Regina Magdalena Smrcka

Regina Magdalena Smrcka "Mein Tagebuch"

5. Dezember 2017

Krampustag: Zeit zum Entschleunigen und Reduzieren


Ich fühle mich wie eine elektrische Lichterkette kurz vor dem Kurzschluss. Lichter tanzen vor meinen Augen, immer schneller und schneller bis mir schwindlig wird.

4 Adventkalender.
2 Omas, die sich gegenseitig mit Geschenken ausstechen.
Jeder Gast bringt ein Gastgeschenk für Sohnemann und Kekse für uns mit.
1 Adventhaus mit einer Spieluhr und 24 Weihnachtsmelodien.
1 echte Gitarre, 1 Spielzeug-Gitarre und 1 Spielzeug-Geige.
Geschätzte 4 Kilogramm Schokolade, Kekse, Lebkuchen, Kaugummi und Schlecker die ich allein in den letzten zwei Wochen heimlich konfisziert habe.

Vollkommen überdreht

„Es tönen die Lieder“, von früh bis spät und selbst im Gitterbett wird noch gesungen und gequatscht. Unser zweijähriger Sohn ist vollkommen überdreht und ich nicht weniger. Mein Blutdruck rast und ich kann abends nicht einschlafen, weil mir ein Gedanke nach dem anderen durch den Kopf rast. Das muss noch erledigt werden, das ist noch nicht geklärt…

Heute ist Krampus! Zeit für eine Reiz-Entschleunigung-Aktion!

Die Spielzeug-Geige und Spielzeug-Gitarre landen auf dem Kasten mit dem Argument, dass sie im Kindergarten auch nur zum Morgenkreis heruntergeholt werden. Ein Adventkalender wird sofort ausgeleert und der andere heimlich noch mehr entschlackt. Und die Weihnachtsgeschenke der Omis heimlich auf die Hälfte reduziert. So, und jetzt packe ich meinen Kleinen, stecke ihn ins Auto und fahre mit ihm in den Wald. Dort kann er toben und laufen, um all die Eindrücke verarbeiten zu können und den Bewegungsmangel der letzten dunklen Tage auszugleichen. Auch ich muss immer gehen oder in irgendeiner anderen Art Bewegung machen, um Stress verarbeiten zu können.

Vielleicht ist es an der Zeit, unsere Überforderung als Warnzeichen zu sehen. Und wer weiß, entpuppt sich meine böse Krampus-Aktion mit dem Einschränken von Spielzeug ja letztendlich als Segen.

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EIN ARTIKEL VON
  • Regina Magdalena Smrcka

    Als Sozialarbeiterin spezialisierte ich mich auf die Betreuung von schwerstbehinderten Kindern. Als Ausgleich unterrichtete ich Kinderturnen. Jetzt unterstütze ich meinen Lebensgefährten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam haben wir einen Sohn.


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