Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

Der Lieblingsteddy, ein Stück Geborgenheit - meinefamilie.at
11. September 2017

Der Lieblingsteddy, ein Stück Geborgenheit


Unsere Kinder haben mittlerweile eine ansehnliche Sammlung an Kuscheltieren und -figuren, die ihr Bett und das Kinderzimmer bevölkern. Einige davon sind lustig, wie zum Beispiel ein Pilz aus Stoff oder ein „Leseknochen“, den man im Bett als Kopfstütze verwenden kann. Andere sind ganz normal, wie einige Hasen oder Bären oder anderes Getier. Einige der Kuscheltiere sind jedoch besonders. Jedes unserer Kinder hat im Lauf des ersten Lebensjahres ein großes Stofftier bekommen, das im Bett manchmal auch die Funktion des Kopfpolsters übernahm. Fritz hatte ein Nilpferd, Benni einen Elefant, Sara ein Känguru – mit einem Jungen im Beutel – und  Gregor einen Teddybären. Jedes unserer Kinder liebt dieses Kuscheltier besonders, vor allem in jüngeren Jahren. Wann immer sie auswärts übernachtet haben, mussten diese Kuscheltiere natürlich mit. Viele Phasen des Krankseins ließen sich mit dem treuen Freund an der Seite besser überstehen.

Der Bär als Polster

Gregor hat eine ganz besondere „Beziehung“ zu seinem Bären. Er liebt ihn so heiß, dass ich lange mit ihm verhandeln muss, bevor ich ihn ab und zu waschen darf. Wenn er sich ausruht, verwendet er den Bären als Polster. Deshalb ist er in der Mitte schon komplett flachgedrückt. Ich habe Gregor einmal gefragt, ob ich seinen Bauch neu füllen darf, damit er wieder etwas dicker aussieht. Das würde aber bedeuten, dass ich ihn aufschneiden und wieder zunähen müsste. Eine „Operation“ sozusagen. Das wollte er nicht. Lieber hat er den dünnen, zerknautschten Bärli. Wann immer mein Jüngster Trost braucht und sich auf meinen Schoß kuschelt, muss der Bär dabei sein. Auch ins Krankenhaus haben wir ihn mitgenommen.

Einmal hat Gregor mir erklärt, dass der „Bärli“ seine Tränen abwischt.

Er ist also äußerst wichtig für ihn. Da er ihn untertags fast überall mit hin nimmt, verbringen wir am Abend vor dem Schlafengehen oft einige Zeit, um den Bären zu suchen. Und wehe, er wird nicht gefunden! Ein einziges Mal blieb er am Abend unauffindbar und Gregor ging nur schlafen unter der Bedingung, dass wir gleich am Morgen weitersuchen. Glücklicherweise fand ich ihn später am Abend und legte ihn gleich neben meinen schlafenden Sohn. Wie glücklich war er, als der Bär beim Aufwachen wieder da war!

Manchmal muss Teddy zuhause bleiben

Ich finde diese Anhänglichkeit Gregors an sein Stofftier süß, und gleichzeitig weiß ich, dass das nicht immer so bleiben kann und wird. Manchmal besprechen wir Situationen, wo der Bär besser zu Hause bleibt, um nicht verloren zu gehen. Das klappt mittlerweile sehr gut. Gregor wird größer. Er braucht den Teddy nicht mehr überall. Und doch werde ich darauf achten, dass er da ist, wenn er ihn braucht. Der Bär verkörpert ein Stück Geborgenheit für ihn und das finde ich sehr schön!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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