Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Bäckerduft - meinefamilie.at
20. Februar 2017

Seelisch auftanken in der Bäckerei


Wenn es draußen so richtig kalt ist, beschränken sich meine Spaziergänge oft auf einen flotten Marsch durch die Stadt. Ich erledige gerne Dinge zu Fuß, und, sofern das möglich ist, allein. Dann kann ich die Zeit gleich dazu nützen, mir selbst etwas Gutes zu tun. Ich bin ohnehin den Großteil des Tages mit unseren Kindern und ihren Bedürfnissen beschäftigt, da mache ich Besorgungen gern zu einer Zeit, wo ich für mich selbst “sorge”. 🙂

Warmes Süßes tut der Seele gut

Eines dieser guten Dinge stellt unsere Bäckerei dar. Ich liebe es, bei kaltem oder nasskaltem Wetter dort vorbeizugehen und den warmen, süßen Duft einzuatmen! Meist folge ich dem verführerischen Geruch in den Verkaufsraum.

Egal, wo ich bin, ob in unserem kleinen Provinzstädtchen oder in einer Großstadt, der Besuch in einer Bäckerei ist für mich immer etwas Besonderes. Es ist wie ein Stück Heimat, das mir Geborgenheit vermittelt. Ich kann mich nicht erinnern, als Kind oft in einer Bäckerei gewesen zu sein, denn bei uns am Land wurde das Brot in einem Bus ausgeliefert. Doch ich erinnere mich an die vielen Male, wo meine Oma oder meine Mama etwas gebacken hatten. Dann roch es genauso süß im ganzen Haus und ich freute mich schon auf den ersten Bissen der Köstlichkeiten! Später, als Au-Pair-Mädchen in Paris, vertrieb ich mir so manchen Seelenschmerz mit einem frischen Brioche. Es geht nichts über ein ofenwarmes Stück Gebäck, wenn es draußen kalt ist – sei es nun tatsächliche Kälte oder emotional gefühlte!

Für mich sorgen, um für andere da zu sein

Vielleicht ist es einfach nur die Kombination aus “warm” und “süß”, die es für mich so besonders macht? Kleine Kinder und Babys lieben diese Dinge ja auch: warm eingekuschelt zu sein und etwas Süßes zu trinken oder essen. Das entspannt, beruhigt, schenkt Geborgenheit.

Wenn ich also unterwegs bin, vielleicht sogar gestresst und mit einer riesigen To-Do-Liste, gönne ich mir manchmal bewusst eine Pause in der Bäckerei, um körperlich und seelisch aufzutanken.

Ich bewundere all die kunstvollen Naschereien und nehme mir irgendetwas Gutes mit auf den Weg. Manchmal hab ich dann noch eine Extra-Inspiration und kaufe für die ganze Familie Mehlspeisen, die wir dann gemeinsam mit einer Tasse Kakao genießen. Ich merke, wie wichtig es ist, gut für mich zu sorgen, um dann auch wieder für die anderen da sein zu können!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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