Karl-Heinz Fleckenstein

Karl-Heinz Fleckenstein "Mein Tagebuch"

enkel besuchen oma und opa in jerusalem - meinefamilie.at
11. Januar 2018

Enkel aus Salzburg besuchen Oma und Opa in Jerusalem


Schon seit Wochen fiebern wir  dem Termin entgegen, an dem wir unsere beiden Enkelkinder Elias und Naomi nicht mehr nur per Skype sehen,  sondern sie endlich mal wieder in die Arme schließen und herzhaft mit ihnen  „Bussis“ austauschen können. Elias hatte uns schon Tage vorher uns auf dem Computer-Bildschirm mit seinen Fingern aufmerksam gemacht, dass er noch sieben Mal  schlafen müsse, bis er bei Oma und Opa in Jerusalem sein würde. Endlich ist es soweit. Am Tag vorher richten wir das Haus möglichst in jeder Hinsicht kindgerecht her, überlegen, wie wir die Treppe von oben absichern können, damit ja kein Kind hinunterfällt.

In einem Spielwarengeschäft finden wir für Elias ein Plastikpferdchen, das bei entsprechendem Knopfdruck zu laufen und zu wiehern beginnt.  Ein Puppenhaus mit Türklingel und eine Schaukel für das  Püppchen könnte genau das richtige für Naomi sein.

Langersehntes Wiedersehen

Nach einem Nachtflug von Wien ist die Landung in Tel Aviv gegen zwei Uhr vorgesehen. Obwohl wir uns bis zu ihrem Eintreffen noch etwas Schlaf gönnen wollen, bringen wir natürlich kein Auge zu. Um halb vier klingelt es endlich an der Haustüre. Wir springen wir ein geölter Blitz aus dem Bett,  um die Familie unseres Sohnes mit  einer  herzlichen Umarmung gebührend zu begrüßen. Der dreijährige Elias und die eineinhalbjährige Naomi liegen in den Armen ihrer Eltern im tiefen Schlummer.

Also müssen  wir die Begrüßungszeremonie  mit ihnen bis später aufheben. Endlich beim Frühstück fallen uns die beiden Kleinen  mit einem hellen Begrüßungsaufschrei „Oma, Opa, ich liebe dich“ um den Hals.

Jerusalem erleben

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Die folgenden Tage sind geprägt mit Highlights. Eines davon ist der Brückenschlag unserer vier Enkel zwischen Salzburg und Jerusalem:  dem achtjährigen Michael und der sechsjährigen Mirell. Die beiden „Großen“ können es kaum erwarten, ihre kleinen Cousins  die „1000-jährigen“ Schildkröten auf der Obstterrasse zu zeigen.

Da Elias noch nie in Salzburg Orangen an einem Baum hängen sah, beginnt er die halbreifen Früchte mit Begeisterung zu pflücken.

In unserem Gästezimmer erkennt er an der Wand  mit voller Freude sein für Oma und Oma gemaltes Bild „Das  blaue Meer“.  Michael spielt voller Stolz für seine beiden Verwandten sein neuestes Stück auf der Violine vor.

Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, unsere Salzburger Familie zu einem orientalischen „vorweihnachtlichen“ Mahl einzuladen. Um den Appetit noch mehr anzuregen, vergnügen sich unsere Enkelkinder auf der im Hof des Restaurants stehenden Schaukel und Rutsche.

In einem  weiteren Höhepunkt begehen wir mit der  Familie unserer Tochter Mirjam, mit Tante Angela, der Schwester von Oma und mit ihrem Priester-Bruder Louis eine festlichen „Mensa“, zubereitet von Oma Louisa, mit einer anschließenden feierlichen „Missa“, wobei Michael an der Seite von Abuna Louis als Ministrant fungiert.

Da es in Österreich keinen Ozean gibt, ist ein abendlicher Besuch mit Sonnenuntergang-Stimmung  in der malerischen Stadt Herzelia am Mittelmeer ein Muss.

Meer statt Regen

Papa Emmanuel und die Kinder tummeln sich voller Freude in den warmen Wellen, während zur gleichen Zeit in Salzburg der Himmel mit mächtigen Regenschauern aufwartet. Nach einem ausgedehnten Spaziergang  in den Sanddünen winkt wenige Meter entfernt ein schickes Restaurant  zu einem originellen Abendessen, mit dem uns alle Emmanuel überrascht.

Abschied vor dem nächsten Wiedersehen

Die 10 Tage sind wie im Flug vergangen. Beim  Abschied schon an der Tür flüstert mir Elias eine Bitte ins Ohr: “Opa, kannst du mir noch etwas vorzaubern?“ Wer kann da schon bei so viel Liebe  nein sagen. Schnell improvisiere ich einen Zaubertrick,  verschlinge einen kleinen Ball und hole ihn als Maus aus dem Mund wieder heraus. Elias verschluckt sich fast vor Lachen. Noch ein letzter „Hug“ mit unseren Enkeln, mit Papa und Mama, und wir reißen uns schnell los, um nicht am Ende noch vor Abschiedsschmerz in Tränen ausbrechen zu müssen.

Aber uns bleibt die  Hoffnung im Herzen, dass wir uns im Frühling in Jerusalem wiedersehen, ein Wunsch, den uns Papa Emmanuel als Trostpflaster zurück gelassen hat.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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