Markus Stegmayr

Markus Stegmayr "Mein Tagebuch"

21. September 2021

Schulstart: Was Eltern und Kinder von diesem Tag lernen können


Der erste Schultag in einem neuen Schuljahr ist längst nicht so aufregend wie der erste Schultag überhaupt. Aber manche Dinge ändern sich nie. Was können Eltern und Kinder daraus lernen?

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Eigentlich sind sich Eltern und Kinder bewusst, dass es jetzt an der Zeit wäre, Vorbereitungen zu treffen. Einkaufen zu gehen, ein wenig zu üben, Zettel auszufüllen und diverse Nachrichten durchzuforsten, die jetzt von Lehrer- und Direktorenseite einzutrudeln beginnen. Doch das wird beiseitegeschoben. Es bleibt schließlich noch Zeit. Am Wochenende vorm Schulstart bricht schließlich das Chaos herein und macht einen Teil des Erholungswertes von einem unbeschwerten Sommer und von Urlaubstagen zum Teil zunichte. Schulutensilien wollen noch gekauft werden, diverse Corona-Test-Einverständniserklärungen ausgefüllt und wo war noch einmal der Schülerausweis? Zudem ist man eigentlich schon zu spät dran und hätte bereits vor zwei Tagen die Tage bekannt geben müssen, in denen die Kinder Nachmittagsbetreuung benötigen.

Am Abend vor dem Schulstart gilt es dann noch letzte Formulare auszufüllen. Das sind dann meist auch Momente, in denen der Drucker spontan streikt und man ins Büro stiefeln muss, um doch noch zu Ausdrucke zu kommen, die am nächsten Tag dann fein säuberlich in einer schönen Mappe eingepackt werden sollten.

Alles gelingt dann doch noch, wenngleich mit Schweißperlen und einer guten Portion von Improvisationstalent. Am ersten Schultag im neuen Schuljahr stehen dann beide Mädels (9 und 12) gegen 7.30 Uhr geriegelt und gestriegelt, mit dem jeweils auch am Tag zuvor ausgewählten Outfit, mit der richtigen Frisur und den richtigen Unterlagen bei der Wohnungstür und winken fröhlich.

Es war doch nicht, oder?

Selbst atmet man dann durch. Es ist wieder gelungen. So wie jedes Jahr. Es war aber nicht wenig stressig. Wie jedes Jahr. Die Frage liegt also auf der Hand: Braucht man diesen Stress selbst, um richtig zu „funktionieren“? Oder liegt es an der elterlichen Unfähigkeit, die Dinge zur richtigen Zeit zu erledigen bzw. diesen Zeitpunkt zu erkennen?

Gelassenheit lässt Pläne und Wege dort auftauchen, wo man sie am wenigsten vermutet.

Genau über diese Fragen kann man jedenfalls mit seinen Kindern nachdenken. Gibt so etwas wie den perfekten und richtigen Zeitpunkt? Lohnt es sich die Ferien und die Ferienstimmung so lange wie möglich zu erhalten oder soll man Teile des Schulalltages, etwas lernen und vorbereiten, schon vorher langsam in die Ferientage „einschleifen“?

Ein paar Schlüsse lassen sich aber schon vorab ziehen: Offenbar braucht man diesen Stress ein wenig. Diesen Alarm-Call, der von der Zeit selbst vorgegeben wird. Dann wird man aktiv, arbeitet auf Hochtouren, ist hellwach und arbeitet alles präzise ab. Womöglich ließe sich noch der Chaos-Faktor minimieren und damit die Präzision sogar noch etwas steigern.

Vor allem aber ist eines wichtig: Gelassenheit! Denn auch im ärgsten Chaos, das es wie gesagt zum Teil zu vermeiden gälte, funktioniert mehr als man eigentlich annimmt. Die Gelassenheit ist aber die beste Zutat, um der eigenen Lust am Improvisieren noch den nötigen Drive zu gehen. Denn nichts konterkariert diese so sehr, als Situationen, in denen man weder ein und noch aus weiß. Gelassenheit lässt Pläne und Wege dort auftauchen, wo man sie am wenigsten vermutet.

Ob es also zu Beginn des nächsten Schuljahres zumindest etwas anders sein wird? Gut möglich. Aber gar nicht so wahrscheinlich. Aber ein paar Parametern könnte man schon abarbeiten. Oder zumindest darüber nachdenken, was im Jahr darauf besser laufen könnte.



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  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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