Mirka Huber

Mirka Huber "Mein Tagebuch"

geheimsprache - meinefamilie.at
8. Februar 2019

Geheime Sprache unserer Kinder


Endlich gehöre ich auch zu den Menschen, die eine geheime Sprache kennen. Bevor ich Mama wurde, habe ich alle Eltern, die ihre Kleinkinder verstanden haben, bewundert und auch ein bisschen beneidet. Nun gehöre ich auch zu der Sorte Menschen, die auf das scheinbar sinnlose Geplapper der Kleinkinder antworten und tatsächlich auch wissen, was das Kind sagt.

Mir wurde die erfreuliche Sache erst gestern klar. Ich fuhr mit meinem zweijährigen Sohn U-Bahn. Neben uns saß eine ältere Dame. Wie immer stellte mich mein Sohn höflich vor. (Er zeigt immer auf mich und sagte „Mama“, damit jeder weiß, wer ich bin.) Die Dame reagierte sofort und fing an mit meinem Sohn zu reden. Doch sie kam nicht weit. „Mama“ und „Auto“ war noch klar, aber dann kam das erste geheime Wort „Kasche“.  Die Dame redete etwas von einer Tasche, bis ich ihr erklärt habe, dass bei der nächsten U-Bahn-Station eine Garage ist, die wir immer begeistert anschauen. Deshalb auch das Thema „Autos“. Die Dame hat herzlich gelacht und ich fing an zu übersetzen, was mein Sohn so sagte. Und da wurde mir klar: ich rede „Kleinkindisch“!

„Kleinkindisch“ für fortgeschrittene

Früher bewunderte ich alle Eltern, die mit ihren Kleinkindern geredet haben und ich versuchte zu erahnen, was sie sagten. Heute spreche ich „Kleinkindisch“ als wäre es meine Muttersprache. Dazu kommt noch, dass mein Sohn zweisprachig aufwächst und manchmal ist es sehr schwer, bestimmte Begriffe einer Sprache zuzuordnen und zu erkennen. Dennoch weiß ich heute, dass „Kischa“ Straßenbahn auf Slowakisch heißt und „Hischo“ Milch bedeutet. Wenn mein Sohn begeistert „Uaua“ schreit, suche ich nach einem Bagger und „Wau“ ist ein Ball. Manchmal kommen auch super süße Wörter aus seinem Mund wie „Papapaj“, was natürlich für Papagei steht. Aber am liebsten höre ich noch immer „Mama“ aus seinem Mund. Auch wenn es tausend mal am Tag kommt. Und auch, wenn es mit einem zornigen Ton gesagt wird. „Mama“ ist das schönste Wort auf der ganzen Welt.

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Wenn Kleinkinder sprechen

Wenn ein Kleinkind beginnt zu sprechen, ist es wie Weihnachten und Geburtstag für einem. Man freut sich über jedes neue Wort. Wenn mehr Wörter am Stück gesagt werden, platzt man vor Stolz. Jedes Wort und jeder Satz wird gefeiert. OK, man will nicht ständig das Lieblingswort jedes Kleinkindes hören (NEIN). Und manchmal ist es auch schwer zu argumentieren, wenn das Kind schon das 50. Mal fragt, wieso… Trotzdem. Wenn ein Kind spricht, ist es wie ein Fest. Ich empfehle alle neue Wörter zu notieren. Vor allem die, die sich ihre Kinder selbst ausdenken. Denn es gibt nichts lustigeres, als die verdutzten Gesichter der Menschen zu sehen, wenn ich auf „Kako“ selbstverständlich antworte „Ja, da steht ein Traktor!“. Und mehr Wörter verrate ich euch nicht. Ich will ja, dass ich die einzige bin, die diese Geheimsprache zu Gänze beherrscht. 🙂

 



EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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