27. November 2014

Die Eingewöhnungsphase im Kindergarten – wie funktioniert’s?

Eingewöhnungsphase im Kindergarten - meinefamilie.at

Eingewöhnungsphase im Kindergarten: Die ersten Tage sind entscheidend. Hier ein paar Tricks, wie sich die Mädchen und Buben schneller in der neuen Umgebung wohlfühlen.

In der Eingewöhnungsphase im Kindergarten liegt die Herausforderung, die Balance zwischen neuer Umgebung und Trennungsschritten zu finden. Die PädagogInnen gestalten gemeinsam mit dir als Elternteil den Start in den neuen Lebensabschnitt Kindergarten.

„Das Wichtigste ist, dass Eltern die Entscheidung für den Kindergarten treffen, das Vertrauen zur Einrichtung haben und auch das Kind auf den Schritt vorbereiten. Wenn man mit seinem Kind zuhause ist und das Kind nie alleine irgendwo bleibt, ist es manchesmal schwieriger, mit Trennungserlebnissen gut umgehen zu können. Wie soll das Kind wissen, dass die Mama wieder kommt?“, beschreibt Susanna Haas, pädagogische Leitung der St. Nikolausstiftung, die Voraussetzungen für eine gelungene Eingewöhnungsphase im Kindergarten.

Die Eingewöhnungsphase im Kindergarten Schritt für Schritt

Deine Anwesenheit ist in den ersten Tagen unbedingt erforderlich. Damit gibst du deinem Kind Sicherheit in der neuen Umgebung, die es für die Eingewöhnung braucht.

  • Keine Trennungssituation. Plane an den ersten drei Tagen maximal eine Besuchsstunde im Kindergarten. Bleibe in dieser Zeit bei deinem Kind und nimm es mit, wenn du den Raum verlässt – führe anfangs keine Trennungssituationen herbei.
  • Im Blickfeld. Mit deiner Anwesenheit schaffst du für dein Kind eine sichere Basis. Setz dich an den Rand des Raumes, sodass du von deinem Kind gesehen wirst.
  • Volle Aufmerksamkeit. Beobachte dein Kind und freu dich mit ihm über neue Entdeckungen. Schenk ihm volle Aufmerksamkeit.
  • Das Kind entscheidet. Dränge dein Kind zu keinem Verhalten wie etwa zur Kontaktaufnahme mit anderen Kindern. Wichtig ist auch, dass du selbst keinen aktiven Kontakt zu anderen Kindern aufnimmst und dich nicht aktiv mit deinem Kind beschäftigst. Warum? Aktives Verhalten der Eltern nimmt dem Kind die Möglichkeit, Kontakt mit den neuen Bezugspersonen aufzubauen und verlangsamt den Eingewöhnungsprozess.
  • Sei dir auch deiner Vorbildwirkung bewusst. Freundliche und interessierte Gespräche mit den PädagogInnen bemerkt das Kind und helfen ihm, Vertrauen in die neue Situation zu bekommen.

Verabschieden & abholen

Erste Trennungsversuche können ab dem vierten Tag versucht werden. Bei einer vorzeitigen Trennung setzt du das Vertrauen des Kindes aufs Spiel.

Die Trennung muss immer bewusst passieren, nicht heimlich – sonst ist es ist ein Misstrauensbruch in das Vertrauen des Kindes“, sagt Susanna Haas, pädagogische Leitung der St. Nikolausstiftung.

  • Verabschiede dich also von deinem Kind, verlasse den Raum nur für einige Minuten und warte die Reaktion deines Kindes ab. Lässt es sich von der Pädagogin ablenken, kann die „Trennungsphase“ in den darauffolgenden Tagen länger werden. Bleib in der Nähe, wenn dein Kind beim Verabschieden weint. Beruhigt sich dein Kind nach kurzer Zeit nicht, wirst du sofort zurückgeholt.
  • Bleibt dein Kind längere Zeit allein in der Gruppe, kannst du mit Abschiedsritualen (z.B. mit dem Flugzeug zu der Pädagogin fliegen) beginnen. Auch wenn es schwer fällt: Halte den Abschied kurz, das ist für das Kind mit weniger Stress verbunden.
  • Komm zum vereinbarten Zeitpunkt, um dein Kind abzuholen. Auch wenn das Kind noch bleiben möchte, ist es wichtig zu signalisieren, dass es Zeit ist, nach Hause zu gehen. Die Situation des Abholens muss deinem Kind erst vertraut werden – es wird sich am nächsten Tag beim Ankommen erinnern, dass es abgeholt wurde und versteht so allmählich den Ablauf.

„Eingewöhnung ist dann erfolgreich, wenn der Kontakt vom Kind zur Pädagogin oder Assistentin so gut ist, dass das Kind getröstet werden kann. Ein Kind darf während der Eingewöhnungsphase weinen, aber es muss sich nach kurzer Zeit trösten lassen“, so Susanna Haas.

Die Dauer der Eingewöhnungsphase ist je nach Kind unterschiedlich und dauert in der Regel ca. einen Monat. Diese Zeit verlangt einem Kind viel Kraft ab.  Bringe dein Kind in den ersten Wochen nur halbtags in den Kindergarten

Wann die Eingewöhnungsphase ungünstig ist

Veränderungen in der Familie oder Erkrankungen deines Kindes sollten keinesfalls mit der Eingewöhnungszeit zusammenfallen. Neue Aktivitäten in der Eingewöhnung sollten nie an einem Montag sein. Nach dem Wochenende fällt es dem Kind schwer, sich wieder in der noch nicht ganz vertrauten Umgebung zurechtzufinden.

Sei nicht enttäuscht, wenn es nicht sofort mit der Eingewöhnungsphase im Kindergarten klappt – jedes Kind ist unterschiedlich. Sprich mit den PädagogInnen, um eine geeignete Lösung zu finden.

Mehr zum Thema: Tipps zur Kindergarten-Eingewöhnung

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein

Ähnliche Artikel

EIN ARTIKEL VON

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at