Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Herbststürme - meinefamilie.at
30. Oktober 2017

Herbststürme: Wenn sich Kinder Sorgen machen


In der “bunten” Jahreszeit kann der Wind manchmal richtig stark blasen. Kinder lieben es, ihre Drachen steigen zu lassen und dem Blättergewirbel zuzusehen. Ich persönlich mag windiges Wetter. Ich liebe es, bei Gegenwind spazieren zu gehen. Das fühlt sich so richtig lebendig an und fördert die Widerstandskräfte! Auch für die Bäume sind Herbstwinde wichtig. Sie stärken den Stamm und die Äste, damit sie im kommenden Jahr mehr Früchte tragen können!

Angst vor dem Sturm

Doch in den vergangenen Tagen war’s dann schon ein bisschen viel. Der Wind steigerte sich zu einem regelrechten Sturm, der fast angsteinflößend war. Die Wettervorhersage kündigte einen Orkan an und wir machten schnell Haus und Garten “sturmsicher”.

Die Kinder blieben drinnen und fragten, ob nun das Dach oder gar das ganze Haus davonfliegen würde.

Sara hatte ein Bild davon in ihrem Lexikon gefunden und machte sich große Sorgen. Wir beruhigten sie, doch ich war mir nicht ganz sicher, wie schlimm es werden würde. In meiner Kindheit hatte es tatsächlich einen Sturm gegeben, bei dem unser halbes Dach abgedeckt wurde. Der Strom war ausgefallen und wir saßen zitternd und betend bei Kerzenlicht im Dunkeln.

Diesmal wurden nur Mülltonnen umgeworfen und Dinge durch die Luft gewirbelt, doch wirklich große Schäden gab es nicht. Kein Vergleich mit den Wirbelstürmen in Übersee, doch für unsere Breiten schon ziemlich beeindruckend.

Sturm als Thema für eine herbstliche Bildgeschichte

Ausgerechnet an einem solch stürmischen Tag war ich allein mit dem Zug unterwegs nach Wien. Das Wetter sorgte für einige Verspätungen im Fahrplan und die Feuerwehr befand sich im Dauereinsatz. Äste und umgestürzte Bäume mussten von den Schienen geräumt werden und Parks wurden gesperrt. Die Gefahr wäre zu groß gewesen, von einem herunterfallenden Ast getroffen zu werden. Als ich über eine Brücke ging, drückte mich eine Windböe unerbittlich gegen das Geländer… Müll flog durch die Luft und landete in der alten Donau.

Doch sonst fühlte sich das Leben in der Großstadt ganz normal an. Die U-Bahnen und Züge fuhren regelmäßig, mit etwas Verspätung eben. Die Leute gingen spazieren und in Kaffeehäuser. Der einzige Unterschied zu sonst war, dass niemand an den Tischen draußen sitzen wollte. Und dass im Gegensatz zu sonst nur sehr wenige Bettler und Obdachlose zu sehen waren. Auch Straßenmusiker gab es keine zu hören. Dafür gab der Wind zum Teil gruselige Töne von sich. Er genoss es anscheinend, für ein paar Stunden die Straßen fast ganz für sich alleine zu haben… Eigentlich wäre das ein gutes Thema für eine herbstliche Bildgeschichte! Auf dem Nachhauseweg fertigte ich gleich ein paar Skizzen an, um damit Sara am nächsten Schultag zu erfreuen… 😉

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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