25. März 2021

Kindgerechte Glaubensvermittlung: Die Karwoche 


Freude und Leid liegen oft nah beieinander. Wenn auf Vorfreude und Aufregung eine Enttäuschung folgt, fließen besonders bei den Kleinen schnell die Tränen. Doch auch wir kennen dieses Gefühl der Enttäuschung, der Kraftlosigkeit, wenn etwas nicht klappt, in das wir  besonders viel Energie investiert haben. Wenn unsere hohen Erwartungen nicht erfüllt werden und wir uns verraten fühlen. Genau darum geht es in der Karwoche. Aber wie kann man dies seinen Kindern greifbar erklären?

Der begeistert begrüßte König wird innerhalb kurzer Zeit von seinen Freunden verraten, gefangen genommen, vor Gericht angeklagt und zum Tode verurteilt. Jesus versteht uns. Er kennt die Ohnmacht und das Gefühl, wenn uns alles entgleitet, wir nichts mehr im Griff haben und die Zukunft nur mehr schwarz aussieht. Er hat erfahren, wie plötzlich Enttäuschung auf Freude folgen kann und begleitet uns im Hoch und Tief unseres Lebens.  

Das bedeutet auch die Lesung aus dem Brief Paulus an die Gemeinde in Philippi 2, 6-11,  die am Palmsonntag in der Kirche vorgelesen wird. 

»Er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.« 

Mandala als Symbol für die Karwoche

Ihr habt sicher schon einmal gesehen, wie bei Hochzeiten Blumen vor der Braut auf den  Boden gestreut wurden. Auch damals verehrten die Menschen Jesus so sehr, dass sie  Zweige von den Büschen rissen und vor Jesus auf den Weg legten, sodass sein Fuß nicht den schmutzigen Boden berühren musste. Doch dann lief alles schief, Jesus wurde gefangen genommen, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt.  

karwoche - meinefamilie.at

Auch ihr könnt in den Wald oder Park gehen, ein kleines Taschenmesser mitnehmen und aus all dem, was uns die Natur schenkt, ein Mandala oder Naturbild legen. Entweder ihr sammelt eure Schätze und gestaltet euer Mandala zu Hause – vielleicht ist es auch im Rahme der Pfarre möglich. Oder ihr legt das Mandala gleich in der Natur. Die Mitte bildet ein besonders großer, schöner Gegenstand, wie ein Stein, ein Bokerl, oder eine  Kerze.  

Aus dem Traurigen wird etwas Gutes

Euer fertiges Mandala ist ein schönes Symbol für die Karwoche, in der alles auf einmal  passiert, Glück und Trauer. Es beinhaltet die jubelnde Menge, welche Jesus mit Blumen begrüßt. Doch so wie Blumen und Blütenzweige ohne Wurzeln und Wasser verwelken, stirbt auch Jesus. Und so wir ihr aus verwelkten Blütenblättern, aus Steinen, Ästen und abgeworfenen Bokerln etwas wunderschönes wie ein Mandala gestalten könnt, vermag es Jesus aus dem Traurigen etwas Gutes zu schaffen. Am Ostersonntag  verwandelt er den Tod in die Auferstehung, die Traurigkeit in Glück. 

Am Anfang und Ende des gemeinsamen Gestaltens könnt ihr auch ein Lied singen. In einem Gebet könnt ihr Jesus dafür danken, dass er euch auch in schweren Zeiten begleitet und Hoffnung schenkt. 



EIN ARTIKEL VON
  • Regina Magdalena Smrcka

    Vor meiner Karenz meines Sohnes war ich in der direkten Pflege, aber auch im Leitungsteam, für die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen verantwortlich. Als Ausgleich dazu unterrichtete ich Kinderturnen. Derzeit vertrete ich als Texterin & Grafikerin EPUs bei ihrem Firmenauftritt. Jetzt unterstütze ich meinen Lebensgefährten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam haben wir einen Sohn.


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