Melanie Stöger "Mein Tagebuch"

Danke dass wir Mamas sein dürfen
10. Mai 2019

Danke, dass wir Mamas sein dürfen


Mutter sein – was bedeutet das? Wie geht das? Erklären kann ich es zu 100% nicht, da ich noch lange nicht alles weiß. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen; dass es kein “Job” ist. Es ist eine Lebensaufgabe, eine Verbundenheit, die sonst niemand versteht und Liebe, die einen niemals in Stich lässt. Egal, was vorgefallen ist und was passieren wird. Man wird immer Mutter von seinem Kind, seinen Kindern sein. Es ist zugleich keine Selbstverständlichkeit, es ist ein Geschenk, wenn man Mutter werden darf und der liebe Gott es mehr als gut mit einem meint und einem vielleicht sogar mehr Kinder schenkt.

Ein ganz besonderer Tag

Danke dass wir Mamas sein dürfen
(c) iStock

Der Muttertag war für mich früher ein schöner Tag. Ja, ich habe meiner Mama gerne ein Geschenk und Blumen gekauft, sie besucht und Zeit mit ihr verbracht. Doch seitdem ich selbst Mama sein darf, bedeutet mir dieser Tag sehr sehr sehr viel und ich schätze ihn auf eine andere, besondere Weise. Eine Mutter leistet unvorstellbar viel. Angefangen von den Gefühlsachterbahnen, die man als Mama erlebt (oder erleben darf). Von Beginn an, wie der positive Schwangerschaftstest, das erste Ultraschallbild, die Ängste, die Freude. Die vielen schlaflosen Nächte, die vielen Stunden, an denen man nur Geschrei, Geheule hört. Die Tests, die der liebe Gott mit uns immer wieder macht, wie weit man gehen kann und was man aushält. Ja, als Mutter hält man jede Menge aus. Viel von dem ich niemals erträumt hätte, es zu schaffen. Aber es geht, und darauf kann jede Mutter mächtig stolz sein.

Es gibt aber auch andere Tage

Leider gibt es auch Phasen als Mutter, wo man einfach nur funktioniert. In letzter Zeit, war das häufig der Fall bei mir. Man isst (falls man überhaupt dazu kommt) immer als Letztes. Man geht immer erst gefühlt zwei Stunden später auf die Toilette, wobei man eigentlich davor schon musste, aber wieder mal was dazwischenkam. Man putzt das Haus – diese fünf Minuten wo alles so bleibt, geben einen so viel Kraft und Motivation. Doch fünf Minuten später, ist man schon wieder im Spielzeug Dschungel.

Danke dass wir Mamas sein dürfen
(c) iStock

Man möchte sich mit seinem Ehemann einen schönen Abend machen und kaum beginnt man, geht das Babyphone an. Man glaubt gar nicht, in welchen Umständen man am Klo sitzen kann; mit weinendem Baby – wenn’s nicht anders geht – sogar währenddessen man sein Baby stillt oder einem Kleinkind, das die Klopapierrolle abrollt und ein “Bitte lass das in Ruhe” nicht hören möchte (habe ich alles schon erlebt). Seine Kinder badet man, man cremt sie ein, man massiert sie und kuschelt sie ganz zart ins Badetuch. Doch selbst klatscht man sich, wenn es die Zeit zulässt, schnell noch eine Creme ins Gesicht. Das war‘s. Eigentlich wollte man sich die Nägel lackieren, die Haare glätten. Ach egal, die Müdigkeit und die Erschöpfung sind größer. Also ab auf die Couch. Na wer kennt diese Situation?

Jammern, was ist das?

Diese Momente gibt es genauso. Manchmal läuft es wie am Schnürchen, manchmal denkt man, die Welt steht nicht mehr lange und man hat bald keine Stimme mehr, da man von einem Schimpfprozess in den nächsten rüber schwimmt. Der Tag könnte bzw. sollte oft mehr Stunden haben. Die Aussage, die man leider noch viel zu oft hört “Ach, ihr seid ja eh daheim, macht es euch gemütlich, ist ja eh nicht stressig”. Da könnte ich glatt durchdrehen.

Danke dass wir Mamas sein dürfen
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Ich bin dankbar, dass mein Mann und auch viele Bekannte diese Einstellung nicht haben. Das ist ein veraltetes Denken, meiner Meinung nach, und unverschämt. Ich denke mir oft, „Ach, wie gerne würde ich mal all den Menschen da draußen erzählen, was ich alles am Tag mache“. Doch die Zeit dafür ist nicht gegeben und man muss keinem etwas beweisen. Zaubern kann keiner. Mütter geben immer ihr Bestes. Manchmal gibt es Unterstützung, manchmal nicht. Jammern, was ist das? Jeder weiß es, und ja, wir Mütter dürfen es auch und sollen es auch. Keinem fällt ein Diamant aus der Krone, wenn man mal jammert und man ist auch nicht verletzlich dadurch. Ganz und gar nicht, dadurch sind wir menschlich.

Jeder Mensch ist unterschiedlich und das ist richtig so. Genauso ist es perfekt. Jeder Mensch hat eine andere Anzahl an “Nerven” und eine andere Ausdauer. Doch auf dieses Thema möchte ich gar nicht näher eingehen. Es geht ja schließlich um den Muttertag und um die Mamas unter uns. Sagt euch das bitte mal, lasst es auf eurer Zunge zergehen: “ICH BIN MAMA!” Ist das nicht schön? Ist euch das bewusst? Danke, dass wir MAMAS sein dürfen, DANKE!


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