Maria Spenger

Maria Spenger "Mein Tagebuch"

Ein ganz normaler Tag - meinefamilie.at
3. März 2016

Ein ganz normaler Tag – Grund zum Jammern?


Um 5.55 Uhr läutet der Wecker. Zum ersten Mal. Ich bereite mich schon einmal innerlich darauf vor, dass mich bald der Boden der Realität wieder hat. 6.05 Uhr schrillt es neben mir erneut. Mühsam erhebe ich mich, verlasse mein Schlafzimmer, das seit unbestimmter Zeit zwei neue Besucher beherbergt und entdecke, dass meine tüchtigen Mädls bereits geduscht und erfrischt sind. In der Küche werden schnell die Jausenbrote gerichtet, ein Mittagessen für die Gymnasiastin aus dem Tiefkühler getaucht und Milch für die hungrigen Frühaufsteher erwärmt. Leider nur nebenbei…

Unser Sechsjähriger, der nun auf die Idee kommt, zum Morgenduscher zu mutieren, bringt die Zweijährige auch auf diesen guten Einfall, ihre Körperpflege auf die goldene Stunde zu verlegen – zumindest heute. Als nun das kleine nackte Geschöpf in der Küche erscheint, ist die liebe Mutter bemüht, es schnellstmöglich in warme Kleidung zu packen. Da passiert es: Es duftet herrlich verbrannt. Das letzte Mal, als die Milch „überging“, brachte mir eine Nachbarin das passende Mittel, um die Schandflecken am Herd zu beseitigen. Einmal abwarten, wer heute gute Tipps „vorbeibringt“…

Alltagsroutine ist gut, wie sie ist

Satt, gestriegelt und mit vielen tollen Sachen steigen wir ins Auto sausen in Kindergarten und Schule. Unglücklicherweise parke ich direkt neben dem second hand shop, sodass ich nach der morgendlichen Sprechzeit mit dem lieben Gott doch einen Blick in dieses nachhaltig sinnvolle Geschäft werfen muss. Der ursprüngliche Wunschartikel entpuppt sich gleich als zu teuer, doch bei weiterem Stöbern finde ich dann doch etwas, um meine Kauflust zu befriedigen. „Die Kleine Hexe“ von Ottfried Preußler wartet nämlich auf uns – und lustigerweise gibt’s eine Widmung an ein Mädchen darin, das so heißt wie unsere Neunjährige. Unterschrieben mit: von Mama und Papa. Wie zeitlos!

Schnell nach Hause, Wäsche, kochen, aufräumen und schnell wieder los zu einem Gespräch; Kindergartenkinder abholen, Schulkinder abholen, essen, zum Erstkommunionsunterricht, nach Hause, Nachbarn besuchen, Abendessen, aufräumen, Zähneputzen, Gute-Nacht-Geschichte, Abendgebet, Kinder zu Bett bringen und kuscheln. Das war unser Programm heute.

Übrigens hat mich ein Gespräch mit einer Nachbarin sehr beeindruckt. Nachdem wir ein Stück des Weges gemeinsam gingen, erzählte sie mir von einer Spielgruppe, die sie mit ihrer Tochter besucht. Nach ein paar lieben Worten sagt sie: „Wir waren vorher in einer anderen Gruppe, dahin wollten wir nach einiger Zeit nicht mehr. Die Mamas dort haben sich nur darüber ausgetauscht, wie anstrengend die Zeit zu Hause mit den Kindern ist. Ich find’s auch manchmal nicht so prickelnd, aber das Jammern wird der schönen Zeit mit unseren Kindern daheim nicht gerecht.“

Wow, das hat mich aufgebaut!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Spenger

    Eines schönen Tages fahre ich mit meinem Zweijährigen in der Straßenbahn. Er sieht einen Jogger in Leggins, läuft hin, gibt ihm einen Klaps auf den Hintern und ruft „Popschi!“ ;-) Was wir als Familie erleben, was uns bewegt und wie wir dadurch auch wachsen, könnt ihr in meinem Tagebuch lesen. Mit unseren sechs lebhaften Kindern leben wir in Wien und machen nichts Besonderes, außer Familie zu sein.


    Zum Tagebuch des Autors

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