Markus Stegmayr

Markus Stegmayr "Mein Tagebuch"

paarzeit urlaub - meinefamilie.at
2. Dezember 2018

Paarzeit: Endlich wieder einmal ohne Kinder auf Urlaub


Klar, ein bisschen „Auszeit“ hat man sich immer wieder mal gegönnt. Doch wie lange liegt eigentlich der letzte Urlaub, sagen wir zwei- bis dreiwöchig, ohne Kinder zurück? Vielen Paaren fehlt da die Erinnerung.

Woran es liegt, dass man es nicht einfach tut und wegfährt oder wegfliegt und die Kinder zurücklässt, ist schwer zu benennen. Womöglich hat es etwas mit schlechtem Gewissen zu tun. Schließlich kommt man ja nur im Sommer und somit in den Sommerferien für längere Zeit weg. Ebenso wie man selbst, der man den Jahresurlaub für ein paar Wochen im Sommer aufgespart hat, haben sich die Kinder einen Urlaub im Sommer verdient. Schließlich wird der Druck in den Schulen dieses Landes im größer und ausspannen ist auch beim Nachwuchs somit dringend nötig.

Unter Umständen liegt es auch daran, dass man keinen guten Platz weiß, an dem man die Kinder „hingeben“ kann. Das mag in Einzelfällen zutreffen. In Wahrheit liegt es aber oft auch daran, dass man nicht wirklich loslassen kann und das Vertrauen in die „Betreuungspersonen“ (sei es Mama oder Oma oder wer auch immer) etwas fehlt. Das eigene Kind ist, verständlicherweise, etwas sehr Kostbares, eigentlich das Kostbarste, das man hat.

Denkbar, dass auch die Familien-Finanzen angespannt sind. Schließlich hat man erst vor kurzem einiges in die Wohnung investiert oder gar erst ein eigenes Haus für die Familie gekauft. Jetzt kann man doch unmöglich schon wieder Geld ausgeben. Noch dazu für etwas, das man für Luxus hält. Urlaub ist zwar schön, aber definitiv nicht überlebensnotwendig.

Einfach tun!

Man könnte jetzt lange hin und her “kopfen”. Und gute Tipps geben. Und Anleitungen dazu, wie man den richtigen Rahmen für Kind und Kegel findet, damit sie sich auf die längere Absenz der Eltern einstellen können. Doch eigentlich ist es einfach: Einfach tun! Einfach eine Reise buchen und schon kurze Zeit später im Flieger sitzen. Das Gefühl dabei ist unbeschreiblich. Kurz blitzt zu diesem Zeitpunkt ein Freiheits- und Autonomiegefühl auf, das man schon lange nicht mehr verspürte.

Es befreit, tut gut und gibt Kraft.

Man darf das gerne auch als Aufruf zur Unvernunft verstehen. Natürlich ohne in den Bereich der Fahrlässigkeit zu gelangen. Vernunft darf man hier gerne als pervertierten Bruder der Rationalität verstehen, der alles zu jeder Zeit immer abwiegt und im Griff haben möchte. Diese Art von Vernunft lässt einen dann eigentlich unvernünftig handeln, denn weder ist das Kind bei der Oma schlecht aufgehoben, noch ist der Urlaub bloßer Luxus und kann daher auf Sankt-Nimmerleinstag hinausgeschoben werden.

Darum, so darf man es gerne interpretieren, möchte ich zur „Unvernunft“ mit Maß und Ziel aufrufen. Für puren Genuss im Rahmen des Machbaren! Stürzt euch für eine Reise nicht in Schulden, aber dreht auch nicht jeden Cent um. Lasst das Freiheitsgefühl einfach zu und temporär eure Rolle und eure „Funktionen“ als Vater oder Mutter ruhen. Es befreit, tut gut und gibt Kraft.

Die folgende Reise zu zweit, so viel ist fast sicher, lässt euch wieder Zeit, damit ihr euch als Paar entdeckt. Ganze ohne die Verantwortung, dass ihr euch noch um einen oder mehrere weitere (kleine) Menschen kümmert müsst. Auch das ist von Zeit zu Zeit unbedingt notwendig.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


    Zum Tagebuch des Autors

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at