Agnes Rehor

Agnes Rehor "Mein Tagebuch"

wohin mit dem zeug - meinefamilie.at
24. April 2019

Nachhaltige Entsorgung: Wohin mit dem ganzen Zeug?


Frühjahrsputz, Ausmisten, Ordnungs-Challenge…das tut uns gut. Denn: weniger ist bekanntlich mehr! In diesem Fall leider oft mehr Müll. Meine Tipps zur nachhaltigen Entsorgung.

Gute Gründe fürs Ausmisten gibt es viele. Sandra Lobnig hat dem einen schönen Artikel gewidmet, dem ich nur zustimmen kann. Auch ich bin sehr oft am Aussortieren, obwohl ich mich durchaus bemühe, gar nicht so viele neue Sachen in unser Haus zu lassen. Durch die Übung, die ich habe, kann ich auch behaupten, dass es mir wirklich leicht fällt Dinge loszulassen. Was mir allerdings nicht leicht fällt: einen gut gefüllten Müllsack in die Tonne werfen und erleichtert aufzuatmen. Denn Müll zu reduzieren ist einfach eine meiner Herzensangelegenheiten. Und da man bei Herzensangelegenheiten bekanntlich Zeit, Mittel und Wege findet, starten viele meiner nicht gebrauchten Dinge in ein weiteres Leben.

Kleidung

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Da vieles unserer Kleidung ohnehin bereits aus zweiter Hand stammt, verschenke ich das meiste. Vereinzelt biete ich Stücke auf willhaben zum Verkauf an. Für Kinderkleidung finden sich meist leicht Abnehmer im Freundeskreis. Erwachsenenkleidung und funktionstüchtige Schuhe bringe ich direkt zu einer Caritas-Kleiderausgabe oder einem Kleidertausch. Doch auch für kaputte Wäsche gibt es Abnehmer: Leute, die aus alten Jeans Taschen nähen, aus Hemden Kinderschürzen zaubern oder aus Stoffresten Teppiche für Tierheime weben. Solche Menschen „sammle“ ich quasi in verschiedenen Facebook-Gruppen, wie share&care. Wann immer ich dort auf jemanden stoße, der konkrete Dinge benötigt, die bei mir einmal anfallen könnten, speichere ich mir den Kontakt ein. Der kleine Rest, der überbleibt, kommt in einen Altkleider-Container. Dort lebt die Chance, dass meine Kleidung zu Putzfetzen recycelt wird. Apropos Putzfetzen: Mit alleinstehenden Socken und löchrigen T-Shirts lässt sich zuhause ausgezeichnet Staub wischen.

Bastelsachen

Alles, was sich zum Basteln, Malen, Fädeln und Kleben eignet (und nicht ohnehin überall in rauen Mengen anfällt – Stichwort Klorollen), wird entweder von meinen Kindern direkt verwandelt oder findet seinen Weg in Kindergärten oder Altersheime. Dort werden diese Dinge normalerweise gerne angenommen. In Altersheimen finden vor allem Wolle, Stoffe und diverses Nähzeug gut Anklang.

Bücher

Bücher bringe ich ungern zu einem karitativen Flohmarkt, da diese meist darin untergehen und regelmäßig einfach in einem Schwung weggeworfen werden müssen. Gerne verkaufe ich sie aber über Plattformen wie rebuy oder momox. Für viele Stücke kann man sich da nicht wirklich einen Gewinn erwarten, aber sie sind dort sicherlich besser aufgehoben als im Mist. Meine Tochter (5) hat mein Ausmist-Gen wohl vererbt bekommen und ist bei unserem letzten Gang in die Bücherei auf die Idee gekommen, dass sie dort die Bücher hinbringen kann, die sie nicht mehr haben möchte. Die (gut erhaltenen) Bücher wurden gerne genommen. Zudem habe ich ihm Kopf ein paar Orte, an denen offene Bücherregale stehen (nicht nur auf Mistplätzen oder in Büchereien, auch bei meiner Friseurin, der Augenärztin oder einem netten Cafe – man bekommt einen Blick dafür). Wenn ich dort vorbeikomme, bringe ich gerne etwas mit. Und auch in diesem Bereich gibt es wieder Menschen, die aus alten Büchern Kunst machen.

Geschirr und Möbel

Dafür finden sich oft Abnehmer bei diversen Flüchtlings-Initiativen. Hier hilft generell das Beitreten zu diversen Facebook-Seiten von Hilfsorganisationen, Flohmärkten oder regionalem Austausch. Geschirr wird manchmal auch von Pfarren für Pfarrcafes genommen. Hin und wieder fahre ich auch mit einem Schwung Dingen zu einer Carla-Annahmestelle.

Sackerl

Viel zu oft landen Sackerl im Müll und viel zu schnell sammeln sie sich wieder an! Dabei brauchen so viele Leute bei vielen Gelegenheiten eines. Ich bringe Sackerl zu Flohmärkten und in Second Hand Shops und sie werden immer liebend gerne genommen. Dort nehmen sie eventuell auch Kleiderbügel an.

Spielzeug

Kleine, einzelne Spielsachen werden oft von Ärzten oder Therapeuten genommen, die mit Kindern zu tun haben und diese gerne nach einem Besuch mit einer Kleinigkeit belohnen. So wenig ich mich über diese Geschenke freue, offensichtlich erleichtern sie die Compliance manch kleiner Patienten.

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Bei Spielsachen tue ich mir oft besonders schwer, denn davon gibt es meiner Meinung nach einfach zu viel auf unserer Welt. Das brauchen Kinder alles gar nicht und ich möchte nicht dazu beitragen, dass noch mehr Kinder noch mehr Spielzeug haben, dass durch den Überfluss ihre Kreativität hemmt. Daher verkaufe ich Spielsachen eher. Wer Geld dafür ausgibt, hat sich den Kauf hoffentlich gut überlegt, während bei „gratis“ oft viel zu unüberlegt zugeschlagen wird.

Momentan liegt in unserem Schrank mit den aussortierten Sachen eine Schachtel mit Plastikkletten. Ein Geschenk der Urgroßeltern, das genau nach dem Auspacken einmal bespielt und ein paar Mal aus den Haaren entwirrt wurde und dann einfach nicht mehr interessant war. Eventuell würden Ergotherapeuten einen Nutzen darin sehen. Als Mutter sehe ich keinen, denn ich kann im Wald genug echte Kletten finden, wenn ich mit ihnen spielen möchte. Plastikkletten sind für mich einfach nur Müll.

Plastikmüll

Beim Plastikmüll kommt es auf die Art des Plastiks an. Es gibt Plastik, das recycelt werden kann. Allerdings nur, wenn es auch sortiert gesammelt wird. Eine Mineralwassermarke hat gerade groß damit geworben, Flaschen aus 100% recyceltem PET zu verwenden. Das wird im gelben Sack/der gelben Tonne gesammelt. Es gibt aber auch andere Plastiksammlungen, wie die Stöpsel-Sammlung. Hier werden eigentlich nicht nur Stöpsel gesammelt, sondern die Kunststoffe PE, HDPE, LDPE und PP generell. Auf vielen Plastikmaterialien steht, welche Art von Kunststoff es ist. Jedes Plastik, das größer als die Stöpsel ist, muss aber vor der Sammlung zerschnitten werden. Auch hier habe ich über ein paar Ecken eine ältere Dame in der Umgebung gefunden, die diesen Müll sammelt und sich die Mühe macht, ihn zu zerkleinern. Noch einmal: Wer suchet, der findet!

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Wer bis hierher gelesen hat, dem ist Müll vermeiden (und Müll trennen) vielleicht ein ähnliches Anliegen wie mir. Und dem wird klar sein: Ja, das ist Arbeit. Aber es ist machbar und es wird mit der Zeit immer leichter. Und es verschafft auch schöne Begegnungen und Erfolgserlebnisse. Mein persönliches Highlight war der Verkauf einer Gartenhütte, die genau auf dem Platz stand, auf dem nun unser Haus steht. Die Entsorgung hätte uns mehrere hundert Euro gekostet, weshalb ich sie zum Selbstabbau auf willhaben angeboten habe. Nun steht die Hütte als Badehütte bei einem kleinen Teich einer Gärtnerei in Wien-Simmering und kann dort noch Freude bereiten. Auch schön: Erst letzte Woche habe ich einer Schülerin für ein Schulprojekt mein total kaputtes altes Fahrrad übergeben. In der Schule werden sie es jetzt gemeinsam reparieren.


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