Barbara Hirner

Barbara Hirner "Mein Tagebuch"

MaPa-Tage, Zeit mit der Familie schätzen - meinefamilie.at
5. Januar 2018

MaPa-Tage, habt ihr die auch?


Die sogenannten MaPa-Tage sind uns eindeutig die liebsten Tage im Jahr. MaPa – ganz klar, Mama/Papa-Tage, also Tage an denen Mama und Papa zu Hause sind.

Warum wir sie so lieben

Wir leben in den Tag hinein.
Am Morgen wird noch lange und ausgiebig im großen MaPa-Bett gekuschelt und geschmust. Ganz ohne Eile, ohne Zeitdruck und ohne Stress. Auch ohne Handy. Das ist für mich auch manchmal schwer, aber ich nehme es mir immer wieder vor.

So ein MaPa-Tag muss auch gut geplant sein. Keine Termine, keine Verpflichtungen.

Die Uhrzeit spielt an solchen Tagen nur selten eine Rolle. Mehr das Gefühl, unsere Bedürfnisse und das Zusammensein. Um auch als MaPa alleine noch ein bisschen Zeit im Bett zu kuscheln, hilft das vorbereitete Spielmaterial oder Bücher im Kinder- und Elternschlafzimmer. Wir haben das Glück, dass unsere Tochter uns dann die gemeinsame Paarzeit lässt. Hin und wieder mit ihrer Puppe ins Bett hüpft oder uns ein Buch nach dem anderen bringt. Diese blättern wir dann manchmal gemeinsam durch und ganz oft geht es ihr nur darum, uns in ihr Spiel mit einzubinden.

Zeit spielt an MaPa-Tagen keine Rolle

Das gemeinsame Zähneputzen und Pyjama-Umziehen dauert dann auch etwas, weil wir Verstecken spielen oder den Nachbarn vom Fester aus zusehen, wie sie schon im Alltagsrhythmus sind. Das Frühstück an MaPa-Tagen ist meistens ausgiebig. Mit frischem Obst, Gebäck, Müsli oder sonstigen Leckereien. Wie spät es dann in etwa ist? Habe ich schon gesagt, dass die Zeit keine Rolle spielt an solchen Tagen? Man lebt wie in einer Blase.

Es wird gekudert und gelacht. Nach dem Wegräumen des Frühstücks, wahrscheinlich könnte man auch Brunch dazu sagen, spielt unsere Tochter selbstständig. Schon seit sie sehr jung ist. Momentan bekocht sie ihre Puppen oder fährt mit dem Puppenwagen herum, liest Bücher, hüpft herum… Immer wieder entstehen spontan dazwischen Situationen, wo wir gemeinsam spielen, wir uns in Tiere verwandeln, singen, musizieren oder einfach nur gemeinsam plaudern.

Diese Familienzeit ist so wertvoll. So selten. So schön!

Dazwischen werden natürlich auch Tränen getrocknet oder kleine Schrammen verarztet. Das gehört zu unserem Alltag dazu. Egal welcher Tag gerade ist. Irgendjemand von uns drei kommt durch sein Magen knurren drauf, dass es Zeit wird, etwas zu kochen. Am besten es geht schnell, schmeckt allen und ist gesund. Zwischendurch gibt es Obst.

Unbekümmert durch den Tag

Der Mittagsschlaf. Alle drei sind wir müde vom vielen Spielen und Toben. Und nach dem Mittagsschlaf geht es weiter… Gut erholt wird meistens draußen die Welt erkundet, warm eingepackt und mit einem “Schauen wir mal, wann wir wieder nach Hause kommen-Sackerl”. Betonung auf Sackerl – nein, keine Wickeltasche mit deren Inhalt das Kind mindestens 1 Woche überleben könnte. Es sind nur die wichtigsten Utensilien mit, Windeln, das Trinken, eine Banane und eine, ja nur e i n e  Wechselkleidung. In unserem Fahrradanhänger, Bollerwagen oder in der Kraxe gibt es ein kleines Erste-Hilfe-Packerl für den NotNotfall. Und eine Bachblütensalbe von Bach hat sich auch sehr bewährt.

Der Abend klingt ohne Hektik und Stress aus. Wieder gespielt, gesungen, gelacht und, wenn wir Hunger haben, gegessen. Ach ja, der Hunger. Manchmal kommt es mir vor, als ob Kinder gar kein Hungergefühl entwickeln können, weil ihnen permanent Essen angeboten wird. Sei es zu Hause oder unterwegs. Die Snacks unterwegs muss ich immer ein bisschen belächeln. Oft habe ich folgendes Szenario beobachtet: „Magst du vorm Babyschimmen noch was essen?“ – Kind zeigt keinerlei Antwort, weder positiv noch negativ. Und was passiert? Das Kind muss die Banane essen. Und spätestens ab der Hälfte verweigert es das Obst… Welch Wunder, denke ich mir dann leise.

Bewusst Freizeit genießen

Ein Teil von MaPa bringt unsere Tochter dann zu Bett. Der andere genießt den Feierabend oder räumt noch ein bisschen auf. Ja nur ein bisschen, bei uns ist es sauber aber nicht klinisch rein. Man merkt, dass ein Kind bei euch wohnt, habe ich schon oft gehört. Und denke mir: Das entspricht auch der Wahrheit! Leider schafft das nicht jeder. Viele MaPas, meistens der erste Teil davon, verbringt den Abend, sobald der Nachwuchs schläft, mit Hausarbeit. Diese ist wichtig, keine Frage, aber immer alles picobello zu haben oder auch einmal Kraft zu tanken oder den Abend mit dem Partner verbringen eben auch. Was bringt der Familie mehr? Ein „Kataloghaus“ oder eine zufriedene Familie, die drinnen wohnt?05

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EIN ARTIKEL VON
  • Barbara Hirner

    Lebe, liebe, lache – das ist mein Lebensgedanke und so genieße ich das Leben mit meinem Mann, meiner eineinhalbjährigen Tochter, meinen zwei Großfamilien und meinen unentbehrlichen Freunden. Alle machen den Alltag bunt und lebenswert. Durch meine pädagogische Ausbildung habe ich ein Potpourri aus Erfahrungen der Arbeitswelt und meinen eigenen als Mama.


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