Familie A.

Familie A. "Mein Tagebuch"

Keine Zeit zum Reden - meinefamilie.at
30. September 2016

Keine Zeit zum Reden


„Ich gehe dann mal unsere Maus niederlegen“, meint mein Mann um 20:00 Uhr. Unsere Jüngste ist mit eineinhalb Jahren abgestillt worden, und nun war das Schlafenlegen „Männersache“. Die Zeit vergeht – mein Mann taucht nicht mehr auf. Am nächsten Morgen erzählt er mir, dass er wohl vor dem Baby eingeschlafen ist… Es sei ihm gegönnt, er hat eine anstrengende Zeit im Büro, er steht immer so früh auf!

Aber dieser Ablauf wiederholt sich – mein Mann ist abends praktisch nicht mehr da. Ich mache das Abendritual mit den älteren Kindern, mache die Hausarbeit – aber früher sind wir oft noch auf der Couch gesessen, haben uns vom Tag erzählt, haben gemeinsam gebetet.

Die Zeit zum Reden ist immer weniger – dafür sind die Missverständnisse und Konflikte immer mehr geworden.

Wir haben vieles nicht mehr abgesprochen, eigenmächtig entschieden; entsprechend gereizt war oft die Reaktion des anderen. Wir haben an den Schwächen des anderen herumgenörgelt – und das viele Gute kaum noch gesehen. Kurz gesagt: Wir haben unsere geistliche Einheit, unsere gemeinsame Basis verloren.

Gott heilt

Wie gut, dass es die Beichte gibt! Als wir wieder einen Beichttermin hatten, hat der Priester (ohne von unserer Lage zu wissen) den Text aus der Bibel vorgelesen: „Ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren“ (Epheserbrief). Wir waren wie vom Blitz getroffen. Diese Stelle hat uns gezeigt, wie sehr Gott an unserer Einheit als Ehepaar interessiert ist.

Wir haben klar erkannt: Das tägliche Gespräch ist für unsere Beziehung lebensnotwendig! Wie war es in der Arbeit? Wie war es mit den Kindern? Was hast du erlebt, was hat dich bewegt? Das müssen Mann und Frau voneinander wissen! Das Paargespräch einmal pro Woche außer Haus hat dafür nicht gereicht. Und im gemeinsamen Gebet als Ehepaar schenkt Gott uns neu die Liebe füreinander.

So haben wir beschlossen: Ich darf meinen Mann wecken, wenn er wieder einschläft. Und am Freitag halten wir unser Ehegebet, da wecke ich ihn auf jeden Fall. So spüren wir, dass Gott uns füreinander berufen hat!

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Familie A.

    Wir sind Familie A. und leben am Stadtrand von Wien. Verheiratet seit 1993 haben wir bald Kinder bekommen. Und weil das Leben mit Kindern sooo schön ist, haben wir inzwischen sechs davon! Familie ist unsere Berufung, und das Know-How dafür haben wir in Schönstatt gefunden. Sechs Kinder – da erlebt man einiges, da kann man was erzählen! Und weil wir jetzt seit bald zwei Jahren die Nächte (meistens) wieder durchschlafen können, haben wir wieder Kapazitäten frei. So referieren wir auf Familientagungen, schreiben für die Zeitschrift Familie als Berufung und neuerdings für meinefamilie.at – unseren Kindern zuliebe anonym.


    Zum Tagebuch des Autors

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at