Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

7. Juni 2019

Ende des Homeschooling


Heute war ich mit meinen beiden Jüngsten in Wien bei der Externistenprüfung. Das ist die Jahresabschlussprüfung für den Hausunterricht. Die Prüfungsschule, an der wir waren, hat eine sehr angenehme Atmosphäre geboten, doch ab dem kommenden Jahr wird es nur noch für Kinder aus Wien möglich sein, dort Prüfungen abzulegen. Deshalb – und auch aufgrund anderer Faktoren – haben wir uns entschieden, nächstes Jahr auch unsere beiden Jüngsten „normal“ zur Schule zu schicken. Es war also somit unsere letzte externe Prüfung.

Gemischte Gefühle

(c) iStock

Unsere beiden älteren Kinder sind schon an öffentlichen Schulen und haben die Umgewöhnungsphase hinter sich, den jüngeren steht sie noch bevor. Ich blicke auf die fünf Jahre Hausunterricht mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits war es eine sehr schöne, bereichernde Aufgabe, den Lernstoff gemeinsam mit den Kindern zu erarbeiten. Ich habe selbst sehr viel gelernt, vor allem im Bezug auf Disziplin und Lernverhalten. Die Kinder und ich konnten viel Kreatives und einige tolle Projekte miteinander machen. Lernen wurde zu einer fast selbstverständlichen Sache im Alltag, auch abseits der geregelten Unterrichtsstunden. Andererseits hat es sehr viel Kraft gekostet.

Mama und Lehrer sein

Es war neben den alltäglichen Aufgaben als Mama, Hausfrau und Teilzeitangestellter ein zusätzlicher Job mit viel Verantwortung. Jetzt, wo Fritz und Ben „normal“ zur Schule gehen, merke ich, wie viel Zeit da eigentlich hinein geflossen ist. Ich bin natürlich immer noch bereit zu helfen, wo ich kann, doch es lastet nicht mehr die ganze Verantwortung für den schulischen Erfolg auf den elterlichen Schultern.

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Die beiden Großen haben gelernt, selbständiger zu sein und bitten nur noch bei wirklich schwierigen Dingen um Hilfe. Mit Fritz beispielsweise lerne ich immer wieder Spanisch. Da ich diese Sprache auch beruflich brauche, ist sie mir halbwegs geläufig und ich freue mich über jeden Fortschritt meines Sohnes. Gleichzeitig finde ich selbst immer wieder Phrasen und Wörter, die ich nicht kenne und erweitere meinen Wortschatz. Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Aber ich bin froh, dass er in den meisten anderen Fächern mittlerweile selbst lernt und z.B. in Mathe Nachhilfe von jemand anderem bekommt.

Mit Sara und Gregor habe ich diese letzte Prüfung besonders gefeiert – mit einem Besuch im Haus des Meeres und einem leckeren Essen. Wir sind froh, das Schuljahr gut abgeschlossen zu haben. Um den jährlichen Pflichtbesuch in Wien ist uns natürlich ein bisschen Leid, aber wir können ja diese Tradition weiter pflegen und jedes Jahr einen „Wientag“ machen.


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