Familie A.

Familie A. "Mein Tagebuch"

Unsere Abendrituale - meinefamilie.at
16. September 2016

Am Abend ist Familienzeit


„Gehst mit auf ein Bier?“ – „Nein, danke, meine Familie wartet auf mich.“ So ähnliche Dialoge ergeben sich immer wieder in meiner Arbeit. Wir sind ein eingespieltes Team, verstehen uns gut – aber der Abend gehört trotzdem (von wenigen Ausnahmen abgesehen) meiner Familie.

Meist fahre ich mit dem Bus heimwärts. Das ist zwar nicht die schnellste Variante – aber sie bietet mir die Möglichkeit, eine halbe Stunde „abzuschalten“ – nichts zu tun oder was zu lesen, oder einfach ein kleines Stückchen Zeit für mich zu haben. Denn zuhause geht es dann meistens wieder rund!

Was erwartet mich zuhause?

Der Empfang zuhause ist ganz unterschiedlich. Einmal sind alle in irgendein Spiel vertieft, dann wieder wartet eines der Kinder mit dringenden Fragen zur Hausaufgabe, wieder ein anderes Mal läuft grade ein Streit. Und mit unseren sechs Kindern gibt es noch viele Abstufungen dazwischen.

Also der erste Schritt für mich: aufnehmen, was da gerade läuft.

Ich brauche mich nicht sofort einbringen (das ist – besonders bei Streit – sowieso kontraproduktiv, wenn ich mich zu schnell einbringe). Ich suche das Gespräch, frage das erste vorbeikommende Kind, wie der Tag war. Und so tauche ich langsam in die Familie ein.

Abendritual

Abendessen, Abendgebet – das folgt einem eingespielten Ritual. Aber danach kommt der Höhepunkt des Abends: die Gute-Nacht-Geschichte! Die Kinder, die noch nicht selber lesen können, suchen ein Buch aus; aber auch die größeren hören oft gern zu und kuscheln sich mit ins Bett. Oft liegen wir zu dritt nebeneinander, und oben im Stockbett sind noch zwei weitere Kinder. Und dann wird nicht einfach nur gelesen – es wird bewusst falsch gelesen und ich staune immer wieder, wie schnell es den Kleinen auffällt. „Nein, Papa, das war nicht der Kater, das war der kleine Bär!“ „Er ist vom Wald gekommen, nicht vom Billa!“

Schließlich – nach Geschichte, Gute-Nacht-Kitzeln und Segnen – schnappe ich mir die Jüngste und lege mich mit ihr hin. Oft schlafe ich vor ihr ein, aber sie ist so nett und bleibt trotzdem liegen. So hat auch meine Frau eine ruhige Zeit am Abend beim Küche-Aufräumen und bei Schulfragen der größeren Kinder.

Paargespräch

Eine andere Variante des Tagesablaufs: Wie unschwer zu erkennen ist, gibt es im normalen Tagesablauf wenig Gelegenheit, mit meiner Frau zu reden. So kommt es mindestens einmal die Woche vor, dass ich sie untertags anrufe und frage: „Willst du mich treffen?“ – Dann gehen wir gemeinsam ins Gasthaus um die Ecke zum Abendessen und Ehegespräch. Die Kinder akzeptieren das sehr gut; die Größeren kümmern sich um die Kleineren, denn sie wissen: Mama und Papa brauchen auch ihre Zeit miteinander. Und zum Abendgebet sind wir wieder da.

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EIN ARTIKEL VON
  • Familie A.

    Wir sind Familie A. und leben am Stadtrand von Wien. Verheiratet seit 1993 haben wir bald Kinder bekommen. Und weil das Leben mit Kindern sooo schön ist, haben wir inzwischen sechs davon! Familie ist unsere Berufung, und das Know-How dafür haben wir in Schönstatt gefunden. Sechs Kinder – da erlebt man einiges, da kann man was erzählen! Und weil wir jetzt seit bald zwei Jahren die Nächte (meistens) wieder durchschlafen können, haben wir wieder Kapazitäten frei. So referieren wir auf Familientagungen, schreiben für die Zeitschrift Familie als Berufung und neuerdings für meinefamilie.at – unseren Kindern zuliebe anonym.


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