Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

faschingskrapfen - meinefamilie.at
10. Februar 2018

Faschingskrapfen selbstgemacht!


Sie gehören einfach zum Fasching dazu, die runden braunen bezuckerten Germteigbälle, genannt “Krapfen”. Es gibt sie mit Marmeladefüllung, oder Vanille, oder Schoko… Die Auswahl ist ja heute sehr groß.

Obwohl ich schon verschiedenste leckere Krapfen gekostet habe – an die selbstgebackenen kommt keiner so schnell ran. Die Faschingskrapfen bei uns zu Hause gehören zu einer meiner Lieblingserinnerungen. Es gab die herkömmlichen mit Marmelade gefüllten, aber auch “Bauernkrapfen”, einfache Germteigfladen mit einer Vertiefung in der Mitte, in die man dann Marmelade geben konnte. Beide schmeckten köstlich, am besten natürlich ganz frisch!

Nur mit Ring ein Original

Meine Oma, aber auch meine Mutter beherrschten die hohe Kunst des Krapfenbackens perfekt. Krapfen sind nicht gesund. Sie bestehen aus raffiniertem Mehl, weißem Zucker und Fett. Das Gesündeste daran sind die Eidotter. Aber so oft isst man sie ja nicht und ab und zu darf man schon bewusst mal auch was Ungesundes essen. Der Germteig wird im Fett schwimmend gebacken. Schön braun sollte ein perfekter Krapfen sein, süß und flaumig und mit einem deutlichen hellen Streifen in der Mitte.

Meine Mutter war immer schon sehr auf gesunde Ernährung bedacht – was ich sehr lobenswert finde. Von ihr habe ich sicher die Lust am Experimentieren beim Kochen mit Gemüse geerbt. Doch einmal ging sie zu weit. Sie versuchte, “gesunde” Krapfen zu kreieren, aus Vollkornmehl. Bei den Weihnachtskeksen war ihr das schon gelungen, und nun waren natürlich alle sehr neugierig auf das Ergebnis. Doch als die erste Teigkugel ins Öl sank, schwanden alle unsere Illusionen. Der Teig war so schwer, dass er “absoff” wie ein Stein und nicht wieder auftauchte. Die Vollkornkrapfen waren leider ungenießbar… Noch heute schmunzeln wir, wenn wir über diese Episode reden.

Mut zum Selbermachen

Obwohl das Krapfenbacken eine so feste Tradition in meinem Elternhaus war, hab ich das in meiner Familie bisher nicht praktiziert. Warum, weiß ich nicht. Aus Respekt vor dem Germteig vielleicht oder weil ich überhaupt nicht so gern backe. Aber heuer hatte ich richtig Lust, es mal selbst zu probieren. Ich suchte mir ein einfaches Rezept mit genauer Anleitung und legte einfach los.

Meine beiden Assistenten Gregor und Sara halfen fleißig mit. Gregor liebte den “Kampf” mit dem Germteig. Es braucht tatsächlich Kraft, diese klebrige Masse zu bändigen… 😉 Auch beim Ausstechen der Kreise für das Gebäck hatte ich noch Unterstützung. Das Füllen und Backen in heißem Fett übernahm dann ich allein. Ich war ziemlich stolz auf mein Ergebnis: meine ersten selbstgemachten Faschingskrapfen! Begeistert rief ich die Kinder zum Tisch und alle bewunderten die duftende Süßigkeit. Doch beim ersten Bissen schwand die Begeisterung… “Äh,… wo ist denn die Marmelade? Da ist fast nix drin! Der Teig schmeckt komisch, eher wie Brot… Also diese Krapfen mag ich nicht…. ” Oje…. Kein Begeisterungssturm. Dabei hatte ich mir echt Mühe gegeben, das Rezept genau zu befolgen…. der Großteil meines Faschingsgebäcks blieb am Teller zurück.

Etwas später am Abend kostete ich noch einen von den mittlerweile ausgekühlten Krapfen, strich reichlich Marmelade darauf und fand ihn gar nicht so schlecht. Ehrlich! Naja, ein bisschen ändern muss ich die Zuckermenge in Zukunft. Aber sonst – echt ok. Mit einer gewissen Zufriedenheit beendete ich so den Tag und beschloss, mich in Sachen Krapfenbacken nicht so schnell unterkriegen zu lassen!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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