Mirka Huber

Mirka Huber "Mein Tagebuch"

Ich glaube an Wunder – Heute mehr denn je zuvor
29. April 2020

Ich glaube an Wunder – Heute mehr denn je zuvor!


Als unser Sohn 3 geworden ist und wir einige Tage später das neue Jahr begrüßt haben, wusste ich noch nicht, dass das Jahr 2020 das verrückteste Jahr in meinem bisherigen Leben sein wird. Ja, mein Leben spielte schon immer kleine Spielchen mit mir und ich habe schon so viel erlebt, dass nicht nur ein Buch, sondern eine Trilogie darüber geschrieben werden könnte…

Ein positiver Schwangerschaftstest?

Wie jedes Jahr begann für mich also auch das neue Jahr 2020. Und kaum habe ich mich daran gewöhnt, schon hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand.

Ja. Das passiert tagtäglich vielen Frauen auf der Welt. Ich weiß es. Aber doch nicht mir! Für mich ist es ein Wunder, denn ich kann laut Ärzten auf dem natürlichen Weg keine Kinder mehr bekommen.

Schon der Weg zu meinem ersten Sohn war sehr steinig. Er begann mit einer Operation und zahlreichen Therapien, bis ich schließlich mühevoll schwanger wurde. Danach folgten eine komplizierte Schwangerschaft und die Information, dass dies wohl ein Einzelkind bleiben wird.

Eine traurige Geschichte?

Schon irgendwie, weil ich in einer großen Familie aufgewachsen bin und immer gehofft habe, mindestens zwei Kinder erziehen zu können, doch das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Und voller Dankbarkeit, den besten und tollsten Sohn der Welt zu haben, gewöhnte ich mich daran, dass mein Kind ein Einzelkind sein wird. Doch die Hoffnung, die stirbt zuletzt. Oder auch nie. Irgendwie schwebte in mir immer noch dieser Gedanke im Kopf – was, wenn doch?

Glaube an ein Wunder und es wird geschehen

Als ich verzweifelt versucht habe mit unserem Sohn schwanger zu werden, las ich einmal zufällig in einem Gesangbuch einen schönen Spruch. Ich kann mich an die genauen Worte nicht erinnern, aber er blieb so in meinem Kopf: „Du sagst zu mir – zeig mir Wunder und ich werde daran glauben. Doch ich sage dir – glaube an Wunder und sie werden geschehen.“ Mit diesem Gedanken ging ich damals aus dem Gottesdienst nach Hause und war mir so sicher, dass ich irgendwann Mama werde, wie noch nie. Wenige Monate später war ich schwanger.

Doch auch danach ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los. Heute versuche ich loszulassen und nicht alles im Griff haben zu wollen. Heute glaube ich oft einfach nur daran, dass alles so laufen wird, wie es laufen soll und ich habe mehr Vertrauen. Ich lebe mein Leben und auch wenn manchmal Dinge passieren, die ich als schwere Schicksalsschläge bezeichnen würde, sehe ich das alles wie eine Prüfung, die mich weiterbringt. So lebte ich also mein Leben als Mama eines Einzelkindes weiter und genoss jede Minute mit unserem Sohn.

Überraschung, Überraschung

Bis zu diesem einen Tag war ich davon überzeugt, dass unsere Familie nun komplett sei und umso mehr war ich mit vollem Herzen bei meiner Aufgabe als Mama dabei.

Auch wenn manchmal irgendwo ganz hinten in meinem Kopf eine leise Stimme sagte „was, wenn doch?“… Ich habe sie ignoriert.

Bis zu diesem Tag, an dem ich mich komisch gefühlt habe, Lust auf Hüttenkäse, den ich hasse, bekommen habe und ich mit einem lauten Herzschlag ganz heimlich einen Schwangerschaftstest gekauft habe. Wieso? Keine Ahnung. Es war einfach nur so ein Gefühl und einige unpassende Anmerkungen von Menschen, die meine Vorgeschichte gar nicht kannten.

Am nächsten Tag, ganz heimlich, ging ich in der Früh auf die Toilette, um den Test zu machen. Ich legte ihn in die Küche und schaute auf die Uhr. Endlose 5 Minuten soll ich warten. Wer macht schon einen Test mit 5 Minuten Wartezeit? Das ist doch eine Quälerei! Aber mein Sohn hat mich sehr schnell abgelenkt und ich war froh einen Wecker gestellt zu haben, sonst hätte ich den Test vergessen. Aufgeregt rannte ich in die Küche und da war sie – die zweite Linie. Ich konnte meinen Augen nicht glauben. Wirklich? 2 Striche? Ich soll schwanger sein?

Ironischerweise erfüllte mich keine Freude und kein Glücksgefühl, sondern Angst.

In ersten Sekunden dachte ich an alle Krankheiten, die diesen Test fälschen könnten und sah schon meinen Sohn ohne mich aufwachsen. Bis mir wieder dieser Spruch mit dem Glauben an Wunder eingefallen ist. Ich weckte meinen Mann auf und hielt ihm den Test mit der zarten zweiten Linie vor die Nase. Er hat noch viele Tage gebraucht, um es zu realisieren.

Aber jetzt, in der 20. Schwangerschaftswoche, ist es bei ihm endgültig angekommen. Wir werden zu viert. Wir bekommen noch ein Kind. Die Freude ist riesig. Der Glaube an Wunder noch größer geworden. Und die Dankbarkeit ist zu einem Lebensgefühl geworden, von dem ich täglich erfüllt bin. Noch ein Mal das Glück schwanger zu sein. Noch ein Kind – noch mehr endlose Liebe und wunderschöne Momente. Ich glaube an Wunder. Heute mehr denn je zuvor!



EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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