Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Wenn der Film zu gruslig ist - meinefamilie.at
19. Oktober 2016

Wenn der Film zu gruslig ist


Da es draußen so kalt und regnerisch ist, kommt mir eine Idee. Ich mache unseren beiden Jüngeren (4,5 und 7) eine besondere Freude: Heimkino!

Die beiden sind begeistert.

Wir wählen einen Film aus unserer DVD-Sammlung, der vielversprechend aussieht: „Oh, wie schön ist Panama„. Der Kinofilm, ohne Altersbeschränkung. „Der ist sicher nett“, denke ich und mache uns Mikrowellen-Popcorn. Erwartungsvoll sitzen wir drei auf die Couch gekuschelt und genießen den Filmbeginn. Die beiden kennen die beiden Hauptcharaktere, den Tiger und den Bären, schon vom Buch, das ich ihnen viele Male vorgelesen habe. Sie sind ganz entzückt.

Heimkino und Lesestunde

Zu Beginn hält sich der Film noch ziemlich genau an die Geschichte von Janosch. Doch bald steigt die Spannung so sehr, dass unser Jüngster Angst bekommt. Er schaut nicht so oft Filme und die unerwartete Szene mit der Hängebrücke, in der der Tiger ins Wasser stürzt, bringt ihn zum Weinen. Ich stoppe den Film und tröste ihn. Wenig später schauen wir weiter. Doch bald kommt wieder eine Szene, die im Buch so nicht existiert. Tiger und Bär erleben auf einem Schiff einen Seesturm. Wieder wird es meinem Kleinsten zu viel. Wir stoppen abermals. Sara ist glücklicherweise geduldig und wartet. Wir beschließen, eine Pause zu machen. Ich frage Gregor, ob er später noch weiterschauen möchte. „Nein“ , meint er. Die Sache ist für ihn erledigt.

Die Großen kommen ins Wohnzimmer und wollen mit Sara den restlichen Film ansehen. Gut, einverstanden. „Weißt du, was wir beide machen?“, frage ich unseren Jüngsten.

„Wir holen uns jetzt das Buch und lesen die richtige Panama-Geschichte nochmal, nur wir beide.“

Wir tauchen ein in die zauberhafte Welt von Tiger und Bär, wo es nichts zu fürchten gibt. Es wäre so schön, wenn der Kinofilm das auch vermitteln würde…

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


    Zum Tagebuch des Autors

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at