucht auf einmal die Reihenfolge der Nahrungszufuhr zu bestimmen: „Zuerst ein Löffel Brokkoli, dann ein Stück Karotte, dann erst die Nudel“. Also warum bestellt sie sowas für ihr Kind, wenn es nicht mal selbst aussuchen darf, wie es das Gericht verspeist?

Wenn man solche Befürchtungen hat, hätte man doch gleich einen Gemüseteller bestellen können, oder?

Ich würde „narrisch“ werden, wenn mir jemand sagen würde, in welcher Reihenfolge ich essen soll?

Oft denkt man über solche Aussagen gar nicht weiter viel nach und denkt sich nichts dabei. Doch als Kind kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man sich denkt „Was will sie jetzt von mir?“ Daher ist es immer wieder gut sich Zeit dafür zu nehmen, über sich selbst und das eigene Verhalten gegenüber seinen Kindern zu reflektieren.

Sich die Zeit dafür zu nehmen, ist es wert.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Zauner

    Ich bin zweifache Mädchen-Mama, seit 2015 glücklich verheiratet und lebe seit meiner Geburt in Wien. Meine Wurzeln sind aus der wunderschönen Insel Taiwan in Südostasien, wodurch auch meine Kinder trilingual erzogen werden. Als diplomierte Touristikkauffrau und selbstständige Pädagogin bin ich überzeugt von alternativ-pädagogischen Ansätzen.


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