Markus Stegmayr

Markus Stegmayr "Mein Tagebuch"

7. Juni 2021

Paarzeit: Zeit zu zweit in Öffnungszeiten


Die kargen Zeiten sind vorerst vorbei. Die Hallenbäder, Saunen, Wellnesshotels, Kulturräume und Restaurants haben wieder geöffnet. Von der Pandemie gezeichnete Eltern haben somit wieder mehr Freiräume und Möglichkeiten.

Die Kinder zu Bett bringen, gemeinsam eine Serie schauen, dazu ein wenig auf der Couch kuscheln und dann selbst erschöpft einschlafen: Das war lange Zeit die Realität vieler Eltern in ihrer „kinderfreien“ Zeit. Alternativ dazu empfahl sich, schließlich kann die Große (12) schon den Schlaf der Kleinen (9) überwachen, ein gemeinsamer abendlicher Spaziergang zur sogenannten psychischen Erholung.

Jetzt, da lange ersehnte Öffnungsschritte gesetzt wurden, bieten sich andere Möglichkeiten. So viele, dass wir persönlich gar nicht hinterherkommen, alles zeitnah umzusetzen. Denn schließlich haben nicht nur Gastronomie, Hotellerie & Co. geöffnet, sondern auch in Sachen Beruf scheint wieder das große Öffnen angesagt zu sein. Es gilt viele Veranstaltungen zu organisieren, viele verschobene Abendtermine nachzuholen und nicht zuletzt natürlich als Journalist wieder Kultur zu beschreiben und zu rezensieren.

Doch die Planungen laufen. Erste Daten sind schon freigehalten und geblockt, Omas schon eingeladen, damit die Eltern endlich mal wieder gewissermaßen vom Familienalltag entfliehen können. Die jetzt folgende Aufzählung soll damit eine Art für und von uns „abzuarbeitende“ Liste sein, die womöglich auch das eine oder andere Paar inspirieren mag.

Punkt 1: Ein Wochenende in einem Wellness-Hotel.

Wir erinnern uns zurück an unbeschwerte Zeiten, als wir uns von Zeit zu Zeit ein solches Wochenende gegönnt haben. Der Tagesplan war gänzlich anders. Wir schliefen so lange wir wollten, frühstückten ausgiebig, machten ausgiebige Sauna-Gänge und mussten uns für intimes Zusammensein ausschließlich nach unserer Lust und nicht danach richten, dass die Kinder tief und fest schlafen. Bald wird es all das wieder geben.

Punkt 2: Ein gemeinsamer Konzertbesuch.

Fast hätten wir schon vergessen, wie gut es tut, gemeinsam auf ein Konzert zu gehen. Je nach Kontext, ob Popkultur oder Hochkultur, hören wir uns dazu im Vorfeld Lieder der Band an oder lesen und Programmbücher durch. Die damit forcierte freudige Erwartungshaltung in Bezug auf die Live-Manifestation entlädt sich dann beim gemeinsamen Beiwohnen des Gigs. Das befreit!

Punkt 3: Paarabende

Nicht nur Männerabende haben gefehlt, sondern auch Paarabende in einem Restaurant. Denn diese sind weit mehr als nur „Nahrungsaufnahme“, egal wie gut das Essen auch sein sollte.

Denn spätestens wenn man vom Service rundherum und doch galant und unmerklich gehegt und umsorgt wird, ist der Familienalltag mit Kochen, Putzen und Zusammenräumen sehr weit weg. Die Gespräche kreisen dann wieder um etwas, von dem man zu lange nicht mehr geredet hat: Von sich selbst als Paar und von den Wünschen, Vorstellungen und Plänen des jeweils anderen. 

Punkt 4: Öfter mal wieder eine Kurz-Auszeit spontan einfügen.

Denn es geht. Die Große ist schon so groß, dass sie unsere Kleine auch mal selbst ins Bett bringen kann und die Eltern nicht auf Schritt und Tritt mit dabei sein müssen. Besonders kurze Ausflüge, oft reichen ja schon wenige Stunden, in die nahgelegene Sauna sind uns in guter Erinnerung. Dort in den Saunakammer konnte man die sprichwörtliche Seele baumeln lassen, im Schwimmbecken im Saunabereich einfach unbeschwert, hüllenlos und somit unbeschwert von Alltag und Rolle im Berufsleben einfach Da-Sein. 

Punkt 5: Sich wieder unbeschwert mit Freunden treffen.

Der zweite Haushalt war zwar, außer in Zeiten des harten Lockdowns, ein treuer Begleiter durch Krisenzeiten – seien sie körperlich oder psychisch. Andere Freundschaften haben jedenfalls darunter gelitten, denn das Dogma so wenig Leute wie möglich zu treffen, haben wir minutiös eingehalten. Jetzt darf es wieder andere Treffen geben und zwar weit über die bisherige Sperrstunde um 20.00 Uhr hinaus. Wir freuen uns schon sehr!

Das war´s vorerst. Wir haben noch einiges vor. Aber wir freuen uns, jeden der fünf Punkte umzusetzen, manche wohl auch mehrmals.



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  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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