22. Mai 2020

Pfingsten in der Familie feiern

Pfingsten in der Familie feiern

Nach Ostern und Weihnachten ist Pfingsten eigentlich das dritte große Fest im Jahreskreis – aber außer, dass es ein beliebtes Datum für Firmungen ist, wissen viele nichts Genaueres darüber.

Pfingsten in der Familie feiern – warum eigentlich? Und wie?

Wir haben ein paar Besonderheiten dieses Festes ausgesucht und möchten euch einige Ideen für das Feiern Zuhause und mit Kindern vorstellen!

Feuer und Flamme sein

Zu Pfingsten, so wird es in der Bibel erzählt, kam der Heilige Geist als Feuer(zungen) zu den Freunden von Jesus, zu Männern und Frauen, und erfüllte sie.

Diese waren seit dem Tod und der Auferstehung von Jesus unter sich geblieben und nicht öffentlich aufgetreten. Sie wussten wohl nicht so recht, was jetzt passieren würde. Wahrscheinlich hatten sie Angst und waren mutlos, vermutlich auch noch immer traurig.

Und plötzlich das: ein Brausen, Feuer, Flammen, sie konnten alle Sprachen verstehen und sprechen! Damit konnten sie die Botschaft von Jesus nicht nur den Menschen erzählen, die ihre Sprache verstanden. Das Christentum breitete sich aus und die christliche Kirche war geboren. Ebenso wichtig scheint uns, was mit den Jüngern innerlich passiert ist. Da waren sie plötzlich „Feuer und Flamme“, die Unsicherheit der letzten Zeit war wie weggeweht und sie brannten innerlich vor Begeisterung!

„Feuer und Flamme sein“ ist ein überlieferter Ausdruck für etwas, das uns ganz und gar begeistert, das uns so bewegt, dass wir es unbedingt weitergeben wollen.

In einer der letzten Pfingst-Familienmessen haben wir viele kleine Flammen zu einer großen zusammengefügt und mit den Kindern und Familien überlegt: Wovon sind wir begeistert? Was begeistert uns an Jesus? Wie können wir anderen davon erzählen?

Das lässt sich in der Familie wunderbar umsetzen. Jeder kann eine Flamme malen, eine kleine Kerze verzieren oder gemeinsam mit Tüchern in gelb-orange-rot Tönen ein Bodenbild gestalten.

Geburtstag feiern

Das Pfingstfest ist gleichzeitig das Geburtstagsfest der Kirche! Die Freunde von Jesus bekamen den Auftrag, hinaus zu gehen und anderen Menschen von Jesus zu erzählen.

Geburtstag feiern: Das finden doch alle Kinder toll (und wir auch)!

Geburtstag der Kirche ist allerdings sehr abstrakt und auch für uns Erwachsene manchmal schwer zu verstehen. Die Kirche – das ist für viele nur das Gebäude (und das oft alt, düster und leer). Aber eigentlich definiert sich „die Kirche“ ganz anders, nämlich als Gemeinschaft der Glaubenden!

Wir, als Freunde von Jesus, gehören zur Kirche, aber wer gehört denn noch dazu? Jetzt, wo es endlich wieder öffentliche Messen gibt, wäre ein passender Zeitpunkt, sich die Mitfeiernden am Feier- oder Sonntag einmal genauer anzusehen. Wen kennen wir persönlich? Welche Namen wissen wir, wen sehen wir oft in der Kirche, wer übernimmt welche Aufgaben? Was macht ein Mesner, die Ministranten, der Organist, die Lektorin…? Welche Angebote hat unsere Pfarre eigentlich, wie und wo treffen sich verschiedene Gruppen? Das kann jetzt während der Coronazeit sehr eingeschränkt sein, aber auch sehr spannend für „danach“.

In unserer Pfarre sind wir oft die einzige Familie, vielleicht kennen uns deshalb auch so viele, besonders seit unsere große Tochter ministriert und wir Familienmessen und WoKis (Wortgottesfeiern für Kinder) mitgestalten.

Genau das macht unsere Pfarre auch zu einer Gemeinschaft

Man kennt sich, man plaudert nach der Messe, beim Pfarrcafe setzt man sich gern dazu, nach der Rorate bekommen die Kinder vor der Schule noch schnell eine Semmel serviert, fürs Ministrieren gibt es immer wieder ein Lob, manchmal liegt im Postkasten ein Bildchen oder eine Zeitschrift. Es ist meistens diese Grundhaltung, dass wir miteinander im Glauben verbunden sind, die „die Kirche“ zu einem lebendigen Ort macht.

Auch wenn „die Kirche“ oft in der Kritik steht, ist es doch genau dieses Wissen um die Gemeinschaft und Verbundenheit, wegen der trotzdem dabei sind und bleiben. Noch dazu sind wir alle so unterschiedlich und sicher nicht immer einer Meinung – und trotzdem hat jeder seinen Platz in dieser Gemeinschaft der Glaubenden.

Wenn wir also zu Pfingsten den Geburtstag der Kirche feiern, denken wir mit Dankbarkeit und Freude an alle, die mit uns verbunden sind. Eine einfache Idee wäre, dass man mit den Kindern einfache Karten gestaltet, mit einem Bibelspruch oder einem Segenswunsch, und verschickt oder Bekannten aus der Kirche ins Postkasterl wirft.

Vielleicht haben ja die Kinder auch eine Idee, welche Freunde sie zur nächsten Familienmesse oder sogar zum Ministrieren einladen möchten?

Der Heilige Geist

Was genau ist das eigentlich, der Heilige Geist? Wir erklären es mit der „Kraft Gottes“, die alles bewegen und bewirken kann. Der Don Bosco Verlag hat für Pfingsten einige Kamishibais (Bildkarten) und Bücher, die kindgemäß erklären, was der Heilige Geist so alles macht.

Bei der letzten Familienmesse zu Pfingsten haben wir von der Erschaffung des Menschen über die Taufe von Jesus bis zum Pfingstfest einige der Karten verwendet.

Der Heilige Geist ist auch in uns, besonders in der Firmung erleben wir das.

Es ist spannend, mit Kindern zu überlegen, wie der Heilige Geist uns helfen kann: mit Freundlichkeit, Geduld, guten Ideen, Freude, … Auch in der Bibel gibt es einige Beschreibungen, welche Gaben der Heilige Geist uns gibt. Für den Heiligen Geist werden von jeher Symbole verwendet, denn sichtbar ist er meist nicht: Wind, Atem Gottes, Feuer, Flamme, Taube (als Friedenssymbol), Pfingstrose… Auch in den kirchlichen und traditionellen Feiern zu Pfingsten tauchen diese Symbole auf.

Oft wird in Kirchen der Heilige Geist als Taube dargestellt und wir haben uns mit unseren Kindern in unserer Kirche auf die Suche gemacht, wo wir sie überall entdecken können. Auch bei vielen Marterln und Kapellen findet man sie! Für Pfingsten kann man gemeinsam auch Kekse oder einen Kuchen in Form einer Taube backen, oder eine Taube als Tischschmuck falten.

Pfingsten ist auch für uns ein immer wieder spannendes Fest, weil es kein klassisches Brauchtum wie zu Ostern oder Weihnachten gibt. Gerade deshalb zahlt es sich aus, sich in der Familie damit auseinanderzusetzen und vielleicht ganz eigene Rituale zu finden!

 

 

 



EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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