Markus Stegmayr

Markus Stegmayr "Mein Tagebuch"

28. August 2019

Schulstart: Was für uns jetzt besonders wichtig ist


Die Schulferien sind (so gut wie) vorbei. Die unbeschwerte Leichtigkeit des Seins damit auch. Wir bemühen uns Jahr für Jahr zum Schulstart wieder Ordnung in die relative Strukturlosigkeit des Ferien-Zwischenraums zu bringen.

Denn das ist, was die Ferien für uns sind: Ein zeitlich exakt abgrenzbarer Zwischenraum, in dem der Alltag temporär außer Kraft gesetzt ist. Es heißt in der Früh nicht mehr stets zum gleichen Zeitpunkt aufstehen, Frühstück richten, Jause vorbereiten und noch einmal drüber schauen, ob tatsächlich alle Hausaufgaben gemacht wurden und wirklich alle relevanten Utensilien den Weg in die Schultasche gefunden habe.

Vorfreude auf den Schulstart

Jahr für Jahr freuen wir uns als Familie darauf, diese Abläufe für einige Zeit vergessen zu können. Ab dem ersten Tag fühlt es sich wie eine Art von Befreiungsschlag an. Wir sind jetzt nur mehr Familie, können unseren Tagesablauf selbst bestimmen, sind nicht mehr abhängig von Terminen und Strukturen, die uns von außen aufgezwungen werden und die unser Leben so sehr definieren und einrahmen.

(c) iStock

Das genießen wir einige Zeit lang. Zwischendurch geht uns diese Struktur von „außen“ dann aber ab. Wir merken, dass es gar nicht so einfach ist, alles selbst zu planen und die richtige Balance zwischen Freiheit und geschaffenen Fixpunkten zu schaffen. Ich bin der festen Überzeugung, dass „reine“ Freiheit nicht nur Erwachsene, sondern vor allem auch Kinder überfordert. Auch in den Ferien gilt es also gewisse Abläufe zu etablieren, wenngleich die „Zügel“ diesbezüglich natürlich ein wenig lockerer gehalten werden können.

Neuerliche Etablierung

Damit ist auch schon die Challenge beschrieben, der wir uns Jahr für Jahr stellen müssen. Wir müssen akzeptieren, dass es nicht nur wir sind, die den Rahmen unseres Lebens und unserer Lebensabläufe bestimmen und konstruieren. Wir bemühen uns jährlich das auch als Erleichterung zu sehen. Letzten Endes kann es nämlich auch eine Entlastung sein, wenn sich Strukturen und Abläufe ganz wie „von selbst“ ergeben und man sich nicht nur ausschließlich selbst darum kümmern muss.

Dennoch sind die ersten Tage, wieder zurück im Schulalltag, sehr hart. Das deutlich frühere Aufstehen führt – no na net – zu müden Kindern. Die bis vor den Ferien bestens eingespielten Handgriffe und Arbeitsabläufe (sprich: Frühstück, Schultasche und Co.) sind plötzlich mühsam und wollen noch nicht so ganz rund und wie automatisiert ablaufen. Das wiederum führt zu erschöpften Eltern.

Lösungen?

Die allererste Lösung ist Akzeptanz und Geduld. Akzeptanz, wie bereits geschrieben, dass kein Familienleben völlig selbstbestimmt sein kann und diese Tatsache auch etwas Beruhigendes und Erleichterndes hat. Eine Möglichkeit zur Erleichterung des Wiedereinstiegs ist es auch, schon vor Schulbeginn die Kinder wieder langsam an frühere Aufstehzeiten heranzuführen und ganz generell wieder mehr Strenge Einzug halten zu lassen.



EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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