Mirka Huber

Mirka Huber "Mein Tagebuch"

mehr bewegung im alltag - meinefamilie.at
15. Juni 2018

Mehr Bewegung im Alltag


Ich war noch nie eine Leistungssportlerin, geschweige denn eine Miss Fitness. Dennoch wollte ich meinen Körper immer fit halten. Egal ob ich zehn Kilo mehr auf der Waage hatte, als sonst. Bewegung musste sein. Und dann kam er – mein kleiner Sohn – und die Zeit für Sport war weg.

Ja, wenn man will, findet man die Zeit, die man braucht. Bei mir beginnt die Zeit für mich täglich ab 18 Uhr, wenn mein Ehemann nach Hause kommt. Aber seien wir uns ehrlich. Um 18 Uhr bin ich bereits seit 12 Stunden auf den Beinen und oft einfach nur noch müde. Manchmal zwinge ich mich trotzdem zum Laufen, oder gehe in unseren Fitnessraum zwei Stockwerke unter uns. Dabei sind die zwei Stockwerke manchmal schon zu viel und ich will und kann einfach keinen Sport treiben. Damit mein Körper nicht noch schwabbeliger wird, versuche ich mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren und es zahlt sich wirklich aus. Ich merke, dass ich deutlich fitter geworden bin.

Sport für meine soziale Beziehungen

Am wichtigsten in meinem Sport-Leben ist die wöchentliche Sportstunde mit anderen Mamas geworden. In einem Sportkurs für Mütter mit Kleinkinder finde ich Gleichgesinnte, starte voll motiviert in eine neue Woche und bin danach auch mehr motiviert mich zu Hause zu bewegen. Wer sich solche Kurse nicht leisten will, kann eine Sportrunde mit Freundinnen, Nachbarinnen, oder anderen Mamas gründen. Schon gemeinsame Spaziergänge sind für den Körper sehr förderlich. Diese Spaziergänge kann man immer mehr ausdehnen, oder Plätze besuchen, wo das Terrain anstrengender ist und man den Kinderwagen bergauf schieben muss. Wenn passende Räumlichkeiten vorhanden sind, kann man sich zum gemeinsamen Sporteln treffen und die üblichen Bauch-Beine-Po-Übungen durchführen. Es ist nicht nur für den Körper gut, sondern auch für die soziale Kontakte. Und in einer Gruppe ist der Spaßfaktor sehr groß. Ich spreche aus Erfahrung!

An die frische Luft – bei jedem Wetter

 Wenn die Sonne scheint, sind alle Parks in der Stadt richtig überfüllt. Fallen die ersten Regentropfen, sind die Spielplätze plötzlich leer und man trifft bestenfalls einen einsamen Hundebesitzer im Park spazieren. Seitdem ich meinen Hund habe, kenne ich kein schlechtes Wetter. Und wundere mich immer wieder, dass nur wenige Menschen die Schönheit des Regens schätzen. Ich gehe beim Regen sehr gerne im Wald spazieren. Der Wald spielt seine eigene Musik, wenn die Regentropfen auf die Blätter fallen. Er riecht anders und wirkt lebendiger. So ein Spaziergang im Wald beim Regen füllt mich mit neuer Energie. Die Müdigkeit, die ich sonst beim schlechten Wetter spüre, verschwindet sofort. Und wisst ihr was? Kinder kennen auch kein schlechtes Wetter, sie finden es toll in die Pfützen zu springen.

Neulich fing es an zu regnen, als wir auf einem Spielplatz waren. Mein Sohn, 16 Monate alt, schaute neugierig nach oben, strecke die Hand aus und schleckte dann an den Regentropfen, die er gefangen hat. Es störte ihn nicht, dass er nass wurde und ich ließ ihm diese Erfahrung, denn meistens sitzt er auch nur gut geschützt in seinem Kinderwagen. Seit dem ist mir klar, dass wir dafür verantwortlich sind, wie unsere Kinder mit dem „schlechten“ Wetter umgehen werden. Ich möchte draußen sein. Egal bei welchem Wetter.

Zwischendurch kurz hüpfen

Wenn wir unsere Kinder beobachten, sehen wir, wie viel Spaß sie an Bewegung haben. Sie rennen herum, hüpfen, klettern… Und dann wird man erwachsen und sitzt nur noch herum. Ich denke gerne daran, wie viel ich mich früher bewegt habe und entdecke diese Freude an Bewegung wieder. Ich tobe mit meinem Sohn auf dem Spielplatz, renne einem Ball hinterher, tanze mit ihm, wenn im Radio ein gutes Lied gespielt wird, schiebe ihn in einem Wäschekorb durch die Wohnung. Das Ergebnis ist wunderbar: mein Sohn ist glücklich und ich bin fit. Wir haben Spaß miteinander und nebenbei forme ich meinen Körper. Nur so, ganz ohne mich zu zwingen.

Bewegung im Alltag

Wenn ich mal wieder keine Zeit oder Energie für Sporteinheiten habe, achte ich darauf, dass ich mehr Bewegung in meine täglichen Aktivitäten reinbringe. Wenn ich unterwegs bin, steige ich gerne eine Station früher aus, oder nehme kürzere Strecken lieber zu Fuß, als mit den Öffis zu fahren. Sitze ich gerade am Tisch, mache ich oft kleine Bewegungen mit meinen Füßen, strecke und hebe manchmal die Arme oder spanne meine Bauchmuskeln an. Wenn ich ohne Kinderwagen unterwegs bin, existieren keine Aufzüge für mich. Treppensteigen sorgt für eine kleine Konditionsübung zwischendurch. Tätigkeiten, die sonst in Ruhe verlaufen, versuche ich energischer zu gestalten: beim Buch lesen wechsle ich meine Positionen und mache nebenbei Beinübungen, beim Filmschauen nütze ich die TV-Werbungen, um mich zu bewegen, wenn ich meinen Kleinen wickle, mache ich nebenbei paar Kniebeugen, oder spanne meine Muskeln an. Sogar Bügeln, Wäsche aufhängen oder Geschirrspüler ausräumen kann zu einer Sporteinheit führen, man muss nur kreativ sein.

Fit zu sein bedeutet nicht unbedingt stundenlang Kraft- und Konditionsübungen durchzuführen. Jede Bewegung ist besser als gar keine Bewegung. Schauen wir uns es von unseren Kindern ab! Denn es macht Spaß sich zu bewegen. Unser Körper wird es uns danken.

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EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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