Markus Stegmayr

Markus Stegmayr "Mein Tagebuch"

balance zwischen zu hause und raus gehen - meinefamilie.at
10. Oktober 2018

Die richtige Balance zwischen Ausflug und zu Hause bleiben finden


Kinder brauchen ein warmes Nest, gebaut aus Geborgenheit, Vertrautheit und nachvollziehbaren Strukturen. Aber sie brauchen auch Abenteuer und Abwechslung.

Bei schönem Wetter fällt die Antwort meist eindeutig aus. Wer mag schon zuhause bleiben, wenn draußen die Sonne strahlt und warme Temperaturen locken. Na, eben. Doch eigentlich geht es gar nicht darum, dass man unbedingt nach draußen müsse. Es geht um die richtige Entscheidung, die Eltern im Dialog mit ihren Kindern treffen sollten.

Die Situation ist nämlich komplexer, als sie auf den ersten Moment erscheint. Eltern neigen auch dazu, sich in Geschäftigkeit zu ergehen. Das Ziel dahinter ist klar: Der Nachwuchs soll was erleben, etwas von der Welt sehen, Abenteuer erleben und Neues kennenlernen. Nicht zuletzt soll er dann, von den neuen Eindrücken überwältigt oder zumindest von Fußmärschen Co. ermüdet, am Abend selig schlummern und die Eltern wieder mal ihre selige Ruhe haben.

Die richtige Balance finden

Ein Kind wird in ein Heim hineingeboren. Ebendieses kann es sich nicht aussuchen. Es kann nur hoffen, dass dieses Zuhause von liebevollen Menschen bereitet wurde. So oder so wird es dieses Zuhause, dieses Heim zuerst einmal als die Grenzen seiner Welt erfahren. Vor allem in den ersten Wochen ist das Zuhause eigentlich die Welt schlechthin. Später gibt diese Welt Halt, ist Rückzugsort, ein Ort, an dem alles Wohlvertraut ist und keine bösen Überraschungen lauern.

„Draußen“ ist das anders. „Draußen“ kann potentiell alles passieren. Es liegt auch an den Eltern, dass das „Draußen“ weder dämonisiert noch idealisiert wird.

Geht man mit Kindern nach draußen, dann entdeckt man allzu oft selbst Neues. Sie sehen Dinge, die man selbst schon lange nicht mehr sieht. Sie nehmen Aspekte der Umwelt, der Natur und der Stadt wahr, die man nicht mehr sieht. Dadurch kann man sich auf gemeinsame Entdeckungsreise begeben. Man kann erzählen und benennen. Man kann aber auch von Kindern überhaupt erst dazu motiviert werden, zu erzählen und zu benennen. Als Erwachsener weiß man mehr, übersieht aber auch, weil das Wissen oft die Neugierde übertüncht.

Raus gehen – aber auch mal zu Hause bleiben

Daraus folgt: Raus gehen ist wichtig, die Welt entdecken, zumal gemeinsam mit den Kindern, ist wunderschön und aufregend. Aber man sollte sich auch Zeit nehmen und drinnen bleiben. Dort kann man Dinge verarbeiten, dort kann man zurücklehnen. Dort kann man einfach nur sein, ohne herausgefordert zu werden. Es ist das traute Heim, das umso schöner wird, wenn die Balance zwischen drinnen und draußen stimmt.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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