Maria Spenger

Maria Spenger "Mein Tagebuch"

10. Februar 2016

Der ganz normale Alltagswahnsinn nach den Ferien


Meistens freue ich mich nach Ferien wieder auf Routine und fixe Tagespunkte.

Diesmal allerdings kann ich kaum glauben, dass die wohlverdienten freien Tage nach dem ersten Semester vorbei sind. Der Start in die zweite Halbzeit dieses Schuljahres begann mit dem Zu-Bett-Bringen der Kinder gestern – natürlich viel zu spät. Dennoch sind wir heute Morgen wunderbar aus unseren Betten gekrabbelt und haben brav Jause gerichtet und gefrühstückt. Dann kam das absehbare “Erwachen” für die nicht so gut vorbereiteten Schulkinder. Im Faltenrock der Gymnasiastin steckten noch die Nadeln, die der Kleidung wieder ihre Ursprungsform verleihen sollten; der Lieblingspullover, der auch in den Ferien nicht verschont wurde, war bei der Wäsche und diverse Jausenboxen wurden nicht vom eigentlichen Eigentümer eingepackt… Gut, jetzt hieß es aber mit neuem Esprit die angepeilte Pünktlichkeit einzuhalten.

Apropos Pünktlichkeit: Warum schaffen wir es jedes Jahr wieder, dass sich unsere vereinbarte Abfahrtszeit nach einigen Schultagen stets um 10 Minuten verzögert? Naja, heute muss ich zugeben, dass der im halben Raum verteilte Kakao mit seinen hübschen Spritzern an den Wänden seinen Teil beigetragen hat… Aber gut, um 7:20 Uhr verließen wir dennoch fast plangerecht die Wohnung.

Sitzplatzordnung im Auto

Unsere tüchtige Neunjährige hat die Aufgabe, die schnelleren Kinder ins Auto zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie auf ihren Plätzen sitzen. Um die Fahrten bzw. das Prozedere davor einigermaßen kurz zu halten, gibt es bei uns eine fixe Einteilung, wann wer vorne sitzen darf. Kaum komme ich mit den restlichen Kindern nach, erwartet mich Riesengeschrei. Der Dreijährige besteht darauf, in seinem eigenen Sitz vorne zu sitzen – das würde bedeuten, alle aussteigen zu lassen, die Sitze umzumontieren und das, obwohl er nicht einmal an der Reihe ist… Klar spreche ich ein Nein aus. Der Dreijährige bricht in Geschrei aus, woraufhin die älteren Geschwister schnell bereit sind, alles zu tun, um es zu beenden. “Er kann ruhig statt mir vorne sitzen!” “Mama, schnell, stell die Sitze um!”

Mami hält inne, versucht Beherrschung zu bewahren, bleibt aber hart und fordert Ruhe ein – völlig umsonst in dieser Situation. Ich setze also den süßen, schreienden Bengel auf seinen Sitz in der zweiten Reihe und schnalle ihn an. Alle sitzen zufrieden im Auto und singen fröhlich ein Liedchen…

NEIN. Jetzt die Wahrheit. Der Kleine schreit weiter und verlangt dazwischen noch “Bussi, Mama”, die Neunjährige daneben brüllt noch lauter, ich möge ihn doch bitte endlich umsetzen. Tür zu -Auto starten – Gang rein – los geht die Fahrt. Endlich verlassen wir die Garage. Die Situation beruhigt sich und Normalzustand kehrt wieder ein.

Im Kindergarten erkläre ich meinem Burschen nochmal die Notwendigkeit, sich an diese Abläufe zu halten. Mir bleibt nur noch die Frage: Was bedeutet in solchen Situationen “Barmherzigkeit”? Habe ich richtig gehandelt? Meine Intention war, den Ablauf und Vereinbartes einzuhalten, was für mich in vielen Fällen notwendig ist. Aber hat es dem jungen Mann etwas gebracht, gab es für ihn daraus etwas zu lernen?

Als ich nach Hause kam und mich um baby-girl und Haushalt kümmerte, konnte ich noch allerlei Entdeckungen machen. Federpenal, Turnsachen, Kuverts mit diversen Materialbeiträgen… Nun gut, für morgen sollte alles vorbereitet sein ;-).

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Spenger

    Eines schönen Tages fahre ich mit meinem Zweijährigen in der Straßenbahn. Er sieht einen Jogger in Leggins, läuft hin, gibt ihm einen Klaps auf den Hintern und ruft „Popschi!“ ;-) Was wir als Familie erleben, was uns bewegt und wie wir dadurch auch wachsen, könnt ihr in meinem Tagebuch lesen. Mit unseren sechs lebhaften Kindern leben wir in Wien und machen nichts Besonderes, außer Familie zu sein.


    Zum Tagebuch des Autors

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