Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Es schneit - meinefamilie.at
21. Januar 2016

Es schneit!


Gestern um halb zwölf, als Georg noch werkte und ich schon im Bett lag, kam er plötzlich ins Schlafzimmer gestürmt mit einer Neuigkeit: „Maria, es hat geschneit! Alles ist weiß!“ „Wie schön,“ antwortete ich. Aber das war trotzdem kein Grund für mich, noch mal aufzustehen. Müde drehte ich mich auf die andere Seite.

Frühmorgens, ich lag noch in sanftem Schlummer, wurde die Tür abermals aufgerissen, diesmal von Benni, unserem Elfjährigen. „Mama, hast du schon hinausgeschaut? Es hat geschneit!“ Begeistert riss er das Rollo hoch, um mir die weiße Pracht zu zeigen. Ja, ja…Der erste Schnee ist ganz wunderbar. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen.

Als schließlich unser Jüngster, Gregor, begeistert hereintanzte zu unserem üblichen Morgen-Kuschel-Ritual und mir die frohe Botschaft ein drittes Mal überbrachte, raffte ich mich auf, mir die weiße Sensation selbst anzusehen. Wirklich, alles war mit einer dicken Schneeschicht bedeckt. Wunderschön. Lange hatte ich nicht Zeit für stille Betrachtungen, denn die Kinder wollten noch vor dem Frühstück hinaus.

Nicht auf Problemmodus schalten

Gregor brauchte meine Hilfe beim Anziehen. Mechanisch steckte ich ihn in den Schianzug und suchte etwas genervt noch ein Paar Handschuhe, da Fritz, der Älteste, seine gerade nicht fand. Dann waren sie weg. Alle vier Kinder tollten jubelnd im Schnee herum, rutschten mit ihren Bobs den leichten Abhang vorm Haus hinunter und bauten einen Schneemann. Als Sara kurz darauf anstapfte und mich um eine Karotte für die Nase bat, war ich schon etwas besser gestimmt.

Der erste Schnee ist nun mal was Besonderes. Ich freue mich eigentlich auch jedes Mal darüber. Aber mein rationelles Erwachsenenhirn schaltete sofort auf „Problemmodus“:

  1. Schnee bleibt bei uns erfahrungsgemäß nie lange liegen.
  2. Nasser Schnee und Matsch ist schrecklich, vor allem beim Autofahren.
  3. Matschwetter bedeutet beträchtlich mehr Putzarbeit für mich…

Doch als die Kinder mit roten Backen und leuchtenden Augen zur Tür hereinkamen und diesmal friedlich beim Frühstück saßen, war ich auch zufrieden. Und dankbar für den Schnee.

Passend dazu: Kinderspiele im Schnee

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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