Elisabeth Lonski

Elisabeth Lonski "Mein Tagebuch"

Handyverhalten Hilfe, ich passe in das Schema einer Jugendlichen
29. Oktober 2019

Handyverhalten: Hilfe, ich passe in das Schema einer Jugendlichen!


Bei meinen Eltern haben meine Kinder vor zwei Wochen meinen alten Wecker entdeckt: ein wunderschönes Modell im Donald Duck Design! Blau mit zwei richtigen Schellen oben drauf und als Zeiger drehen sich die Arme von Donald im Kreis. Zugegeben, diese Wecker waren zu meiner Zeit auch nicht mehr state of the art, aber ich habe mir damals genau dieses Modell vom Christkind gewünscht.

Unglaublich, so eine Reise in die Vergangenheit

Ich musste ihn also täglich aufziehen und das Läuten in der Früh war so laut, dass man beim besten Willen keine Snooze-Funktion brauchte, weil einen das Adrenalin in den Adern aus dem Bett getrieben hat. Meine Kinder und ich haben ihn also aufgezogen und uns über das laute Ticken amüsiert. (Wie ich damals schlafen konnte, war uns ein Rätsel!).

Weil man die Weckzeit nur so ungefähr einstellen kann, mussten wir uns ein paar Minuten gedulden, das Schlagen dieses kleinen Hammers an die Schellen hat uns aber dann fast aus den Socken gehauen!

Über den Katholischen Familienverband konnte ich mich dann mit dem Thema „Richtiger Umgang mit Handy & Co.“ beschäftigen. Wenn man über das Projekt „Gutes Leben“ angemeldet ist, bekommt man zu den Aktionszeiträumen kostenlos E-Mails mit Anregungen und Impulsen zu Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit oder Vorschläge, wie man das eigene Leben bzw. das der ganzen Familie verbessern kann.

Diesmal also das Handyverhalten.

Und da steht, dass 60% der Jugendlichen das Handy in der Nacht eingeschalten neben dem Bett oder zumindest im Zimmer liegen haben, 31% schauen gleich nach dem Aufwachen und 35% nach 5 Minuten auf das Handy.

Umfragen und Studien zeigen, dass sich der unmittelbare Gebrauch des Handys oder eines anderen Bildschirms vor dem Schlafen negativ auf den gesunden, tiefen Schlaf auswirke. Das hat mit dem besonderen Licht zu tun, mit Ablenkung, aufregenden Botschaften und der Erwartungshaltung.

Ich passe in das Schema einer Jugendlichen

Mit dieser Info sollten wir uns jetzt mit unserem Handygebrauch auseinandersetzen – und siehe da! Ich passe in das Schema einer Jugendlichen! Ich nutze nämlich die Weckfunktion! Am Abend schaue ich kurz nach, ob der Wecker richtig eingestellt ist (eigentlich sinnlos, weil mein Smartphone natürlich weiß, dass ich von Montag bis Freitag zur gleichen Zeit aufstellen soll).

Handyverhalten Hilfe, ich passe in das Schema einer Jugendlichen
(c)iStock

Wenn ich mein Handy nun schon in der Hand halte, checke ich noch kurz meine E-Mails (meistens flattern am Abend ja noch spannende Newsletter mit Shoppingangeboten herein), schaue nach, ob ich allen WhatsApp-Freunden geantwortet habe und schreibe gegebenenfalls auch mitten in der Nacht zurück (mich selbst stört es nicht, wenn ich in der Nacht Nachrichten erhalte – ich wurde ja als Kind darauf trainiert, im Schlaf keine Geräusche wahrzunehmen!).

Ich lese noch wichtige News (Heidi Klums neues Make-Up, Kristen Bell (Original-Stimme von Anna) hat ihren Töchtern zu viel vom Inhalt von Frozen 2 erzählt, die neuesten Streitereien zwischen Kate und Meghan …). In der Früh fast das gleiche, nur dass ich dann wirklich nach ein paar Minuten aufstehen muss.

Ich muss mein Verhalten ändern

So wurde mir wirklich bewusst, dass ich dieses Verhalten ändern muss! Ein Wecker musste her! Kurz habe ich überlegt, Donald Duck nach Salzburg zu holen, aber dieses schrillende Läuten würde mir meinen morgendlichen Vorsprung stehlen. Mein Mann war so lieb und hat mir daraufhin einen nagelneuen „Radio-Wecker“ geschenkt: ein Bluetooth-fähiger Minilautsprecher mit digitaler Zeitanzeige und Doppelalarm!

Dieses Geschenk hat mich sehr gefreut. Die Bedienung über diese vereinfachten Tasten weniger (ich passe leider doch nicht mehr in das Schema einer Jugendlichen).

Jetzt habe ich mir einen ganz schlichten, batteriebetriebenen, analogen Wecker gekauft. Das Handy bleibt (meistens) am Esstisch und ich komme zu meinem wohlverdienten Schlaf.



EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth Lonski

    Unsere zwei Kinder werden so schnell groß! Verpasst man diese Zeit, hat man was Großartiges versäumt. Deshalb lasse ich mich voll und ganz auf den Spagat zwischen Familie, Beruf (Katholischer Familienverband) und Leben ein, und lerne mich dabei selbst richtig gut kennen.


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