Julia Kronreif

Julia Kronreif "Mein Tagebuch"

geschwisterbeziehungen
8. April 2021

Geschwister: Eine Beziehung fürs Leben


Die einen mögen sich, die anderen hassen sich vielleicht sogar. Geschwister-Beziehungen sind nicht immer einfach, doch ich bin froh meine Geschwister zu haben.

Nesthäkchen, Sandwichkind oder doch Erstgeborene?

Es macht einen Unterschied, ob ich Erstgeborene, Sandwichkind oder Nesthäkchen bin. Erstgeborene sind oft perfektionistisch, es fällt ihnen schwer, Dinge aus der Hand zu geben. Dies prägt einen ein Leben lang. Sie haben kein geschwisterliches Vorbild und müssen sich selbst oft allein durchkämpfen, Regeln und Befugnisse erringen, die später für kleinere Geschwister dann schon selbstverständlich sind. Bei den großen Geschwistern sind die Eltern meist strenger und der Erziehungsstil wird nachsichtiger im Laufe der Jahre. Sandwichkinder dagegen bekommen oft weniger Aufmerksamkeit, allein deshalb, weil sie meist schon groß genug sind, sich selbst zu beschäftigen bzw. das ältere Kind darauf aufpasst.

Vielleicht aus diesem Grund sind aus meiner Erfahrung für mittlere Kinder Freundschaften ganz besonders wichtig. Da es sein kann, dass sie sich zu Hause überflüssig vorkommen, nehmen Freunde einen großen Stellenwert ein. Wichtig ist, dass auch sie ihren eigenen wichtigen, besonderen Platz in der Familie haben.

Gerade als Nesthäkchen ist es wichtig, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht immer Zeit seines Lebens in die Rolle der/des Jüngsten zu rutschen. Oft sind Nesthäkchen gefährdet besonders verwöhnt zu werden, indem Eltern oder ältere Geschwister ihnen alles abnehmen. Sie müssen oft nicht so bei den Eltern um Privilegien kämpfen wie ältere Geschwister. Ich habe jedoch auch in Berichten gelesen, dass besonders Letztgeborene lernen müssen, sich abzunabeln.

Ich habe festgestellt, dass nicht nur die Geschwisterreihenfolge prägend ist, sondern, dass sich die Geschwisterbeziehungen auch im Laufe der Zeit ändern. Früher zankte man sich vielleicht wegen Kleinigkeiten. Aber spätestens wenn jeder ausgezogen ist und sein eigenes Leben hat, ist man froh, sich treffen zu können. Im Grunde sind die Geschwister auch die ersten Freunde, die man hat und die einem im besten Fall ein Leben lang zur Seite stehen.

Fakten aus der Forschung

Laut dem Erziehungswissenschaftler und Universitätsprofessor Dr. Stephan Sting der Universität Klagenfurt tragen Geschwister wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Wir wissen aus der Psychologieforschung, dass 3-5-jährige Geschwister doppelt so viel mit dem Geschwisterkind als mit der Mutter kommunizieren. Gerade jüngere Kinder profitieren von den älteren, lernen oft mit diesen schon in der Schule mit, wenn sie noch im Kindergarten sind. Die älteren lernen Rücksicht auf jemanden zu nehmen. Laut Stephan Sting bieten Geschwister-Beziehungen den optimalen Platz, um soziale Kompetenzen auszubilden.

Mein Fazit

Eine Schwester oder ein Bruder ist ein Stück Kindheit das bleibt. Ich glaube, gerade die ersten Erfahrungen im Leben und ersten Beziehungen sind die prägendsten, deshalb sind Geschwister und eine gute Beziehung zu ihnen so wichtig.


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