Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Märchen interaktiv erzählen - meinefamilie.at
8. Mai 2017

Märchen interaktiv erzählen


Heute am späten Nachmittag hat es sich spontan ergeben, dass Sara, Gregor und ich auf unserer sonnigen Gartenbank saßen, umrankt von Rosenzweigen. Sie kuschelten sich beide an mich und baten mich, ihnen eine Geschichte zu erzählen. Nach kurzem Nachdenken entschied ich mich für „Dornröschen“, inspiriert durch die Rosenpracht rundherum. Sara kennt das Märchen in- und auswendig und ist ganz erpicht darauf, dass ich es richtig erzähle. Ich durfte also ja kein wichtiges Detail vergessen.

Allerdings nahm ich mir ein wenig künstlerische Freiheit und schmückte das Märchen nach eigenen Vorstellungen so richtig aus. Andere, nicht so schöne Details ließ ich weg. In meiner Version hatte der Königssohn eine tolle Klettertour zu bestehen, bevor er begann, die Rosenhecke mit dem Schwert zu bekämpfen. Das Königspaar saß noch in der Kutsche im Stall und nicht im Thronsaal, denn sie waren kurz weggefahren, um ein Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter „Röschen“ zu besorgen. Die Details aus anderen Erzählungen mit dem Feuer im Herd und den Fliegen an der Wand sowie dem Koch und dem Küchenjungen erzählte ich natürlich nach, ergänzt durch viele weitere Figuren wie die Katze, den Hund, die Pferde und verschiedene weitere Diener. Gregor lieferte mir wertvolle Ideen dafür.

In Märchen Details dazuerfinden

Ein wichtiges Detail war noch die Torte. Röschen sollte ja seinen 15. Geburtstag feiern, als das Unglück geschah. Der Koch hatte eine wunderbare Stocktorte mit rosa Marzipanrosen gebacken. Ich hatte großen Spaß daran, alles möglichst spannend und realistisch zu erzählen, also beschloss ich, nach der „Wiederbelebung“ Dornröschens gleich die Geburtstagstorte als Hochzeitstorte umzufunktionieren. Sara war begeistert. Rosa Rosen auf der Hochzeitstorte, das klang sehr festlich! Und die restlichen Blüten der Rosenhecke wurden gleich als Tischdekoration verwendet. Sehr praktisch gedacht! Die böse dreizehnte Fee mussten wir am Ende auch noch loswerden. Sie wurde einfach des Landes verbannt und durfte nie wieder dorthin zurückkehren. Das erschien uns als angemessene Strafe.

Die anderen 12 Feen waren natürlich eingeladen. Nun konnte endlich ausgelassen und fröhlich gefeiert werden. Eine ausführliche Beschreibung des königlichen Hochzeitsbuffets, bei dem alle unsere Lieblingsspeisen aufgetürmt waren, beendete unsere gemeinsame Erzählung. Wie lecker! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute…. 😉

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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