Markus Stegmayr

Markus Stegmayr "Mein Tagebuch"

Paarzeit Wenn Papa und Mama sich wieder „daten“
9. Oktober 2019

Paarzeit: Wenn Papa und Mama sich wieder „daten“


Kinder stellen alles auf den Kopf. Vor allem aber ändern sie die Rollenzuschreibungen. War man vorher Mann und Frau und Liebespaar, so ist man ab der Geburt des ersten Kindes (auch) Mama und Papa.

Das ist natürlich eine wunderschöne Ergänzung der sonstigen Rollen, die Mann und Frau für sich und in der Gesellschaft einnehmen. Zum Problem wird die Mama-Papa-Rolle nur, wenn sie dominiert und alle anderen Rollen untergräbt. Als Indiz dafür können womöglich (Ehe-)paare herhalten, die sich gegenseitig als Mama und Papa bezeichnen. Sprache schafft nicht nur Realität, sondern ist auch ein Abbild einer Situation.

Das „Liebesfeuer“ wieder entfachen

Natürlich kann man das nicht verallgemeinern. Und natürlich gibt es Situationen, in denen die gegenseitige Ansprache als Papa und Mama vollkommen legitim ist. Etwa dann, wenn man dem Kind diese Begriffe und deren Verwendung für die in Frage kommende Person beibringen möchte. Sehr oft aber verselbstständigen sich diese Begrifflichkeiten aber und sind dabei weit mehr als Begrifflichkeiten.

Gut möglich, dass man den Partner zu diesem Zeitpunkt bereits selbst als „Mama“ oder „Papa“ abgestempelt hat und ihn nicht mehr als begehrenswertes und attraktives Gegenüber wahrnimmt.

Falls das so ist, dann ist das „Liebesfeuer“ zwar noch nicht erloschen, sollte aber wieder entfacht werden. „Dates“ sind ein gutes Mittel dazu.

Paarzeit Wenn Papa und Mama sich wieder „daten“
(c)iStock

Sich bewusst Zeit füreinander nehmen

Daten heißt zuallererst, auf einer ganz basalen Ebene, dass man sich bewusst Zeit füreinander nimmt. Das setzt voraus, dass es keine spontane Entscheidung ist. Wobei spontane Entscheidungen zumeist ohnehin mit Kindern gar nicht stattfinden. Nicht mal Oma und Opa sind zumeist so spontan, dass man sie wenige Stunden vor einem „Date“ um die Betreuung des Nachwuchses bitten könnte.

Aber das sollte man in diesem Kontext ja auch überhaupt nicht tun. Denn ein gutes Date will vorbereitet und konzipiert sein. In welches Lokal geht man?

Und vor allem: Was passiert „danach“, wenn man wieder nach Hause kommt?

Begrüßt von quengeligen Kindern, die bei dem Babysitter oder bei Oma und Opa nicht wirklich schlafen konnten, sind nicht die beste Variante, um das Date vom Lokal zuhause fortzusetzen.

Den Abend mit einem schönen Schaumbad ausklingen lassen

Besteht die Möglichkeit, denn ein gutes Date kann ja auch nur einmal monatlich sein, dann sollte man andenken, die Kinder beispielsweise bei Oma und Opa übernachten zu lassen. Wenn Mama und Papa nach Hause kommen, von dieser schönen Rolle temporär entkleidet, dann kann es sein, dass sie beispielsweise noch gemeinsam ein schönes Schaumbad nehmen.

Bei Kerzenschein und schöner Musik. Eine Situation, bei der Kinder unter Umständen stören könnten. Und wenn man sich fragen muss, ob die Musik oder sonstige Geräusche aus dem Badezimmer zu laut sind, dann macht das Date in der Badewanne nur halb so viel Spaß.

Gut möglich auch, dass das wiedererweckte Liebespaar dann nach dem romantischen Bad gleich ins Bett will. Auch dort darf man sich gerne mehr Zeit nehmen als üblich, ganz ohne Sorge, dass ein Kind an die Türe klopfen könnte.

Ganz Paar sein, sich ganz auf sich beziehen. Das ist schön – und das Feuer erwacht dabei wie nebenbei und reicht garantiert auch einige Tage in den Mama-Papa-Alltag hinein.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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