Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Mit Enttäuschungen umgehen - meinefamilie.at
22. September 2018

Mit Enttäuschungen umgehen


Enttäuschungen sind alles andere als angenehm und trotzdem gehören sie leider zum Leben dazu. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder von klein auf lernen, damit umzugehen. Nicht, dass ich sie als Erziehungsmaßnahme bewusst frustrieren möchte. Das wäre gemein. Nein, es geht darum, die enttäuschenden Erlebnisse, die ab und zu passieren, angemessen zu ertragen und damit umgehen zu lernen.

Ausflug in die Kletterhalle

Neulich hatten meine beiden jüngeren Kinder und ich eine solche Situation. Es war ein Regentag und ich hatte große Lust, ein wenig Bewegung zu machen. Also schlug ich den Kindern vor, mit ihnen in die Kletterhalle zu fahren. Sie waren begeistert. Ich sah am Infozettel der Gemeinde nach, wann geöffnet war. Wunderbar, 18-20 Uhr, genau richtig, um zur Schlafenszeit der Kinder wieder zu Hause zu sein. Schnell packte ich alle Kletterutensilien zusammen, richtete eine Jause für die Kinder her und fuhr mit ihnen frohgemut zur Halle.

Vor verschlossenen Türen

Was mich gleich mal stutzig machte: es waren keine anderen Autos da. Mir schwante Schreckliches… sollten die etwa… geschlossen haben? Es war noch Ferienzeit, also möglich wäre es…. Ich bat die Kinder, im Auto zu warten und ging zur Eingangstüre. Dort hing ein Infozettel, dass die Hallensaison erst wieder am 22. September losginge… Das waren noch ein paar Wochen bis dahin!!!! Au weia. Wie sollte ich das nun meinen Kids sagen?

Die beiden merkten schon, dass etwas nicht stimmte, denn als ich die Autotür aufmachte, hatte Sara bereits Tränen in den Augen. Wir sind leider schon einmal vor verschlossener Tür gestanden. Als ich es dann aussprach, dass die Halle leider geschlossen war, brach bei ihr ein ziemlicher Sturm los. Sie schrie verzweifelt und wollte es nicht wahrhaben. Sie hatte sich so sehr gefreut! Ich verstand ihre Enttäuschung, konnte aber leider an der Sache nichts ändern. Natürlich hätte ich im Internet nachsehen können, da wäre sicher eine Info gestanden bezüglich der Ferien. Doch nun war es passiert. Sara war zu Recht sauer und ich ließ sie  ihre Emotionen rauslassen. Ich bat sie auch um Vergebung, dass ich die Sache zum zweiten Mal schlecht organisiert hatte.

Alternativen finden

Es dauerte eine Weile, bis Sara sich beruhigt hatte und wir beratschlagen konnten, was wir nun tun sollten. Gregor nahm die Sache etwas gelassener. Auch er war enttäuscht, aber für ihn brach nicht so die Welt zusammen. Beide Kinder wollten auf keinen Fall einfach nach Hause fahren. Aber angesichts des Regenwetters waren unsere Möglichkeiten etwas eingeschränkt. Für einen Besuch im Hallenbad war es zu spät. Schließlich einigten wir uns darauf, dass wir in ein Café gehen und eine heiße Schoko trinken wollten. Als Wiedergutmachung sozusagen. Wir hatten noch eine gute Zeit und ich nahm mir innerlich fest vor, dass es kein drittes Mal geben würde, wo ich nicht genau über die aktuellen Öffnungszeiten Bescheid wusste. Immerhin konnten wir alle etwas bei der Sache lernen.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


    Zum Tagebuch des Autors

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at