Magdalena Preineder

Magdalena Preineder "Mein Tagebuch"

„Er hat gefragt. Ich habe Ja gesagt.“
8. November 2019

Er hat gefragt. Ich habe Ja gesagt.


Kurz nach meinem 20. Geburtstag sollte es endlich so weit sein. Der Tag, den ich bereits voller Ungeduld herbeigesehnt hatte, kam. Obwohl ich mir diesen Tag ungefähr tausende Male vorgestellt hatte, mein Mann und ich bereits über das Thema Verlobung gesprochen hatten, war ich überrascht als es endlich so weit war.

Und dennoch: Als mein Mann vor mir auf die Knie sank und mich fragte, ob ich mit ihm den Weg von der Verlobung zur Hochzeit gehen möchte, bejahte ich ohne zu zögern.

Es fiel mir nicht schwer ,,Ja“ zu sagen, obwohl wir zusammen nicht nur rosige Zeiten erlebt hatten.

Als wir mit unserem Trauungspriester, den Ablauf der Trauung besprachen, sagte dieser, wenn wir nicht schon einmal gestritten hätten, müsste er sich das noch einmal überlegen, ob er uns trauen würde. Darüber brauchte er sich allerdings keinen Kopf zu machen. Obwohl wir für viele aus unserem Umfeld das Traumpaar schlechthin waren, kannten auch wir Streitereien, Meinungsverschiedenheiten, Worte die zu schnell gesprochen waren und die man nicht mehr zurücknehmen konnte, und Tränen, die flossen.

Warum Streitereien in Ordnung sind und sie mich nicht in meiner Gewissheit erschütterten.

Von Anfang an strebten mein Mann und ich danach, das Bild von Liebe, zu leben. Wir strebten danach unsere Beziehung auf Christus aufzubauen und sie mit ihm zu leben. So endeten beispielsweise alle unsere Dates mit der Teilnahme an einer heiligen Messe. Ebenso beteten wir zusammen wie auch für einander. Wir bauten uns ein Fundament auf, das sich durch Streitereien nicht erschüttern ließ. Wie auch, die Liebe, die uns verband, bewies am Kreuz, das sie stärker war als der Tod.

Wir lebten in der Gewissheit in unserer Beziehung von Gott getragen zu sein.

Zu einer Beziehung,  in der auch Gott seinen Platz haben soll, gehört natürlich nicht nur mit- und füreinander zu beten, sondern auch um die Erkenntnis des Willens Gottes zu beten. So prüfte jeder von uns, was Gott mit unserem je eigenem Leben und unserer Beziehung vorhatte. In einem waren mein Mann und ich uns von Anfang an einig: In dieser Beziehung sollte Gott verherrlicht werden.

Unser Fundament ermöglichte uns den nächsten Schritt ohne Zweifel zu machen.

Als wir uns verlobten, gab es einige kritische Stimmen, nicht zuletzt waren diese auch von unseren Eltern. Wir seien zu jung, zu naiv, wissen nicht, was es heißt zu heiraten und eine Familie zu gründen. Wir seien dem noch nicht gewachsen, sollten unsere jungen Jahre genießen und uns Zeit nehmen.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“

Das war das Motto, das von außen vielfach an uns herangetragen wurde. Was diese kritischen Stimmen nicht sahen, war, das wir genau das die vergangenen zwei Jahre getan hatten. Wir hatten keine Zweifel. Und es gab auch genug derer, die unseren Schritt gut fanden, uns unterstützten, und uns als Vorbilder ansahen.

„Er hat gefragt. Ich habe Ja gesagt.“

War ich zu jung oder zu unerfahren? Als ich eines Tages gefragt wurde, warum ich so jung geheiratet habe, habe ich eine ganz simple Antwort gegeben: „Er hat gefragt. Ich habe Ja gesagt.“ – Das klingt vielleicht zu einfach, doch eigentlich ist es das nicht, wenn man sich wirklich sicher ist.

In guten wie in schlechten Zeiten

Und das war ich. Ebenso wie mein Mann. Für uns war klar, dass wir das Leben in all seinen Höhen und Tiefen gemeinsam bestreiten wollten. Nach zwei Jahren Beziehung wussten wir auch, dass die Ehe nicht dauernde Schmetterlinge im Bauch oder romantische Dates sein würde. Wir waren uns darüber im Klaren, dass es schon mal hieß, dem anderem beizustehen, wenn er sich eine Magengrippe eingefangen hatte oder einander einfach in Jogginghosen anzutreffen, anstatt dass man sich in aller Mühe zurecht macht.

Wir wollten einander das schönste Geschenk machen: Uns selbst und unser Leben.

Als unsere Beziehung noch ganz jung war, sagte mein Mann einmal zu mir: „Ich habe mich in dich verliebt, mit deiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“ In den Jahren unseres Zusammenseins, war unsere Beziehung gereift. Aus anfänglicher Verliebtheit wurde Liebe.

Diese bedingungslose Entscheidung für den anderen, so verstehen wir Liebe, wollten wir auch vor Gott kundtun. Wir haben uns für einander entschieden – mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die der jeweils andere mitbrachte. Deswegen haben wir geheiratet, es war ganz einfach der natürlich und logisch nächste Schritt.

Er hat gefragt. Ich habe Ja gesagt. Ganz einfach, weil wir uns für einander entschieden haben. Entschieden haben, den Weg mit all dem Hell-Dunkel des Lebens gemeinsam zu gehen, miteinander und mit Gott.



EIN ARTIKEL VON
  • Magdalena Preineder

    Gott, mein Ehemann und das Schreiben sind die drei großen Lieben meines Lebens. Wenn ich nicht gerade etwas für mein Theologiestudium erarbeite, findet man mich an der Gitarre, auf Pferderücken oder irgendwo zwischen Nonstop-Lachen und Deep-Talks führen mit Freunden. Seit kurzem blogge ich zudem auf meiner eigenen Website www.herzvoll.com.


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