Jan-Uwe Rogge

Jan-Uwe Rogge "Meine Kolumne"

19. Oktober 2017

Die Bedeutung des Rollenspiels

Die Bedeutung des Rollenspiels - meinefamilie.at

“Wenn ich mit meinem Sohn, der ist knapp drei Jahre, zusammen bin, dann spielen wir immer wildes Tier und braves Tier!” Der Vater von Jonas schmunzelt: “Ich bin dann das brave Tier, und er macht einen auf wilde Sau! Das muss immer nach seinem Kopf gehen. Da gibt es keine Kompromisse!”

Das Rollenspiel bildet Kreativität und Phantasie aus. Rollen werden im Vorhinein abgesprochen. Es kommt besonders darauf an, sich emotional in Situationen zu begeben, diese zu erfühlen und sich darüber hinaus in ganz unterschiedliche Rollen – sei es das “gute” oder das “böse Tier”, der “Starke” oder der “Schwache” – hineinzuversetzen. Diese Aufgabe fordert und fördert den Einfallsreichtum des Kindes. Dabei sind die Situationen und Rollen, in die das Kind eintaucht, meist mit jenen Themen verbunden, mit denen sich das Kind gerade beschäftigt und die es zu be- und verarbeiten gilt.

Das Motto der Eltern könnte beim Rollenspiel der Kinder lauten: Nicht einmischen! Aber begleiten und anregen!

Um das an vier Aspekten zu konkretisieren:

#1 Das Kind führt Regie

Selbst wenn Kinder Vater und Mutter auffordern, mitzuspielen, bleibt das Kind der Regisseur. Eingriffe können dann vorkommen, wenn körperliche Gefahren oder Verletzungen drohen.

#2 Rollenspiele sind begrenzt

Rollenspiele haben einen Anfang und ein Ende. Von daher sind Absprachen über den Beginn, den Kinder zumeist selbst setzen, und auch ein zeitliches Limit unerlässlich. Dabei sollte man jedoch bedenken: Rollenspiele brauchen Zeit!

#3 Requisiten bereitstellen

Eltern sollten Requisiten zur Verfügung stellen. Auch hier gilt der Grundsatz: Kein Perfektionismus!

#4 Interessant, was Kinder wahrnehmen

Es macht Spaß, Kinder im Rollenspiel aus einer gelassen-zulassenden Distanz zu beobachten, Strukturen und Themen zu erkennen, die im Spiel enthalten sind.

Aber man darf nicht alles mit einem diagnostisch-therapeutischen Blick betrachten.

Vielmehr kann man schmunzeln und nachdenklich werden über das, wie Kinder ihre Entwicklung und Nahwelt wahrnehmen und den Erwachsenen im Spiel den Spiegel vorhalten.



EIN ARTIKEL VON
  • Jan-Uwe Rogge

    Ich bin Erziehungsberater, Autor und Kolumnist und schreibe über Erziehung und Familien. Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit Erziehungsthemen und dokumentiere Ideen und Tipps zu in meinen Büchern und Vorträgen. Mein Motto: Erziehung kann Spaß machen!


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