Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

3. April 2018

Schritt für Schritt – ganz schön fit!


Ich hab ein neues „Spielzeug“ für mich entdeckt. Mein Mann hat vor einiger Zeit eine Gesundheitsapp aufs Handy geladen – mit einem Schrittezähler. Am Ende eines Tages kann man damit genau feststellen, wie viele Schritte man den ganzen Tag gemacht hat, vorausgesetzt, man hat das Handy überall dabei. Heute zum Beispiel war ich nur einmal kurz spazieren, was vom Supermarkt besorgen, sonst bin ich den ganzen Tag im Haus auf und ab gesaust. Die Kinder waren krank und brauchten ca. 1000 Dinge, vom Keller bis zum 2. Stock waren das schon einige Höhenmeter….;-)

Aus Neugier wird Motivation …

Am Abend hab ich dann sehr gespannt nachgesehen, wie viele Kilometer sich da heute angesammelt haben. „Nur“ vier Kilometer oder 5.797 Schritte? Das kann nicht stimmen! Ich bin die ganze Zeit herumgelaufen, mal hierhin, mal dahin. Das waren mindestens 6-7 km! Das Handy hatte ich ja nicht die ganze Zeit dabei, das wird der Grund sein. „Aha“, beobachtete ich mich selbst. „Ist da jemand ein wenig ehrgeizig geworden? Seit ich an manchen Tagen über 10.000 Schritte absolviert habe, bin ich mit weniger bald schon nicht mehr zufrieden?“ Innerlich musste ich über mich selbst lachen. Es ist schon auffallend, dass ich neuerdings immer wieder überlege, zu Fuß zu gehen, anstatt mal kurz eine Erledigung mit dem Auto zu machen, nur um meinen Bewegungsschnitt zu heben…

… und Ehrgeiz

Morgen, nehme ich mir vor, werde ich das Handy die ganze Zeit bei mir haben. Ab und zu werde ich es auf lautlos schalten, denn ich möchte ja nicht ständig erreichbar sein müssen. Aber jeder einzelne meiner Schritte wird gezählt werden. Dann schau ich mal, wie ein realistischer Tag mit kranken Kindern aussieht. Es geht ja hier nicht um Spitzensport, sondern um ganz normale Fitness und ein bisschen Unterhaltung! Den Kindern habe ich das Ding neulich gezeigt, als wir gemeinsam spazieren waren und so ungefähr alle 100 Meter haben sie mich gefragt, wie viele Schritte wir nun gegangen sind. Kinderschritte sind natürlich kleiner, also waren es für sie immer mehr als für mich… Da waren sie ganz besonders stolz!

Spaß muss sein

Vielleicht lässt sich das ja ins Kinderkranken-Unterhaltungsprogramm morgen einbauen. Ich fürchte nur, dass aus den 1000 Anfragen dann noch mehr werden und sie mich ständig unnötig herumschicken – besonders die vielen Stufen in den Keller… Einfach, weil’s Spaß macht. Eine Zeitlang ist es für mich sicher auch ein Spaß. Und wenn es für mich dann nicht mehr lustig ist, leg ich das Handy einfach weg. Bin ja nicht die Sklavin von irgendwem. Basta.

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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