Jan-Uwe Rogge

Jan-Uwe Rogge "Meine Kolumne"

16. November 2017

Klare Grenzen setzen: Weniger reden, mehr tun

Jungen Kindern klare Grenzen setzen - meinefamilie.at

“Mein Louis, der ist jetzt etwas über zwei Jahre alt”, erzählt sein Vater. Aber der provoziere ihn völlig. Alles das, was er nicht machen soll, das macht er. Und zwar mit großer Freude. “Ich hab’s ihm unendlich häufig erklärt, aber dann schaut er mich nur an, lächelt, hört kurz auf und macht dann weiter. Und zwar immer und immer wieder.”

Durch klare Grenzen spüren Kinder ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, zu anderen Menschen, zur Familie. Auf der Basis einer intensiven Bindung kann Selbstvertrauen gedeihen, kann das Kind Beziehungen zu anderen Menschen eingehen. Es lernt, das Gewohnte von ungewohnten, noch nicht gemachten Erfahrungen zu unterscheiden.

Grenzen innerhalb der starken Eltern-Kind-Beziehung

Deshalb ist die frühe Erfahrung von Grenzen wichtig – allerdings auf der Basis einer gefühlsmäßig intakten Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

Einige Grundsätze sind beim Grenzensetzen mit jüngeren Kindern zu beachten:

Klare, wenige Worte

Eltern nehmen häufig wortreich und wenig klar Kontakt zu den Kindern auf. Finden sie nach einem unendlichen “Labern” keine Einsicht auf Seiten der Kinder, sind nicht selten impulsive Reaktionen die Folge.

Grenzen erfahrbar machen

Sätze wie “Das ist gefährlich”, “Das ist zu schwer für dich”, “Das kannst du noch nicht!” unterstützen Kinder nur selten bei der Einhaltung von Grenzen. Begreifen geht über Greifen – dieser Grundsatz gilt beim Grenzensetzen für jüngere Kinder. Grenzen müssen begrifflich erfassbar und anschaulich erfahrbar sein.

Grenzen für die aktuelle Situation

Grenzen haben sich am Kind in seinem Hier und Jetzt, an seiner konkreten Gegenwart auszurichten. Was für andere Kinder gilt, braucht für das eigene Kind nicht zuzutreffen; was für ein Kind in ein oder zwei Jahren als Einengung erfahrbar wird, kann in der momentanen Situation gegenwärtig Hilfestellung und Unterstützung bedeuten.



EIN ARTIKEL VON
  • Jan-Uwe Rogge

    Ich bin Erziehungsberater, Autor und Kolumnist und schreibe über Erziehung, Eltern und Familien. Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit Erziehungsthemen und dokumentiere meine Ideen und Tipps zu Erziehung in meinen Büchern und Vorträgen. Mein Motto: Erziehung kann Spaß machen!


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