Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

14. August 2019

Einfach Lego spielen


Heute hab ich mir einen ganz besonderen, für mich seltenen Genuss gegönnt. Wir hatten nichts Fixes vor und die Kinder wollten gemeinsam etwas machen. Gregor schlug Lego spielen vor. Also hab ich mit ihnen einfach Lego gespielt! So wie früher, als Kind, als wir einfach ohne Plan und Vorgabe drauf los bauten und phantasievolle Gebäude und Fahrzeuge kreierten!

Lego spielen und sammeln

Lego haben wir über die Jahre genug angesammelt, in allen möglichen Formen und Farben, normale Standardteile, aber auch Technik-Lego, Bauplatten und verschiedene Spezialthemen wie „Herr der Ringe“ etc. Wir haben fast alles, was in der Lego-Welt bisher erfunden wurde. So sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Gregor (7) baute an einem speziellen Flugobjekt, mit Super-Sechsfach-Düsenantrieb. Dem wollte ich natürlich in nichts nachstehen und ich entwarf mein ganz individuelles Space-Shuttle mit „echten“ Flammen als Antrieb. Emsig grub ich in den bunten Steinen, um die gewünschten Teile zu finden. Es sollte schließlich wirklich cool aussehen.

(c) iStock

In den Steinen wühlen

Ich mag das Gefühl und auch das Geräusch, wenn man in Lego wühlt. Es hat etwas Beruhigendes an sich. Ich kann mich an viele Situationen meiner Kindheit erinnern, wo meine Geschwister und ich stundenlang Lego spielten und die Finger vom Bauen ganz rot waren – fast so rot wie unsere Backen. Manchmal erschufen wir ganze Welten. Die Zeit schien stehen zu bleiben, wir waren ganz vertieft ins Bauen und fanden es einfach nur cool. Wir waren in einem Flow-Zustand voller Kreativität und Begeisterung. Nichts, aber auch gar nichts in uns sehnte sich nach anderer Unterhaltung. Wir gingen ganz auf in unserem Tun und genossen das kreative Gestalten.

Wie früher…

Irgendwie fühlte ich mich nun in die damalige Zeit versetzt. Ich erlebte mit meinen eigenen Kindern einen schönen Teil meiner Kindheit wieder und fand das toll. Es war ein ganz besonderes Miteinander. Jeder baute selbständig vor sich hin, ohne einander zu stören, gleichzeitig gaben wir einander Tipps oder boten einander besondere Teile an.

(c) iStock

Wenn etwas besonders cool aussah, wurde es natürlich bestaunt und gelobt. Gregor hatte zum Beispiel die Idee, aus ca. 10 kleinen Lenkrädern einen „Motor“ für sein Fahrzeug zu machen. Wirklich außergewöhnlich. Manche Teile waren so fest zusammengesetzt, dass wir sie mit einem Messer vorsichtig auseinanderlösen mussten. Ab und zu flog dabei ein Teil quer durch den ganzen Raum. Wir waren eine gefühlte kleine Ewigkeit damit beschäftigt, das perfekte Flugobjekt zu gestalten. Zusätzlich entstand auf einer Platte ein Gebäude, daneben eine Höhle mit Edelsteinen und allen möglichen anderen Schätzen darin. Wir bauten eine Geschichte.

Je mehr wir in der Lego-Welt versanken, desto bunter und lebendiger schien alles zu werden. Irgendwie wollten wir gar nicht mehr aufhören. Nur der Hunger lockte uns irgendwann von den Lego-Kisten weg in die Küche. Beim gemeinsamen Abendessen waren wir uns einig, dass dies einer der schönsten Nachmittage gewesen war, die wir gemeinsam erlebt hatten.



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Niederösterreich im Erlauftal. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nach fünf Jahren Homeschooling sind nun alle vier Kinder in öffentlichen Schulen und ich bin Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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