16. September 2015

Verpflichtendes Kindergartenjahr: Was sagen Parteien dazu?


Am 11. Oktober wählt Wien. Wie denken die kandidierenden Parteien zu einem weiteren, verpflichtenden Kindergartenjahr? Der Familienverband hat nachgefragt.

Wien ist voll mit Wahlplakaten, am 11. Oktober 2015 steht die Wien-Wahl an. Wie denken die kandidierenden Parteien zu Familienthemen? Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien hat via Fragebogen bei den sieben Parteien zu unterschiedlichen familienpolitischen Konzepten nachgefragt: SPÖ, FPÖ, ÖVP, Grüne, NEOs sowie „Wien Anders“ und „Gemeinsam für Wien – GFW“.

Sprachförderung wichtiger als verpflichtendes Kindergartenjahr

Ein zweites, verpflichtendes Gratis-Kindergartenjahr ist bisher nicht durchgesetzt worden – wie stehen die Parteien dazu? Für SPÖ und ÖVP ist die Sprachförderung wichtiger. Die Volkspartei möchte das weitere verpflichtende Kindergartenjahr nur zum Tragen kommen lassen, wenn Kinder relevante Sprachdefizite haben. Auch die FPÖ lehnt einen „Kindergarten-Zwang“ ab und möchte nur bei sprachlichem Förderungsbedarf dazu verpflichten, ähnlich steht die Partei „Gemeinsam für Wien“ zum Thema.

Die NEOs betonen die Familie als Fundament der Bildung und wollen Eltern in Bezug auf die Kindergartenjahre nicht verpflichten und auch der Familienverband selbst möchte die Eltern nicht entmündigen und spricht sich für Freiwilligkeit aus. Einzig die Grünen finden die Ausweitung der Kindergartenpflicht positiv, um auch weniger geförderte Kinder zu erreichen.

Kindergruppen anders als Kindergärten

Barbara Fruhwürth, Vorsitzende des Familienverbandes der Erzdiözese Wien, weist außerdem auf das Problem hin, dass das „Gründen von Kindergruppen als Geschäftsmodell“ beliebt sei. Damit sind jedoch nicht motivierte Eltern gemeint, die sich zusammenschließen, um ihre Kinder mit einem gemeinsamen Konzept zu betreuen. Der Begriff „Kindergarten“ unterscheidet sich rechtlich von jenem der „Kindergruppen“. Aus Sicht der Eltern ist dieser nicht auszumachen, wie Fruhwürth aber erklärt, ist er unter anderem beim Ausmaß der personellen Ausbildung markant: Betreuerinnen in Kindergruppen werden in 90 Unterrichtseinheiten ausgebildet, während Pädagogen in Kindergärten eine zwei- bis fünfjährige Ausbildung absolvieren.

Die Positionen der Parteien als Übersicht und zu allen abgefragten Themen (Sexualerziehung, Wahlfreiheit der Ganztagesschule, Schulkosten, Qualität der Fremdbetreuung, Deutschkenntnisse, Kinderwahlrecht): zum Download

Weitere Angebote vom Katholischen Familienverband
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EIN ARTIKEL VON
  • Lucia Reinsperger

    Bevor ich journalistisch tätig wurde, machte ich die Ausbildung zur Kindergarten- und Hortpädagogin, leitete verschiedene Kindergruppen und arbeitete als Medienpädagogin. Nach Abschluss meines Journalismus-Studiums unterstütze ich nun mit Freude die Redaktion von meinefamilie.at.


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