Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Mein privates Frühstück im Wald - meinefamilie.at
27. März 2017

Frühstück allein im Frühlingswald


Heute habe ich mir einen ganz besonderen Luxus gegönnt: ein Frühstück allein mitten in der Natur. Ich hatte schon seit längerer Zeit Sehnsucht nach einer ausgiebigen, ungestörten Zeit allein mit Gott, doch unser praller Alltag lässt manchmal nur kurze „Luftlöcher“ zu. Ein Kaffee auf der Veranda oder ein kurzer Spaziergang sind schon öfter drin, aber ein paar Stunden freie Zeit sind für mich am Vormittag, wo ich ja mit Hausunterricht beschäftigt bin, sehr selten. Ich wollte mal wieder so richtig das Gefühl haben, mir etwas Besonderes zu gönnen. Also bat ich Gott darum und prompt ergab sich heute ganz spontan eine Auszeit für mich, da Benni zu Mittag kochte und Sara mit ihrem Lernpensum viel schneller fertig war als geplant.

So konnte ich mich kurz vor 11 Uhr nach Absprache mit meinem Mann zu einem späten Frühstück aufmachen. Gerade noch rechtzeitig, wie herrlich!

Statt Vollkornmüsli ein McDonald’s-Frühstück

Denn obwohl ich im Alltag auf Vollkornmüsli und Biomilch plädiere, zu solchen Anlässen gibt’s bei mir McDonald’s. Es geht einfach nichts über ein frisches Croissant mit Nutella und Latte Macciato! Glücklich bestellte ich ein Frühstück zum Mitnehmen, denn heute war mir nach frischer Luft.

Manchmal setze ich mich zu solch besonderen Anlässen auch mit einer Zeitschrift auf eine der bequemen Couches, doch heute spürte ich, dass etwas anderes dran war.

Ich packte die Papiertüte mit meinen Schätzen ins Auto und fuhr ein kleines Stück bis zu einem Auwald, in dem ich schon oft spazieren war. Kurz darauf war ich dann zu Fuß unterwegs zu einem meiner Lieblingsplätze: einem moosbewachsenen Baumstamm, auf dem man herrlich in der Sonne sitzen und das Vogelgezwitscher genießen konnte. Ich breitete meine Kostbarkeiten auf dem weichen Untergrund aus und dankte Gott für dieses Geschenk.

In Ruhe entspannen

Mein Handy hatte ich auf lautlos gestellt, denn ausnahmsweise hatte heute für eine Weile niemand etwas von mir zu wollen. Ich merkte, wie ich mich langsam ganz entspannte. Nur Bäume, Blumen und Bienen. Der Duft von blühendem Bärlauch lag in der Luft, was mir ein Schmunzeln entlockte. Ein interessanter Frühstücksduft.

Das Beste war die Ruhe. Niemand, der „Mama“ rief. Niemand, der nur schnell mal was wollte. Wie unglaublich erholsam!

Mit jedem Bissen und jedem Schluck tankten sowohl mein Körper als auch meine Seele neue Energie. Superfood hin oder her – es geht nicht nur um Nährstoffe. Als ich dann, glücklich, satt und zufrieden in meiner Bibel las und darüber nachdachte, wurde mir bewusst, wie gut diese geistige Nahrung für mich ist, wenn ich sie wirklich auskosten kann. Meine „stille Zeit“ zu Hause ist eben sehr oft nicht still und ich überfliege die Bibelverse nur. Heute hatte ich das Gefühl, Gottes Wort wirklich aufgenommen zu haben. „Ich muss das einfach öfter machen!“, rief ich den Meisen zu, die fröhlich um mich herum zwitscherten. Ein Specht klopfte begeistert Beifall. Wie gut das tut, zu sich selbst gut zu sein!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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